Heinz J. Huber

Wohl selten erleben Straßenplaner so viel Einigkeit über eine Autobahntrasse wie die Planer der Hochrhein-Autobahn im Raum Bad Säckingen. Nachdem die sogenannte Vorzugstrasse für den Raum Wehr/Bad Säckingen/Murg schon bei den Gemeinderäten breite Zustimmung gefunden hat, gibt es nun auch von den Kreisräten Rückenwind: Für eine Planvariante 5b, die von den Planern selbst aus technischer und Umweltsicht favorisiert wird. Für Landrat Martin Kistler war dies am Ende ein Grund zur Hoffnung, dass der Bau der Schnellstraße noch in diesem Jahrzehnt beginnen kann.

Breite Zustimmung, doch es gibt Zweifel

Mit dem Ja ohne Gegenstimme für die Planvariante 5b, die zwischen Schwörstadt und Murg-Rothaus zwei Tunnel mit zusammen 3,9 Kilometern Länge und vier Talbrücken mit zwei Kilometern Länge vorsieht, endete aber die Einigkeit. Die Prognose über die Verkehrszunahme, die den Plänen zugrunde liegt, nahmen die Kreisräte dann mit acht Gegenstimmen zur Kenntnis. Die enorme Wachstumsprognose bringt die Planer zu dem Schluss, dass eine Schnellstraße mit drei Spuren im Wechsel nicht ausreicht, sondern eine vierstreifige Vollautobahn zu bauen sei – im Gremium ist dies umstritten.

Breites Lob von Schwarz bis Grün hörte der Projektleiter der Planungsbehörde Deges, Johannes Kuhn, für die gewählte Trasse. Nach der Meinung der Kreisräte sind die Interessen des Umweltschutzes von den Planern so gut berücksichtigt worden, dass die Pläne auch „gerichtsfest“ sein dürften – wichtig im Hinblick auf jahrelange Verzögerungen des Projektes durch Klagen.

Was sagen die Kreisräte?

Ein „gutes und schlüssiges Konzept“ sieht Kreisrat und Bürgermeister Alexander Guhl (SPD) aus Bad Säckingen, der Einigkeit für die Pläne beschwor. Kreisrat Paul Erhart (CDU) aus Wehr versicherte, man stehe „ohne Wenn und Aber hinter dieser Trasse“. Klaus Denzinger aus Wehr versicherte die Zustimmung der FDP zur Trasse, prophezeite aber noch Widerstände von Betroffenen und warnte vor Euphorie.

Ruth Cremer-Ricken (Grüne) aus Bad Säckingen sah angesichts der vorhergesagten Verkehrszunahme eine starke Lärm- und Luftbelastung auf Bad Säckingen zukommen. Mit den Prognose-Zahlen „schaffen wir die Klimaziele nicht“, stellte die Grünen-Sprecherin fest. Sie seien nicht nachvollziehbar. Die Linienführung der Trasse sei jedoch die bisher ansprechendste. SPD-Sprecherin Rita Schwarzelühr-Sutter, Staatssekretärin im Umweltministerium aus Lauchringen, wünscht sich einen raschen Fortschritt bei dem Projekt und will beim Verkehrsministerium in Berlin aufs Tempo drücken. Kreisrat Niklas Nüßle (Grüne) will, dass die Planer die Grundlagen ihrer Verkehrsprognose der Öffentlichkeit darlegen.

Zusätzlichen Verkehr für den Hochrhein durch die Verlagerung von Verkehr auf der deutschen Ost-West-Achse (B 31 Breisach-Lindau) sowie von Schweizer Straßen auf die künftige Autobahn 98 befürchtet Franz Brüstle (Freie Wähler). Es sei die Frage, ob man mit der schnelleren Straße „diesen Verkehr hierherholen will“.

Bei einer Enthaltung befürworteten die Kreisräte die beschriebene Variante 5b für den Abschnitt 6 der A 98 und forderten einstimmig eine zügige Planung. Das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung akzeptierten acht Kreisräte nicht.

Entwicklungen bei der Hochrheinautobahn A98