Seit knapp vier Wochen sind Bauarbeiter vor dem Klinikum Hochrhein fleißig mit den Vorarbeiten für den Erweiterungsbau beschäftigt. Mit schwerem Gerät haben sie bereits unter anderem die frühere Zufahrt zum Waldshuter Krankenhaus entfernt sowie die Öltanks im Erdreich freigelegt, leer gepumpt und beiseite geschafft.

„In zwei bis drei Wochen kommt der Bohrer“, sagte Hans-Peter Schlaudt, Geschäftsführer des Klinikums, beim Spatenstich für den sogenannten Nordbau, der auf Stelzen errichtet wird und eine Intensivstation mit 14 Betten sowie zwei Stationen mit jeweils 24 Betten beherbergen soll.

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„Warum braucht‘s das alles noch, wenn man sowieso einen Neubau plant?“, stellte der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner die Frage, die so manchem Bürger auf den Nägeln brenne, um sie sogleich selbst zu beantworten. Bis zum Jahr 2028 soll das neue Zentralklinikum des Landkreises Waldshut in Albbruck bezugsfertig sein. „Dort wollen wir nicht in eine leere Hülle einziehen, sondern müssen gut ausgebildetes Personal mitbringen“, betonte der Politiker.

Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung am bisherigen Standort ist auch für Schreiners SPD-Bundestagskollegin Rita Schwarzelühr-Sutter der „richtige Zwischenschritt“ bis zum Neubau. „Dafür bezahlen die Bürger mit ihren Steuern. Deshalb sollen sie auch einen Nutzen haben“, sagte die Abgeordnete.

Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt führte aus, warum ein Umbau des Bestandsgebäudes nicht infrage gekommen sei: „Die bauliche Struktur im Altbau kann man aufgrund der Leichtbauweise nicht ertüchtigen.“ Bis April 2021 soll der dreistöckige Interimsbau, bestehend aus einem Stahlgerüst und Modulcontainern, bezugsfertig sein.

So soll der Erweiterungsbau des Klinikums Hochrhein in Waldshut aussehen.
So soll der Erweiterungsbau des Klinikums Hochrhein in Waldshut aussehen. | Bild: Klinikum Hochrhein

Der Waldshut-Tiengener Oberbürgermeister Philipp Frank bezeichnete das 15,5-Millionen-Euro-Projekt als „alternativlos“. „Das hier aufgebaute Vertrauen müssen wir nach Albbruck exportieren“, fügte er hinzu. Die frei werdenden Räume im Bestandsgebäude sollen künftig für ambulante Operationen und das Schlaflabor der Pneumologie genutzt werden. Letzteres wird ab dem kommenden Jahr von der Lungenspezialistin Sabine Peter aufgebaut, die zuletzt als Chefärztin der Lungenfachklinik in St. Blasien tätig war.

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Weitere personelle Verstärkung erfährt das Klinikum Hochrhein durch den neuen Leiter der Unfallchirurgie, Steffen Heck, sowie die beiden Kardiologen Steffen Gloekler und Caroline Kleinecke.

Landrat Martin Kistler erinnerte daran, dass der Kreistag mit großer Geschlossenheit hinter der Entscheidung für den Erweiterungsbau des Klinikums stehe. Bevor er zu Helm und Spaten griff, dankte er den Kreisräten, den Mitgliedern des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung.

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