Kein Tiengener Schwyzertag und keine Waldshuter Chilbi – wie alle Großveranstaltungen wurden sie Opfer des Coronavirus. Bereits gegen Ende April gaben die Stadtverwaltung und die hinter den Heimatfesten stehenden Vereine die Absage der beiden Feste bekannt. Den Anfang hätte Anfang Juli der Schwyzertag in Tiengen gemacht, der von der Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen ausgerichtet wird.

„Wir überlegen kurzfristig, was unter Einhaltung der dann geltenden Hygiene- und Abstandsregeln realisierbar ist.“ Christa Bader, Vorsitzende des Schwyzertagskomitees
„Wir überlegen kurzfristig, was unter Einhaltung der dann geltenden Hygiene- und Abstandsregeln realisierbar ist.“ Christa Bader, Vorsitzende des Schwyzertagskomitees | Bild: Archiv Ursula Freudig

Traurig und bedrückt beschreibt Christa Bader, Vorsitzende des Schwyzertagskomitees, die allgemeine Stimmung. Die umfangreichen Vorbereitungen für das dreitägige Schwyzertagsprogramm wären zum Zeitpunkt der Absage bereits weitgehend abgeschlossen gewesen und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert worden. Die Notwendigkeit der Absage aufgrund gesetzlicher Vorgaben und im Interesse der Gesundheit der Bürger und Gäste ist aber nach Aussage von Christa Bader, von der Zunft nie in Frage gestellt worden.

Nach der Absage mussten die eingeladenen Gruppen benachrichtigt werden und vieles storniert werden, wie der große Schirm, der üblicherweise beim Schwyzertag den Marktplatz überspannt. Kosten sind laut Christa Bader keine angefallen. Ob und wie vielleicht einzelne Teile des Schwyzertags, beispielsweise das Gelöbnis als sein historischer Kern oder die Totenehrung, doch noch stattfinden können, ist offen. „Wir überlegen kurzfristig, was unter Einhaltung der dann geltenden Hygiene- und Abstandsregeln realisierbar ist“, so die Vorsitzende.

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Die Absage des Schwyzertags hat auch finanzielle Auswirkungen. Der Zunft und anderen Vereinen entgehen laut Christa Bader Möglichkeiten, Geld für das Vereinsleben zu generieren. Ein besonders betroffener Verein ist die Stadtmusik Tiengen. Ihr Wunschkonzert im Rahmen des Schwyzertags ist jährliche Haupteinnahmequelle des Vereins. Durch ein besonderes Sponsoring-Konzept kann die Stadtmusik nach Aussage des Vorsitzenden Pascal Schröder den Ausfall zumindest teilweise kompensieren.

Als noch niemand von Abstand halten redete: Blick auf den Tiengener Kirchplatz beim Heimatabend des Schwyzertags 2019.
Als noch niemand von Abstand halten redete: Blick auf den Tiengener Kirchplatz beim Heimatabend des Schwyzertags 2019. | Bild: Archiv Ursula Freudig

„Auch die Stadt unterstützt uns regelmäßig mit Zuschüssen, wir hoffen, dass dies trotz der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Rezession so bleibt“, sagte er weiter. Die Tiengener Zunft hat für die Ausrichtung des Schwyzertags jährlich rund 30000 Euro Zuschuss von der Stadt erhalten. Dieser Zuschuss fällt jetzt weg.

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Oberbürgermeister Philipp Frank sagte auf Anfrage, dass die Stadt derzeit im Zuge von Corona von Mindereinnahmen in Millionenhöhe ausgehe und eine anderweitige Verwendung der eingesparten Gelder aktuell nicht im Raum stehe, ungeachtet dessen, würde eine Entscheidung darüber dem Gemeinderat obliegen.

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