Der Schwarzwaldverein Stühlingen lädt seit 1993 jährlich zu Ausstellungen mit historischen und kunsthistorischen Inhalten und dem Schwerpunkt auf regionaler Geschichte ein. Das Einbeziehen der Bevölkerung gehört zum Konzept.

In der aktuellen Ausstellung „Räderwerk – Vom Arbeiten und Spielen im Wutachtal“ vom 17. Juni bis 3. Juli geht es erstmals vertieft um Industriegeschichte, im Fokus stehen Technik und Historie sowie Berichte aus dem Leben der Arbeiter. Die Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz erklärt, wie viel Arbeit in einer solchen Ausstellung steckt und wie viel Zeit von der Idee zur Umsetzung vergeht.

Wie kommt es von der Idee zur Umsetzung?

„Für ‚Räderwerk‘ brauchten wir mehr als ein Jahr Vorlaufzeit“, erklärt Jutta Binner-Schwarz. Am Anfang steht stets das Brainstorming im Ausstellungsteam, dort werden Themenbereiche und Titel festgelegt. Es folgen Recherche, Textarbeit und die Suche nach passenden Exponaten. „Erst dann kann der eigentliche Aufbau in der Schür beginnen“, macht die Vorsitzende deutlich.

Wer ist alles beteiligt an dieser Ausstellung?

Das Kern-Ausstellungsteam besteht aus Antonia Albrecht, Gerhard Schwarz und Jutta Binner-Schwarz, relativ neu ist Christina Leutze dabei. Weitere Helfer unterstützen das Team kurzfristig bei speziellen Aufbauten und Transporten. „Grafiker Helmut Heimburger entwirft ehrenamtlich Plakat und Layout für die Texte. Letztere werden dann von Marianne Würth entsprechend aufwendig in Form gebracht“, erklärt Binner-Schwarz.

Das Ausstellungskernteam mit Antonia Albrecht, Christina Leutze, Jutta Binner-Schwarz und Gerhard Schwarz.
Das Ausstellungskernteam mit Antonia Albrecht, Christina Leutze, Jutta Binner-Schwarz und Gerhard Schwarz. | Bild: Yvonne Würth

Während der Ausstellungszeit selbst seien sehr viele Personen im Einsatz. Antonia Kramer-Diem, die sich als Vorsitzende auch um die Schür kümmert, organisiert den Rahmen der Ausstellung und ist während der Öffnungszeiten oft präsent. Veronika Keller sorgt für das Begleitprogramm. „Es ist unglaublich, wie viele Menschen unsere Ausstellungen unterstützen, vergleichbar einem beeindruckenden und schönen Räderwerk“, sagt Jutta Binner-Schwarz.

Woher kommen die Ausstellungsstücke?

„Viele Objekte ergeben sich aus dem Thema“, macht Binner-Schwarz deutlich. „Wir fragen Museen an, besprechen uns mit Sammlerinnen und Sammlern, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten. Durch unser gutes Netzwerk finden wir immer wieder neue Quellen.“

Sehr wichtig seien dem Verein auch Leihgaben von Privatleuten. „Diese finden wir durch Aufrufe in Mitteilungsblatt und der Presse.“ Manche unterstützen den Schwarzwaldverein schon seit Jahren, andere erstmals. Auch alle Stühlinger Schulen haben für die aktuelle Ausstellung gebaut und gebastelt.

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Wie entscheidet sich, wo welches Ausstellungsstück platziert wird?

„Antonia Albrecht und Gerhard Schwarz haben längst viel Erfahrung darin, wie man Inhalt und Sehgenuss vereint. Sie verfügen über das technische Knowhow, Ideenreichtum und viel Geduld“, sagt die Vorsitzende des Schwarzwaldvereins.

Was sind die Höhepunkte dieser Ausstellung? Welche Stücke sollte jeder gesehen haben?

„Das kann man so nicht sagen. Ich denke, jeder der kommt, wird etwas finden, das ihn begeistert“, erklärt Jutta Binner-Schwarz. Eisenbahnfreaks würden genauso auf ihre Kosten kommen wie Menschen, die sich für die Geschichten hinter der Technik interessieren. „Wer sich von Regionalgeschichte angesprochen fühlt, erfährt Fakten, wer alte Fahrräder liebt, wird fündig werden.“

Jutta Binner-Schwarz zählt weiter auf: „Es gibt Modelle, die in Betrieb genommen werden können, ein Fahrrad, das durch Muskelkraft für Musik und Licht sorgt, eine raffiniert gebaute Mühle aus bunten Legosteinen, Dampfmaschinen, herrliche alte und neue Kinderfahrzeuge nebst Bildern von solchen und, und, und. Man muss sich einfach überraschen lassen.“

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