Es herrschte Verwirrung rund um die Regeln im Wintersport – vor allem aber, was die Benutzung von Langlauf-Loipen anging. So hatte etwa Anfang Dezember das Landratsamt Lörrach kaum war sie geöffnet, die Lipple-Loipe in Malsburg-Marzell schon wieder gesperrt. Die Begründung: Dadurch, dass der Skiclub die schneebedeckten Wanderwege mit dem neuen Loipengerät gespurt hat, sei nämlich eine „in sich geschlossenen Sportstätte“ entstanden. Doch das Landratsamt hatte unrecht – deshalb ist die Loipe mittlerweile wieder geöffnet. Und auch im Kreis Waldshut ist Langlauf erlaubt und hoch im Kurs.

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Ist Langlaufen aktuell erlaubt?

„Ich meine man kann beim Langlaufen die geltenden Abstandsregeln gut einhalten“, sagt Adrian Probst, Vorsitzender des Liftverbunds Feldberg und Landesvorsitzender der Bergwacht Schwarzwald. Es gebe dazu ja riesige Freiflächen, etwa im Hotzenwald. Da eine Loipe eben keine geschlossene Sportstätte sei, sei dort der Sport ja auch erlaubt. Der Sport sei aktuell heiß begehrt, vor allem, weil es auch der einzige Wintersport ist, der aktuell bleibt. Probst spricht von einer 100-prozentigen Zunahme der Käufe bei Händlern von Langlauf-Skiern im Vergleich zum Vorjahr.

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Auch Pascal Murmann, Pressesprecher des Sozialministeriums Baden-Württemberg, bestätigt auf Anfrage des SÜDKURIER, dass Langlaufen nach der Corona-Verordnung aktuell erlaubt sei. Weitläufige Sportanlagen im Freien, bei denen sich wenige Menschen begegnen und diese auf alle Fälle das Abstandsgebot einhalten können, sind laut Verordnung von der Untersagung für den Amateur- und Freizeitindividualsport ausgenommen. Voraussetzung für die Nutzung sei, dass keine Umkleiden und Sanitäreinrichtungen geteilt werden, so Murmann. Außerdem dürfen sich Personen, die nicht gemeinsam sportlich aktiv sind, nicht begegnen. Zulässig sei die Nutzung der Loipen nur alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts, so Murmann.

Langlauf im Hotzenwald

Im Hotzenwald ist Langlauf möglich. Schnee gibt es dort zu genüge. Einschränkungen gebe es keine, immer vorausgesetzt, die AHA-Regeln werden eingehalten, so Bernhard Kühnel, Vorsitzender des Loipenvereins.

Einige Loipen sind gespurt in Großherrischwand und Umgebung. Auch Winterwanderwege hat der Loipenverein angelegt. Anders als bei den alpinen Kollegen ist Langlauf aktuell möglich. Und das bei schönstem Winterwetter mit Wechsel zwischen strahlender Sonne und heimeligem Nebel.
Einige Loipen sind gespurt in Großherrischwand und Umgebung. Auch Winterwanderwege hat der Loipenverein angelegt. Anders als bei den alpinen Kollegen ist Langlauf aktuell möglich. Und das bei schönstem Winterwetter mit Wechsel zwischen strahlender Sonne und heimeligem Nebel. | Bild: Peter Koch

Er betont, dass Sport in der Natur als eine hervorragende Präventionsmaßnahme gegen Infektionen herausgehoben wird. „Körper und Seele profitieren gleichermaßen von diesem Ganzkörpertraining“, so Kühnel. Die Sparkassen- und Nachtloipe, sowie die Bühlloipe sind für klassischen Stil, aber auch für Skating gespurt. Die Winterwanderwege Lochhäuser und Bühl sind gewalzt. Weitere Informationen über die aktuell gespurten Loipen findet man unter www.Loipen-Hotzenwald.de oder am Infotelefon 07764/6200.

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Bernau – Ein Konzept, das Früchte trägt

Das Langlauf- und Winter-Erlebniszentrum Rot-Kreuz-Loipe liegt in einem seitlichen Hochtal zwischen Bernau und Todtmoos. Es gehört zu den drei großen nordischen Zentren des Schwarzwaldes. Im Bernauer Hochtal gibt es 60 Kilometer Loipen und 50 Kilometer Winterwanderwege. Alle Loipen in Bernau seien aktuell geöffnet, wie Ria Feser von der Touristinformation Bernau sagt. Andreas Mutter, Vorsitzender der Langlauffreunde Rot-Kreuz-Loipe, hat dazu ein Konzept zur Besucherlenkung erstellt. „Es ist ein System der dezentralen Anlaufstellen“, erklärt er im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Der Verein „Rotkreuz Loipe Bernau“ hat alle Loipen in Bernau gespurt.
Der Verein „Rotkreuz Loipe Bernau“ hat alle Loipen in Bernau gespurt. | Bild: Spiegelhalter, Ulrike

Langlauf sei aktuell auch in Bernau hoch im Kurs. „Überall wird gelaufen und gescatet“, so Mutter. „Wir haben optimale, traumhafte Bedingungen und viel Betrieb, aber es ist nicht zu überlaufen“. Und dafür gibt es laut Mutter gut Gründe. Es wurden viele weitere Parkmöglichkeiten geschaffen und an diese wurde das bestehende Loipen- und Wanderwegenetz angeschlossen. So seien die Parkplätze zwar immer voll, aber nie überfüllt. Außerdem hat man in Bernau 15 neue Rodelbahnen angelegt. „Wir haben somit ein breites Angebot geschaffen, so dass sich die Menschen nicht nur auf die Hotspots konzentrieren“, erklärt Mutter. „Und das Konzept trägt Früchte.“ Bei der Öffnung der Loipen habe sich Mutter ganz auf das Wort der Politiker verlassen, die schon zu Beginn des Lockdowns Loipen vom Verbot ausgeschlossen hätten.

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Auch die Loipen in Höchenschwand sind beliebt

In Höchenschwand sind die Loipenhaus-, die Moor- sowie die Kreuzstein-Loipe geöffnet. Auch die Nachtloipe ist geöffnet und von 17 bis 20 Uhr beleuchtet. „Die Loipen sind aktuell gut frequentiert“, wie Jessica Baumgarnter von der Tourist-Information Höchenschwand informiert. Auf den Loipen würden die üblichen Corona-Regeln wie Abstand halten gelten. „Wir bitten die Gäste darum, entweder beim Haus des Gastes oder direkt im Natursportzentrum zu parken und den Abstand zu den anderen Personen zu wahren“, so Baumgartner.

Die Loipen in Höchenschwand sind gespurt.
Die Loipen in Höchenschwand sind gespurt. | Bild: Klaus Hansen, Touristinformation Höchenschwand

Die Loipen in Höchenschwand sind gespurt.
Die Loipen in Höchenschwand sind gespurt. | Bild: Klaus Hansen, Touristinformation Höchenschwand

Hotspots im Hochschwarzwald nicht überlaufen

Im Hochschwarzwald seien die Loipen sehr gut besucht, aber es gebe dadurch keine Verkehrsbehinderungen wie im Nordschwarzwald oder an anderen Orten, so Volker Haselbacher von der Geschäftsleitung der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Bei den Hotspots wie etwa der Thurnerspur zwischen Breitnau und St. Märgen oder der Notschreiloipe sei aktuell zwar viel Betrieb, aber es sei nicht überlaufen, so Haselbacher. „Von Sperrungen sind wir weit und breit entfernt“, sagt er. Auch von Verstößen zu Abstandsregeln sei ihm nichts bekannt. „Der Abstand ist ja auf der Loipe allein schon durch die Skier gesichert“, sagt Haselbacher. Es sei aber deutlich, dass das Langlaufen, Touren- und Schneeschuhlaufen in diesem Jahr extrem zugenommen habe. „Das ist auch kein Wunder, die Leute wollen raus und das alpine Skifahren geht aktuell nicht.“ Im Hochschwarzwald sei es von Beginn an klar gewesen, dass immerhin die Loipen öffnen dürfen. Haselbacher macht aber auch klar: Die Betreibe hätten mit den Loipen keine Einnahmen. Denn diese werden in der Regel von der Kurtaxe der Gäste finanziert. Und diese Gäste gibt es aktuell nicht. So sind die Loipen derzeit ein Gratis-Angebot für die Einheimischen.

Die Notschreiloipe gilt als Hotspot bei den Wintersportlern, doch auch sie sei aktuell nicht überlaufen.
Die Notschreiloipe gilt als Hotspot bei den Wintersportlern, doch auch sie sei aktuell nicht überlaufen. | Bild: Hochschwarzwald Tourismus

Volker Haselbacher betont wie auch schon Feldberg-Ranger Achim Laber, dass die Besucher der Loipen, Pisten und Wanderouten, keinesfalls abseits der Wege laufen und fahren sollen. Der Naturschutz und die eigene Sicherheit gehe vor.

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