Seit zwei Monaten ist das Schwimmen im Badesee Eggingen wieder möglich. Wie fällt die Zwischenbilanz des Badesee-Vereins aus? Holger Kostenbader nimmt regelmäßig Schwimmabzeichen ab, damit die Jugendlichen ohne Eltern ins Bad dürfen. Jugendleiter Alexander Ebi spricht über die Hürden, welche der Verein bereits genommen hatte, um die Schwimmabzeichen abnehmen zu dürfen.

Wie liefen die ersten beiden Monate?

Die Haftungserklärung, der jeder Besucher automatisch mit dem Eintritt in das Badesee-Gelände Eggingen zustimmt, ist eine von zwei Alleinstellungsmerkmalen. Bis lang habe sich niemand darüber beschwert, erklären Alexander Ebi und Holger Kostenbader beim Gespräch mit dem SÜDKURIER.

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Was Alexander Ebi allerdings auffällt, ist die Unsicherheit der Besucher im Umgang mit dem zweiten Alleinstellungsmerkmal: „Es kommen immer wieder Badegäste auf uns vom Vorstand zu und erzählen uns, dass andere Müll liegen lassen.“ Jeder Besucher ist Mitglied, auch die Tagesgäste. Und jeder ist selber dafür zuständig, dass das Gelände sauber bleibt.

Einen freundlichen Hinweis könne also jeder geben, wenn er bemerkt, dass die Eis-Verpackung neben statt im Mülleimer landet. Die größeren Arbeiten werden dagegen ganz problemlos von den Jahresmitgliedern erledigt, wie das Mähen und „Grasen“ (Unkraut zupfen).

Wie sieht es mit den Schwimmabzeichen aus?

Jeder jugendliche Besucher kann ab zwölf Jahren mit dem einmaligen schriftlichen Einverständnis der Eltern und dem Schwimmabzeichen in Bronze alleine schwimmen gehen. Vermehrt werden deshalb seit der Öffnung des Badesees am 6. Mai Kurse angeboten und Abzeichen abgenommen.

Aushänge beim Kiosk weisen auf die Termine hin, Holger Kostenbader ist außerdem bereit, sich spontan Zeit für die jungen Schwimmer zu nehmen, wenn sie bei ihm nachfragen: „Sie sollen einfach direkt anfragen, dann machen wir es schnell“, erklärt er. Der Aufwand halte sich laut Kostenbade in Grenzen: „Ein Paketsprung, also eine Arschbombe, einmal tieftauchen und 15 Minuten schwimmen. Die Baderegeln soll man kennen, können im Prinzip auch vorgelesen werden.“

Der Bereich für die Schwimmerprüfung ist abgetrennt, so können die anderen Badegäste ungestört ihre eigenen Bahnen schwimmen.
Der Bereich für die Schwimmerprüfung ist abgetrennt, so können die anderen Badegäste ungestört ihre eigenen Bahnen schwimmen. | Bild: Yvonne Würth

Die drei 13- und 14-jährigen Jungen Lian Büche, Emil Schalk und Max Büche sind an diesem Tag gemeinsam zur Prüfung angetreten. Nach dem Sprung ins kalte Nass schwimmen sie erst auf dem Rücken und anschließend so lange zwischen den beiden Markierungen, bis die 15 Minuten vorbei sind. Währenddessen stoppt Holger Kostenbader die Zeit und schaut den jungen Schwimmern zu, er motiviert sie und schwimmt auch ein Stück mit, als er sieht, dass sie bereits sichere Schwimmer sind.

Nachdem er sich vergewissert hat, dass die drei Jungen sichere Schwimmer sind, springt auch Trainer Holger Kostenbader ins Wasser und ...
Nachdem er sich vergewissert hat, dass die drei Jungen sichere Schwimmer sind, springt auch Trainer Holger Kostenbader ins Wasser und begleitet sie während der Schwimmprüfung. | Bild: Yvonne Würth

Welche Hürden mussten genommen werden?

Der Vorstand hatte im Vorfeld einiges an Überzeugungsarbeit zu bewältigen, erzählen die beiden. Denn üblicherweise entsprechen Badeseen nicht der Norm, die für die Schwimmabzeichen festgehalten wurden, erklärt Alexander Ebi: „Im Badesee gibt es keine Chance auf das Schwimmabzeichen, wurde uns von Anfang an gesagt.“

Doch beim Bau des Badesees Eggingen im Jahr 2002 wurde auf eine Tiefe von mehr als zwei Metern im Schwimmerbereich geachtet. Der Nichtschwimmerbereich ist klar abgetrennt. Bei den DLRG-Ortsvereinen werde aktuell noch der Stau abgearbeitet, den die Pandemie mit sich gebracht hatte.

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Die Trainer-Lizenzen sind erloschen und müssen alle wieder erneuert werden. Für die Trainer wurde inzwischen ein interner Kurs abgehalten, ebenfalls im Badesee Eggingen. Denn für Veranstaltungen sind Rettungsschwimmer noch notwendig.

Wie sieht es im Kiosk aus?

Der Kioskbetrieb hält die Familie Tanja und Marco Romeo seit der Eröffnung auf Trab: „Wir sind dankbar, dass so viele kommen und uns so viele unterstützen und uns loben. Also wir sind mega zufrieden. Wir hatten viel zu tun“, freut sich Tanja Romeo. Jeden Sonntagmorgen gibt es frische Brötchen und Brote, außerdem bereitet sie während der Kiosk-Öffnungszeiten Essen zu. Dazu gehören unter anderem Pommes Frites, Burger, italienischen Panini, Currywurst oder Wurstsalat.

Der Kiosk ist auch die Anlaufstelle für den Eintritt der Tagesgäste und offen von 11 bis 18 Uhr an Wochentagen und am Samstag sowie von 8 bis 16 Uhr am Sonntag. Bei schlechtem Wetter von 11 bis 14 Uhr und bei besonders viel Sonne ist abends länger geöffnet.

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