Ein außergewöhnliches Jahr 2020 liegt hinter dem Euroairport Basel-Mulhouse, der für die Mobilität am Hochrhein einen besonderen Stellenwert hat. „Keine Krise hat den Euro-Airport je derart hart getroffen, wie die aktuelle Covid-19-Pandemie“, formulieren Luc Gaillet, der Präsident des Euroairport, und Vizepräsident Raymond Cron.

Luc Gaillet, Präsident des Euro-Airport, und Vizepräsident Raymond Cron
Luc Gaillet, Präsident des Euro-Airport, und Vizepräsident Raymond Cron | Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Die Luftfahrt gehört zu den Wirtschaftssektoren, die am stärksten betroffen sind und der Blick auf das Wirtschaftsjahr 2020 des Euro-Airports zeigt: Der Passagierverkehr ging im Vergleich zu 2019 um 71 Prozent zurück. Nach einem kontinuierlichen Anstieg der Passagierzahlen in den vergangenen zehn Jahren und dem Rekordjahr 2019 mit einem Passagieraufkommen von 9,1 Millionen verzeichnete der Flughafen einen Einbruch auf nur noch 2,6 Millionen Passagiere. Doch die Zahlen sind das Eine, die Situation am Flughafen selbst, das Andere. Ein Rückblick auf das Jahr 2020 in Bildern.

Januar 2020: Noch ist Corona kein Thema

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

20 Gratis-Minuten: Auf Schweizer Seite wird ein Express-Parking mit 235 Parkplätzen am Flughafen eröffnet.

Februar 2020: Das Virus kommt näher

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Am 26. Februar wird im französischen Departement Haut-Rhin die erste Ansteckung mit dem Corona-Virus registriert, am 27. Februar wird der neuartige Erreger erstmals auch in Basel nachgewiesen. Gegenüber dem Vorjahr verhält sich der Passagierverkehr noch relativ stabil: Der Flughafen zählt im Februar über 538.000 Passagiere und mehr als 6300 Flugbewegungen.

März 2020: Lockdown und Patiententransporte

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Auch wenn der Passagierverkehr im Vergleich zum Vorjahresmonat um 60 Prozent einbricht, bleibt der Flughafen stets geöffnet. Der Euro-Airport empfängt in diesem Monat insbesondere Sanitätsflüge für Covid-19-Patienten, welche hauptsächlich vom Spital in Mulhouse in andere Regionen in Frankreich und Deutschland verlegt werden müssen.

April 2020: Terminals im Tiefschlaf

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Beklemmend stille Gänge, verlassene Parkplätze, ein menschenleeres Terminal: Im April verzeichnet der Flughafen weniger als 1000 Fluggäste, was einem Einbruch von 99 Prozent im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahresmonats entspricht. Es handelt sich um den passagierschwächsten Monat der Krise. Die einzige Fluggesellschaft, die ihre Flüge noch durchführt, ist Wizz-Air. Sie fliegt dreimal die Woche nach Budapest. Im Bereich Fracht sieht es anders aus, beispielsweise beim Import von Schutzausrüstung aus China und dem Transport von medizinischer Ausrüstung.

Mai 2020: Projekte trotz Pandemie

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Der Euro-Airport an seinem eingeschlagenen Kurs zur Reduzierung des nächtlichen Fluglärms fest. Der Euro-Airport beantragt bei der französischen Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGAC) sämtliche zwischen 23 Uhr und Mitternacht geplanten Starts zu verbieten sowie ab 22 Uhr nur noch lärmarme Flugzeuge zuzulassen.

Juni 2020: Reisen während der Pandemie

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Im Jahr 2020 muss der Flughafen seine Infrastrukturen an die Pandemie anpassen. Mit den Öffnungen der Grenzen wird es den Airlines ermöglicht, einen ersten Flugplan zu erstellen. Im vierten Monat der Krise wird im ganzen Terminal eine Maskenpflicht eingeführt. Es gibt Abstandsmarkierungen auf dem Boden, Schalter werden mit Plexiglasscheiben versehen, in den Wartezonen werden Sitzplätze abgesperrt, die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen werden verstärkt und das Innere des Terminals mit 100 Prozent Frischluft belüftet.

Juli 2020: Wieder mehr Fluggäste

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Der Passagierverkehr zieht im Sommer wieder etwas an. Am 3. Juli weiht die Flughafenfeuerwehr die regelmäßige Flugverbindung Basel-Mulhouse – Kayseri (Türkei) ein, der erste Flug wird mit einer Wasserfontäne begossen. Am Euro-Airport bieten damit dreizehn Airlines insgesamt 80 Destinationen in Europa und dem Mittelmeerraum an – im Vergleich zu rund 100 im Jahr 2019.

August 2020: Corona-Tests am Euro-Airport

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Wie in den Vorjahren ist auch der August 2020 der passagierstärkste Monat des Jahres. Der Euro-Airport verzeichnet 390.000 Passagiere und damit rund 60 Prozent weniger als im Jahr 2019. Da Frankreich und die Schweiz unterschiedliche Strategien zur Eindämmung der Pandemie verfolgen, der Euro-Airport sich aber auf französischem Boden befindet, ist am Flughafen grundsätzlich französisches Recht anwendbar. So wird am 1. August im Ankunftsbereich vor der Passkontrolle ein Covid-Testzentrum mit PCR-Tests für Fluggäste eröffnet, die aus Ländern einreisen, die gemäß der französischen Regierung als Risikoländer eingestuft sind. Im November werden die PCR-Tests durch Antigen-Schnelltests ersetzt, deren Resultat innert 15 Minuten verfügbar ist. Bis Ende des Jahres werden etwa 34.000 Passagiere in diesem Testzentrum getestet.

September 2020: Innovation trotz Krise

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Im September werden Masken wieder zum großen Thema, als die französische Regierung eine landesweite Maskenpflicht am Arbeitsplatz einführt. Der Euro-Airport hat als einer der ersten Flughäfen Frankreichs ein neuartiges Verfahren zur Optimierung der Kontrolle seiner Start- und Landebahnen und Rollwege eingeführt. Mittels 3D-Lasersensoren kann die Arbeit, die bisher 25 Nächte dauerte und zu Fuß von vier Mitarbeitenden ausgeführt wurde, neu auf einen vierstündigen Einsatz reduziert werden.

Oktober 2020: Hoffnungsschimmer am Horizont

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Das Datum der Umstellung von der Sommer- auf Winterzeit ist traditionell der Tag, an dem der neue Flugplan des Euro-Airport veröffentlicht wird. Doch es herrscht wieder neue Ungewissheit bezüglich der Destinationen, da sich die Reisebeschränkungen aufgrund der Infektionszahlen immer wieder ändern. Trotzdem werden für die Wintersaison 2020/2021 65 Ziele in ganz Europa und im Mittelmeerraum angeboten.

November 2020: Die zweite Corona-Welle

Bild: Euroairport Basel-Mulhouse

Trotz Tests und Quarantänevorschriften ist die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus stetig gestiegen. Ende Jahr gehört die Schweiz zu den Ländern mit den höchsten Ansteckungsraten in Europa. Dennoch wird kein Lockdown verkündet. In Frankreich verhängt die Regierung am 30. Oktober einen zweiten Lockdown, der am 15. Dezember durch eine nächtliche Ausgangssperre ersetzt wird. Die neuen Einschränkungen lassen den Passagierverkehr erneut einbrechen. Im November verzeichnet der Euro-Airport nur 75.000 Fluggäste gegenüber mehr als 575.000 im Vorjahr. Darunter auch die spanische Fußball-Mannschaft, die in Basel gegen die Schweizer Nationalmannschaft antritt.

Dezember 2020: Familienbesuche während des Fests

Nach den langen und schwierigen Monaten ohne persönlichen Kontakt wollen Familien und Angehörige über die Festtage wieder zusammenzukommen. In diesem Monat nutzen 125.000 Passagiere den binationalen Flughafen. In diesem Monat wird mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Mitfinanzierung der detaillierten Vorentwurfsstudie für die neue Bahnanbindung ein Schritt zu einem länderübergreifenden S-Bahnnetz gemacht.

Bild: Jean-Marie Juraver

Ein weiteres der verschiedenden Projekte, die diesen Monat prägen, betrifft die Reduktion der Treibhausgasemissionen der Heizungsanlagen des Flughafens um 85 Prozent bis 2025.

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