Viele fleißige Hände haben einen gemütlichen Treffpunkt erschaffen: Der Schwarzwaldverein Stühlingen hat die Brunnenanlage an der alten Bundesstraße zwischen Stühlingen und Weizen Bahnhof restauriert.

Das Projekt Mattenbrunnen

Mitglieder des Schwarzwaldvereins haben zwischen Oktober 2021 und Mai 2022 etwa 300 ehrenamtliche Stunden für das Projekt Mattenbrunnen aufgewendet. Die Kosten beliefen sich auf 2500 Euro, davon wurde die Hälfte von den Beteiligten gespendet. Der Brunnentrog hat etwa die gleiche Größe wie das Original und wurde um eine Sitzbank erweitert, außerdem wurde alles um einen halben Meter über das Straßenniveau gesetzt. Das war mit technischen Herausforderungen verbunden.

Die Brunnensäule besteht aus vier Teilen – Sandstein und Kalkstein. Der Deckel wurde als Dachstuhl mit vier Giebelseiten neu gefertigt und dem Original nachempfunden, ein Eichenlaubzweig mit Eichel ist auf der Vorderseite abgebildet. Die Sitzbank auf dem gepflasterten Vorplatz mit zwei Obstbäumen und Blumen lädt zum Verweilen ein.

Diese Arbeiten waren nötig

2012 wurde der frühere Mattenbrunnen im Rahmen der Erfassung von Kultur- und Kleindenkmälern dokumentiert. Damals floss das Wasser nicht mehr aus der Brunnensäule, Kalk hatte den Zulauf zuwachsen lassen, das noch vorhandene Wasser verlief unter der Straße. Nach dem Entfernen des Kalks lief das Wasser mit schwachem Druck und versiegte, die Brunnenanlage verschwand unter dem Pflanzenbewuchs.

Vor der aufwendigen Restaurierung war der Mattenbrunnen im dichten Bewuchs nicht zu erkennen.
Vor der aufwendigen Restaurierung war der Mattenbrunnen im dichten Bewuchs nicht zu erkennen. | Bild: Engelbert Klösel

Im Oktober 2021 hatte das Helferteam erstmals die Anlage freigelegt und festgestellt, dass der Brunnentrog knapp einen halben Meter tiefer lag: „Die Oberkante des Brunnentrogs befand sich in der Zwischenzeit auf der Höhe der alten B 314 und damit wahrscheinlich 40 Zentimeter tiefer als ursprünglich“, erläutert Engelbert Klösel.

Das könnte Sie auch interessieren

Nach Absprache mit Forst, Wassermeister und Bauhof wurden Trog und Säule mit schwerem Gerät geborgen. Der Bauhof hatte die Quell-Leitung freigelegt, den Wassermeistern gelang es, mit einem Hochdruckreiniger und langen Eisen die Quelle wieder zu reaktivieren. Der Druck war aber nicht ausreichend, um die neue Höhe der Brunnensäule zu speisen.

Mit neuen Tuffsteinen sollte die neue Höhe des Brunnentrogs erreicht werden, das Dach aus Sandstein wurde komplett erneuert. Ein neuer Auslauf wurde nach langem Suchen schließlich im Internet gefunden. Die restaurierte Brunnensäule und die neuen Tuffsteine wurden gesetzt, ein neuer Schacht wurde gelegt mit Drainagen und wasserdurchlässigem Splitt, der Ablauf für den Brunnentrog wurde erstellt.

Technisch aufwendig war es, den Brunnen an das heutige Straßenniveau anzupassen.
Technisch aufwendig war es, den Brunnen an das heutige Straßenniveau anzupassen. | Bild: Engelbert Klösel

Im Laufe der Arbeiten steuerte ein Unbekannter das Stühlinger Männle in einen Stein geschnitzt bei, worüber sich das Helferteam sehr freut. Der Versuch, mit einer selbst gebauten Widder-Pumpe die statische Höhe zu überwinden, schlug fehl.

„Mit einem selber gebauten Widder, das ist eine Pumpe ohne Strom, nur über den statischen Druck der eigenen Wassermenge, wollten wir die neue statische Höhe überwinden. Leider funktionierte das System in dieser Art nicht“, erläutert Engelbert Klösel. Das technisch versierte Helferteam fand allerdings eine Lösung und freut sich über den neuen Erholungsort in Stühlingen für alle Spaziergänger und Radfahrer.

Sie machen das Projekt möglich

Für die Restauration des Mattenbrunnens haben sich viele Helfer stark engagiert. Von Oktober 2021 bis zur Fertigstellung im Mai 2022 waren Engelbert Klösel, Wolfgang Maier, Siggi Aman, Berthold Sattler, Dietmar Güntert, der Bauhof Stühlingen mit Emanuel Amann und seinem Team, Wassermeister Mathias Kaiser, Meinrad Gantert, Emil Müller, André Gisy und Hubert Klösel aktiv.

Das könnte Sie auch interessieren

Sowohl materiell als auch finanziell wurde gesponsert vom Schwarzwaldverein Stühlingen, die Firmen Rehm und Böhler, außerdem die Gemeindeverwaltungen von Eggingen und Stühlingen.

Sachbeschädigung erschwert Projekt

Noch nicht fertiggestellt, wurden die Arbeiten beim Mattenbrunnen bereits zerstört, auch werden immer wieder Teile der Anlage mitgenommen, die Solarpaneele wurden gestohlen. Darüber kann das Team nur die Köpfe schütteln. Engelbert Klösel bat die Stadtverwaltung, hier die nötigen Schritte zu unternehmen. Die Bevölkerung wird gebeten, an Hauptamtsleiter Andreas Mosmann Hinweise bei Sachbeschädigungen oder Diebstahl beim Mattenbrunnen (Telefon 07744/532 30) weiterzuleiten.

Das könnte Sie auch interessieren