Die Entscheidung war noch offen, aber letztlich doch erwartet worden. Die beiden großen Heimatfeste von Waldshut-Tiengen, der Schwyzertag in Tiengen und die Chilbi Waldshut, werden in diesem Jahr nicht stattfinden. Darauf haben sich die Organisatoren der beiden großen Heimatfeste in einem Gespräch mit der Stadtverwaltung einvernehmlich geeinigt.

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Grund für diese Entscheidung ist die anhaltende Corona-Pandemie. Der Schwyzertag hätte vom 3. bis 6. Juli, die Chilbi vom 14. bis 19. August stattfinden sollen.

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Die Entscheidung sei allen Beteiligten nicht leicht gefallen, sagt Oberbürgermeister Philipp Frank im Gespräch mit unserer Zeitung. Am Ende habe aber die Sorge um die Gesundheit der Bürger der Doppelstadt und die der zu erwartenden vielen Gäste aus der Region und der Schweiz klar überwogen.

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Allein zu den jeweiligen Festumzügen reisen für gewöhnlich zahlreiche Trachtengruppen aus dem Nachbarland an.

Oberbürgermeister Philipp Frank
Oberbürgermeister Philipp Frank | Bild: Schlichter, Juliane
„Es tut mir außerordentlich leid, dass wir zu diesem Ergebnis kommen mussten. Aber die anhaltend schwierige Lage mit dem Coronavirus und die vom Land gemachten rechtlichen Vorgaben für Großveranstaltungen lassen uns keine Wahl.“
Philipp Frank, Oberbürgermeister

Weiter sagt OB Philpp Frank: „Das Gesundheitsrisiko für Teilnehmer und Besucher wäre unkalkulierbar.“ Ähnlich wie der Oberbürgermeister beurteilen auch die Vertreter der Bürger- und Narrenzunft Tiengen, Ralph Siebold, und Florian Schwald, Sprecher des Arbeitskreises Chilbi, die aktuelle Lage und die daraus resultierende Absage der beiden traditionsreichen Heimatfeste von Waldshut-Tiengen.

Schwyzertag: Der Umzug durch die historische Innenstadt, hier Mitglieder der Klettgauer Heimattracht, zählt zu den Höhepunkten des Tiengener Schwyzertags.
Schwyzertag: Der Umzug durch die historische Innenstadt, hier Mitglieder der Klettgauer Heimattracht, zählt zu den Höhepunkten des Tiengener Schwyzertags. | Bild: Ursula Freudig

Beide Veranstaltungen zeichnen sich durch eine lange Historie ab, die jeweils bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Ralph Siebold und Florian Schwald sagen laut Pressemitteilung der Stadt unisono: „Unsere Heimatfeste liegen uns zwar sehr am Herzen, lassen sich in diesem Jahr aber wirklich nicht verlässlich planen und durchführen.“

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Offen halten wollen sich die beiden allerdings noch, wenigstens ein Gelöbnis beziehungsweise eine Stadtjahrzeit – jeweils mit Totenehrung – durchzuführen. Möglich ist auch, dass das Symboltier des Waldshuter Heimatfestes, der Chilbibock, virtuell verlost wird. Marc Jacobshagen, Zunftmeister der Junggesellen: „Wir wollen die 552-jährige Tradition bewahren und haben vor, die Bockverlosung durchzuführen.“ Denkbar sei eine Live-Übertragung per Internet.

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Auch Marion Maier von der Vereinigung Alt-Waldshut und Mitorganisatorin des Bürgertheaters steht hinter dieser Entscheidung: „Wir müssten in den nächsten Wochen mit den Proben beginnen, was aufgrund der rechtlichen Auflagen des Landes nicht geht. Außerdem gehören viele unserer Akteure zur Risikogruppe.“

Die Waldshut-Tiengener Heimatfeste

Weiter sagt sie: „So sehr uns unsere Heimatfeste und das Bürgertheater am Herzen liegen, gibt es aktuell doch Wichtigeres. Schon die Gewinnung von Sponsoren würde sich aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise in der jetzigen Zeit sehr schwierig gestalten.“

Jazzfest war bereits abgesagt

Als die Ausrichtung der beiden Heimatfeste noch in der Schwebe war, hatte Organisator Kurt Reckermann von der Aktionsgemeinschaft Tiengen von sich aus bereits Mitte des Montas das Jazzfest Tiengener Sommer abgesagt. Mit etwa der Hälfte der 14 Musikgruppen, die für den 24. und 25. Juli gebucht waren, seien bereits Verträge geschlossen. Diese sollen nach Möglichkeit aufs nächste Jahr übertragen werden.

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