Der geplante Gesundheitscampus und damit die generelle Lage der Gesundheitsversorgung bewegt die Bevölkerung weiterhin. Dementsprechend groß war der Besucherandrang zur öffentlichen Präsentation über die aktuelle Entwicklung des Gesundheitscampus am Freitagabend im Kursaal. Mit ihrem Schritt in die breite Öffentlichkeit wollen Bürgermeister Alexander Guhl, sowie der Geschäftsführer der Gesundheitscampus GmbH, Peter Mast, Transparenz gegenüber den Bürgern beweisen. Denn ohne die Beteiligung der Bürger und ohne deren positiven Rückhalt wird es schwer werden für den Gesundheitscampus, der ein Vorreiter-Projekt werden soll.

Guhl: Inbetriebnahme 2022

Bislang, so Guhl, sei man „auf einem sehr guten Weg“. Durch den Abschluss des Erbbaurechtsvertrags ist die Gesundheitscampus GmbH endlich handlungsfähig. Das heißt: die Verantwortlichen können konkret mit der Planung beginnen, sodass im kommenden Jahr mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden kann. Die „wirklich große Herausforderung“ sei, laut Guhl, das nötige Personal zu bekommen. Mit der Inbetriebnahme des Campus rechnen Mast und Guhl bis 2022. In diesem Zusammenhang konnte beide eine weitere gute Nachricht verkünden: die Rehaklinik, welche Teil der Gesundheitscampus GmbH ist, wird zum Januar 2019 den Sprung aus der Insolvenz schaffen.

Rolf Metzger will wissen, ob der Campus den kommunalen Haushalt belasten wird.
Rolf Metzger will wissen, ob der Campus den kommunalen Haushalt belasten wird. | Bild: Maria Schlageter

 

Der Gesundheitscampus soll ein „intersektoreales Gesundheitszentrum“ werden. Es sollen also verschiedene medizinische und soziale Angebote gebündelt werden. Nach der voraussichtlichen Sanierung des Spitalgebäudes, sind weitere Bauten auf dem Gelände geplant. Im Spitalgebäude selbst sollen das Fachärztezentrum und die geriatrische Reha mit 40 Betten entstehen. Auf Nachfrage von Rolf Joist unterstrich Mast, dass es sich um eine reine Reha handeln wird und keine akute oder stationäre Versorgung. Dies wird weiterhin im Klinikum in Waldshut geschehen, mit welchem der Gesundheitscampus eng zusammenarbeiten will.

Campus ist kein Krankenhaus

Auch das Deutsche Rote Kreuz wird Teil des Gesundheitscampus sein. Somit können Patienten auch schnell zu einem Krankenhaus transportiert werden. In welches Krankenhaus ein Patient schließlich eingeliefert wird, entscheidet der Patient oder der behandelnde Arzt. Mast regierte diesbezüglich auf die Nachfrage von Paul Smith und Heinz Lampe, die eine Lücke in der medizinischen Notfallversorgung sehen, beziehungsweise befürchten, dass der Kreis die stationäre Versorgung nicht gewährleisten kann. Denn wie Mast unmissverständlich deutlich machte, wird und darf der Gesundheitscampus kein Krankenhaus sein.

Uta Straubli gratuliert den Verantwortlichen zu den Campusplänen.
Uta Straubli gratuliert den Verantwortlichen zu den Campusplänen. | Bild: Maria Schlageter

Auf die Frage von Heinz-Peter Karrer, ob Stephan Denk auf dem Brennet-Areal ein Ärztehaus errichten will, konnte Guhl keine Angaben machen, schloss jedoch eine Konkurrenz zum Campus vorerst aus. Sehr positiv über die Campuspläne äußerte sich dagegen Uta Straubli, die den Verantwortlichen ihre Gratulation aussprach.

Investor für 140 Wohnungen

Insgesamt belaufen sich die Kosten für den geplanten Gesundheitscampus auf rund 40 Millionen, wobei der Landkreis 12,7 Millionen zugesichert hat. Wie Mast informierte sei bereits der erste Förderantrag beim Land eingegangen. „Zwischen 0,6 und 1,5 Millionen Euro sind möglich“, so Mast. Indessen sei die Nachfrage von potentiellen Investoren hoch. So gebe es einen möglichen Investor, der 140 Wohnungen für betreutes Wohnen von Demenzkranken auf dem Campus errichten wolle. Konkretere Angaben konnte Mast nicht machen, betonte jedoch, dass der Investor zum sozialen und familienfreundlichen Konzept des Campus passen muss. Guhl betonte auf Nachfrage von Rolf Metzger, dass der Bad Säckinger Haushalt nichts mit der Campus-Finanzierung zu tun hat und es diesbezüglich „keine finanziellen Geisterfahrten geben wird“.