Das Klima, die düsteren Aussichten, wenn wir es nicht umgehend schützen, sind in aller Munde. Auch der Landkreis Waldshut ist unter Federführung seiner Klimaschutzmanagerin Amanda Frings auf dem Weg, um konkrete Schutzmaßnahmen zu erarbeiten, sie in einem Klimaschutzkonzept zu formulieren und umzusetzen.

Dies mit Einbeziehung der Bürger als kreativer „Pool“ und als Schlüsselakteure. Frings machte deutlich, dass der allergrößte Teil der Emissionen an klimaschädlichen Treibhausgasen mit unserem Konsum-, Mobilitäts-, Wohn- und Ernährungsverhalten zusammenhängt.

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Um direkt in Kontakt mit Bürgern zu kommen, hat der Landkreis zum zweiten Klimaworkshop eingeladen. Beim ersten in Herrischried war das Interesse der Bürger sehr begrenzt. Sehr viel besser besucht war vor Kurzem der zweite im Landratsamt Waldshut. Corona-Vorgaben erlaubten 20 Teilnehmer, einige mehr hatten sich angemeldet.

„Der Klimawandel ist gefährlich“

Amanda Frings führte mit einem Kurzvortrag in die Thematik „Klimawandel“ ein und machte bewusst, dass er sich auch vor unserer Haustüre deutlich bemerkbar macht, beispielsweise mit Starkregen, längeren Trockenzeiten, niedrigen Grundwasserständen und mehr hitzebedingten Todesfällen. Sie zitierte eine griffige Formulierung des Deutschen Klima-Konsortiums: „Der Klimawandel ist real, wir sind die Ursache, er ist gefährlich, die Fachleute sind sich einig, wir können noch was tun.“

Was der Landkreis Waldshut in seinem kommenden Klimaschutzkonzept mit berücksichtigen sollte, haben danach die 20 Workshop-Teilnehmer in drei Kleingruppen zu den Themen „Wohnen“, „Mobilität“ und „Ernährung/Konsum“ erarbeitet. Moderiert wurden die Gruppen von Friederike van den Adel (Energieagentur Südwest/Lörrach) sowie vom Landratsamt von Lothar Probst (Amt für Wirtschaftsförderung und Nahverkehr) und der Klimaschutzmanagerin Amanda Frings.

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Es ging sehr lebendig zu in den Gruppen. Die Teilnehmer benannten „Klima- Stolpersteine“, erarbeiteten Wege, um sie auszuräumen bis hin zu konkreten, machbaren Klima-Maßnahmen, die sich an den lokalen Gegebenheiten im Landkreis Waldshut orientieren. Drei priorisierte Maßnahmen stellte jede Gruppe im abschließenden Plenum vor.

Das sind die Ideen der Bürger

Dazu gehören im Bereich Mobilität der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit mehr Mobilitätsstationen, bei der Verkehrsplanung die explizite Berücksichtigung nicht motorisierter Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Aufklärungs- und Bildungskampagnen.

Im Bereich Wohnen der Aufbau eines beratenden Netzwerks, die Bildung von Arbeitskreisen, die auf regionaler Ebene Wohnprojekte begleiten und eine Plattform für gelungene Wohnprojekte.

Im Bereich Konsum/ Ernährung wurden Beschaffungsleitlinien mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit für Gemeinden angeregt, weiterhin ein Regionallabel für Lebensmittel und Gaststätten und mehr Fairteiler-Stationen.

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Die 20 Workshop-Teilnehmer sind nicht nur voll bei der Sache gewesen, sondern waren auch gut informiert. Teilweise deshalb, weil sie bereits auf „neuen Wegen“ unterwegs sind als aktive Mitglieder hiesiger Initiativen wie die Wohnwerkstatt, Moobiles Küssaberg oder Foodsharing. „Es war ein sehr produktiver, intensiver Workshop mit sehr engagierten Mitwirkenden“, zog Organisatorin Amanda Frings das Fazit.

So geht es weiter

Darum engagieren sich Bürger für das Klima

Thomas Eichkorn, Küssaberg: „Der Workshop hat gezeigt, dass es Leute mit großem Wissen gibt, ich kann mir gut vorstellen, dass von dem, was wir in der Gruppe erarbeitet haben, das ein oder andere umgesetzt wird, weil es relativ leicht machbar ist.“

Thomas Eichkorn aus Küssaberg.
Thomas Eichkorn aus Küssaberg. | Bild: Ursula Freudig

Erika Höcker, Waldshut: „Ich besuche den Workshop, weil Klimaschutz das wichtigste Thema überhaupt ist, wenn wir uns die eigenen Lebensgrundlagen entziehen, gibt es keine Zukunft für uns, zumindest keine, die wir uns wünschen.“

Erika Höcker aus Waldshut.
Erika Höcker aus Waldshut. | Bild: Ursula Freudig

Christian Spitz, Bonndorf: „Mobilität erfordert Eigenverantwortung von jedem von uns, nur so können wird die bestehende Situation verbessern, wir prägen die Politik, deshalb sollte jeder von uns den ersten Schritt eigenverantwortlich voran gehen.“

Christian Spitz aus Bonndorf
Christian Spitz aus Bonndorf | Bild: Ursula Freudig