Ein dramatisches Jahr erlebt aktuell der Euroairport Basel: Nach 9,1 Millionen Passagieren im Jahr 2019 erwartet der binationale Flughafen im Dreiländereck coronabedingt in diesem Jahr nur noch 1,8 Millionen Fluggäste. Starts und Landungen waren in den vergangenen nur sporadisch möglich, der Flugverkehr reduzierte sich nahezu auf Null. Internationale Reisewarnungen und Quarantäneverfügungen für manche Regionen ließen das Geschäft nahezu vollständig einbrechen. Nicht zuletzt war auch die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland zeitweise geschlossen.

Lediglich einige Verbindungen nach Südosteuropa konnten in den vergangenen Wochen durch die Fluggesellschaft Wizzair aufrechterhalten werden. Insgesamt verzeichnete der Flughafen in den Monaten April und Mai einen Passagierrückgang um 99,8 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Und diese Durststrecke wird voraussichtlich noch einige Monate anhalten: Erst bis Ende des Jahres wird ein Großteil der europäischen Destinationen wieder erreichbar sein. „Eine vollständige Rückkehr zu den Zahlen vor der Krise ist aus heutiger Sicht nicht vor Ende 2023 zu erwarten“, so die Einschätzung der Verantwortlichen des Euroairports.

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Fluggesellschaften fahren Betrieb wieder hoch

Mit den Lockerungen der Reisebestimmungen keimt jedoch Hoffnung auf eine zügige Wiederbelebung des Flugbetriebs: Schon seit dieser Woche werden erste Flugverbindungen wieder regulär bedient. Pristina beispielsweise ist seit 16. Juni wieder erreichbar, Amsterdam folgt ab dem 21. Juni, Hamburg, Berlin und Barcelona Anfang Juli Der größte Nutzer des Euroairports, die Billigfluglinie Easyjet, wird seinen Betrieb in Basel ab 1. Juli nach und nach wieder hochfahren. Entsprechende Buchungen sind bereits möglich. Vor der Corona-Auszeit bediente Easyjet mit seinen Airbus A319 Verbindungen in 30 europäische Städte. Insgesamt werden ab Juli mit 13 Linienfluggesellschaften wieder rund 80 Destinationen ab dem Euroairport angeflogen.

Bild: Obermeyer, Justus
Bild: Obermeyer, Justus

Hygieneregeln am Flughafen

Für Reisende – und natürlich auch für die Angestellten des Flughafens – gelten am internationalen Drehkreuz hohe Sicherheitsregeln, um eine erneute Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Mund-Nasen-Masken sind im ganzen Terminal obligatorisch, außer für Kinder unter elf Jahren. Es wird empfohlen, die Maske während der gesamten Reisedauer zu tragen. Die meisten Airlines schreiben das Tragen einer Maske im Flugzeug vor. Jede Fluggesellschaft hat allerdings ihre eigenen Bestimmungen. Alle Hygienebestimmungen und aktuelle Reisehinweise des Euroairports sind für Passagiere auf der Homepage zusammengefasst.

Frachtgeschäft bleibt stabil

Während die Passagierzahlen durch Corona einbrachen, blieb das über den Euroairport abgewickelte Frachtgeschäft nahezu stabil. „Zeitweise nahmen die Vollfrachtflüge zu, während die Expressfracht leicht rückläufig war“, teilte Matthias Suhr, Direktor des Euroairports, gegenüber der Presse mit. Insgesamt befindet sich der EuroAirport dennoch in einer angespannten Situation. „Der Flughafen musste sich sehr schnell an eine völlig neue wirtschaftliche Situation anpassen. Angesichts des Einbruchs der Einnahmen aus dem Passagierverkehr hat die Sicherung einer ausreichenden Liquidität oberste Priorität. Der EuroAirport setzt alles daran ohne staatliche Hilfe auszukommen.“ Aktuell seien genügend finanzielle Mittel vorhanden, so Suhr. Aufgrund der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise werden jedoch die Investitionen deutlich reduziert und die Personal- und Sachkosten angepasst:
Das Investitionsbudget 2020 wird auf ein Fünftel der ursprünglich geplanten Ausgaben gekürzt, das Investitionsprogramm überarbeitet und deutlich gestrafft. Die Personalkosten werden durch die Anwendung von Kurzarbeit reduziert. Zudem sei ein Anstellungsstopp beschlossen worden.

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