Die 26-jährige Scarlett aus dem nordrhein-westfälischen Bad Lippspringe gilt seit 10. September vermisst. Sie war auf dem Schluchtensteig unterwegs und kehrte nie von ihrer Tour zurück. Ein letztes Lebenszeichen gab es von der Vermissten am Donnerstag, 10. September: Bilder einer Kamera in einem Supermarkt in Todtmoos.

Der gesamte Fall, Bilder der Vermissten und die Entwicklungen seit September 2020:

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Auch wenn sie damit schon seit über fünf Monaten als vermisst gilt, geben Freunde und Familie nicht auf. Mit einer großflächigen Anzeigenkampagne in den Landkreisen Waldshut und Lörrach sowie in den sozialen Netzwerken suchen sie weiter nach ihr. Die Polizei hat derweil die Suche eingestellt – vorerst.

Familie und Freunde geben Hoffnung nicht auf

Joscha Hackl und Patricia Lindinger haben die Seite „Bitte findet Scarlett“ auf Facebook gegründet. Nach eigenen Angaben in Absprache mit der Schwester der Vermissten. „Neue Erkenntnisse gibt es leider nicht und trotzdem geben wir nicht auf: Wir sind sehr dankbar, über die vielen Helfer, die selbst vor langen Anreisen nicht zurückschrecken“, informiert Patricia Lindinger auf Anfrage des SÜDKURIER. „Weiterhin sind wir auch noch auf der Suche nach Menschen, die Scarlett nach ihrem Supermarktbesuch in Todtmoos oder Umgebung gesehen haben“, so Lindinger weiter.

Auch Personen die am 10. September 2020 dort waren und sie nicht gesehen haben wären hilfreich, schreibt die Initiatorin der Suchseite. Mit diesen Hinweisen könne man ausschließen, wo Scarlett nicht gewesen sei und dadurch Rückschlüsse auf ihren Weg ziehen. Die Seite würden die beiden in Zusammenarbeit mit der Familie betreiben, der sie aber den Rücken freihalten möchten. „Jeder kann sich vorstellen, wie es einem in dieser Situation geht, wenn ein geliebtes Familienmitglied verschwindet“, so Lindinger. Erst vergangene Woche seien in allen Amtsblättern im Landkreis Waldshut sowie im Landkreis Lörrach nochmals Suchanzeigen geschaltet worden. Die Kosten für die Anzeigen seien von einem Radiosender übernommen worden.

Ermittlungen gehen weiter – Suche vorerst beendet

„Wir haben keine neuen Erkenntnisse zum Verbleib der jungen Wanderin“, sagt Michael Biermann, Pressesprecher der Polizei Paderborn auf Anfrage des SÜDKURIER. Die Polizei in der Nähe des Heimatorts der jungen Frau ist für die Ermittlungen zuständig. Und diese würden auch fortgeführt, versichert Biermann. Die Suche nach Scarlett sei allerdings von Seiten der Polizei abgeschlossen. Erst wenn es neue Erkenntnisse gibt, werde die Polizei die Suche wieder aufnehmen, so Biermann.

Viel Hoffnung hat er nach fünf Monaten seit ihrem Verschwinden nicht: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch lebend gefunden wird.“ Immerhin gehe die Polizei weiterhin von einem Unglück und nicht von einem Verbrechen aus, wie Biermann betont. Auch von privaten Suchaktionen wie sie in den vergangenen Monaten immer wieder im Schluchtensteig gestartet wurden, hält Biermann nicht allzu viel: „Es sollte sich dabei niemand in Gefahr begeben und die Wetterverhältnisse sind aktuell schwierig“, so der Polizei-Pressesprecher.

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