Der Hochrhein wird gerne als „Eine Region in zwei Ländern“ bezeichnet. Grund genug für einen Blick über die mittlerweile geschlossene Grenze. Wie ist die Corona-Lage in den Schweizer Kantonen entlang des Rheins? Welche Herausforderungen gibt es und wie gehen die Eidgenossen damit um? Eine Zusammenfassung der Situation mit Stand Freitag, 27. März, 7 Uhr.

Bild: Schönlein, Ute

Kanton Basel-Stadt

Die Situation: Mit mehr als 25 Covid-19-Infektionen je 10.000 Einwohner ist der Kanton Basel-Stadt besonders betroffen. Mehr als 70 Corona-Patienten, auch als anderen Kantonen, werden in baselstädtischen Spitälern versorgt. Der Großteil sei auf Normalstationen untergebracht, einige werden intensivmedizinisch behandelt. Die gute Nachricht: Über ein Drittel der insgesamt rund 500 Patienten sei wieder genesen.

Kanton Basel-Land

Die Situation: Fast 15 Covid-19-Infizierte unter 10.000 Einwohnern werden im Kanton Basel-Land verzeichnet.

Mittlerweile unterstützt die Armee den Kanton Basel-Landschaft eigenen Angaben zufolge mit insgesamt 100 Armeeangehörigen, um den Pflegedienst an den Standorten des Kantonsspitals Basel-Landschaft (KSBL) zur Versorgung der Patienten zu verstärken.

Allgemeine Situation in der Schweiz

Kanton Aargau

Die Situation: Mit etwas mehr als fünf Infektionen je 10.000 Einwohner ist der Kanton Aargau derzeit konfrontiert. 38 Patienten sind im Krankenhaus, zehn auf Intensivstationen. Neun der Covid-19-Patienten müssen künstlich beatmet werden.

Aus dem Kanton Tessin werden fünf Akutpatienten nun im Kanton Aargau behandelt. Die Lage in den Spitälern bezüglich Personal, Schutzmaterial und Medikamenten sei laut Kantonsangaben weiterhin angespannt, könne jedoch noch bewältigt werden. Das Pflegepersonal aus dem Ausland sei jedoch mit erhöhtem bürokratischen Aufwand bei der Einreise konfrontiert. Dadurch werden die grenznahen Spitäler beeinträchtigt.

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Der Kanton rechnet mit weiteren Covid-19 Patienten, die stationär behandelt werden müssen, was zu einer Verschärfung der Situation führe: „Es wird darum gehen, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens sowie der kritischen Infrastrukturen im Kanton Aargau zu erhalten“, heißt es im Lagebericht des Kantons.

Kanton Zürich

Die Situation: Aus dem Kanton Zürich werden rund zehn bestätigte Covid-19-Infektionen je 10.000 Einwohner gemeldet. Mehr als 150 Menschen sind in Krankenhausbehandlung. Alle Verstorbenen waren älter als 75 Jahre.

Um die erhöhte Nachfrage an Schutzmasken erfüllen zu können, wird die Gesundheitsdirektion nun eine Maschine anschaffen, die täglich automatisch bis zu 32.000 FFP2-Schutzmasken herstellen kann. In der zweiten Hälfte des Monats April soll die Maschine betriebsbereit sein, teilt der Kanton mit.

Kanton Schaffhausen

Die Situation: Vergleichsweise wenige Corona-Infektionen verzeichnet der Kanton Schaffhausen mit unter fünf Erkrankten je 10.000 Einwohner. Nicht bekannt ist, ob die Erkrankten sich im Krankenhaus oder daheim in Isolation befinden.

Die Schaffhauser Hausärzte haben am 25. März ein Covid-19-Abklärungszentrum eingerichtet. Abklärungen und medizinische Beurteilungen von Corona-Verdachtsfällen erfolgen damit an einem zentralen Ort und nicht mehr in den Praxen.

Der Kanton Schaffhausen verfügt eigenen Angaben zufolge über Schutzmaterial, welches für die Versorgung von Corona Patienten reserviert ist und bei Bedarf gezielt abgerufen werden kann. Der Kanton sei auf verschiedensten Kanälen daran Nachschub zu besorgen. Die Herstellung von Desinfektionsmitteln in Apotheken und Drogerien läuft auf Hochtouren.

Kanton Thurgau

Die Situation: Im Kanton Thurgau sind knapp vier Corona-Infizierte je 10.000 Einwohner gemeldet.

Freiwillige Helferinnen und Helfer aus der Bevölkerung können sich online auf einer kantonalen Plattform registrieren. „Insbesondere Personen mit Erfahrung im Gesundheitswesen sind dringend gesucht“, schreibt der Kanton dazu.

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