Der Kiroli-Ball der drei Serviceclubs Kiwanis, Rotary und Lions war in allen Belangen ein voller Erfolg. Und wie so oft kommt das Beste zum Schluss. Denn das Ergebnis der Charity-Night, die im Herbst des vergangenen Jahres in der Waldshuter Stadthalle über die Bühne ging, legt einen wichtigen Grundstück für eines der größten sozialen Projekte im Landkreis.

Mit 27.000 Euro kann der Förderverein Hospiz für den Landkreis Waldshut einen großen Schritt einen wichtigen Grundstock für seine Arbeit legen. Übergeben wurde der symbolische Scheck durch die drei amtierenden Präsidenten der Serviceclubs und deren Vorgänger.

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Der Förderverein Hospiz für den Landkreis Waldshut ist inzwischen ins Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Damit kann der Verein, dessen Vorsitz Dietmar Wieland übernommen hat, loslegen. Und das ist auch notwendig. Denn das Hospiz, das an der Bahnhofstraße in Tiengen gebaut werden soll, ist auf Unterstützung angewiesen. Der Gesetzgeber hat für stationäre Hospize festgelegt, dass die Finanzierung der Betriebskosten nur zu 95 Prozent durch die Krankenkassen garantiert ist.

Spenden und Zuschüsse benötigt

Die restlichen fünf Prozent müssen durch Spenden und Zuschüsse aufgebracht werden. So soll verhindert werden, dass die Sterbebegleitung in einer solchen Einrichtung kommerzialisiert werde, wie Dietmar Wieland, über viele Jahre Geschäftsführer der AOK Hochrhein-Bodensee, bei der Scheckübergabe betonte.

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Der Förderverein sei gewillt, so Wieland, die Fünf-Prozent-Lücke „so weit wie möglich abzudecken“. Deshalb freuen sich er und seine Mitstreiter über viele Mitglieder, um das erste stationäre Hospiz im Landkreis Waldshut auf sichere Beine zu stellen und seine Existenz dauerhaft zu garantieren. Mitglieder können gleichermaßen natürliche Personen wie auch Institutionen und Unternehmen werden. Aber auch Kommunen und der Landkreis könnten durch eine Mitgliedschaft einen weiteren Beitrag leisten, so Wieland. Der Landkreis Waldshut wird für die ersten drei Jahre die Deckungslücke schließen, sofern der Förderverein nicht genügend Spendenmittel generiert.

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Das Hospiz ist für den gesamten Landkreis konzipiert. Weitere stationäre Hospize gibt es derzeit in Lörrach, Singen und Donaueschingen. Betrieben werden soll die Einrichtung an der Bahnhofstraße in Tiengen vom Evangelischen Sozialwerk Müllheim, das durch eine Tochtergesellschaft bereits das dortige Pflegeheim betreibt. Dietmar Wieland: „Wir sind froh, dass sich die Diakonie bereit erklärt hat, das Haus zu betreiben.“ Neben dem eigentlichen Hospiz soll auch eine ambulante Palliativ-Station.

Linderung der Schmerzen

Unter Palliativmedizin versteht man die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Die Erkrankung kann nicht mehr geheilt werden. Deshalb steht die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Krankheitsbeschwerden im Vordergrund. Das sei ein Segen, so Wieland, da es eine solche Station sonst erst mit Realisierung des geplanten Zentralkrankenhauses gebe.

Das Hospiz soll Ende 2022, Anfang 2023 eröffnet werden. Von da an müsste der Förderverein im besten Fall 100.000 Euro pro Jahr „zuschießen“ können. Bislang hat der Förderverein mehr als 70 Mitglieder. Der Großteil seien natürliche Personen, aber auch Kommunen und Unternehmen hätten bereits eine Beitrittserklärung ausgefüllt, berichtet Wieland.

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Mit den 27.000 Euro, die die drei Serviceclubs mit ihrer Charity-Night in der Waldshuter Stadthalle erwirtschaftet haben, hat der Förderverein eine Basis, auf der sich gemeinsam mit den Mitgliedern bestens aufbauen lässt. Dass der Kiroli-Ball solch ein Erfolg wurde, sei auch dem neuen Konzept zu verdanken, so Joachim Wagner vom Kiwanis-Club.

Das Ziel, die Veranstaltung legerer aufzustellen und nach außen zu öffnen, sei voll aufgegangen, erklärte Wagner. Oder anders ausgedrückt: „Der neue Kiroli-Ball war ein absoluter Erfolg.“ Denn erst die große Zahl der Gäste, darunter viele Nichtmitglieder, hätte zu dieser außergewöhnlichen Spendensumme geführt.