Vor fast 20 Jahren sind die Waldshuter Filmnächte, die erstmals 1991 Kinospaß in die Fußgängerzone brachten, wegen nachhaltigem Wetterpech schon einmal abgesagt worden. Jetzt bedroht die Natur erneut das in der ganzen Region bekannte Festival. Aufgrund der Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus steht die für 27. Juli bis 1. August geplante Reihe auf der Kippe.

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Veranstalter des Kinos unter freiem Himmel ist der Werbe- und Förderungskreis (W+F) Waldshut. Sprecher Jochen Seipp über die Bedeutung des Anlasses: „Die Waldshuter Filmnächte bieten seit Jahrzehnten ein außergewöhnliches Erlebnis. Kinogenuss im Ambiente der historischen Innenstadt.“ Doch wegen der staatlichen Pandemie-Auflagen ist derzeit nicht abzusehen, ob und in welcher Form diesen Sommer eine erneute Auflage möglich wäre.

Vor dem Unteren Tor in der Waldshuter Kaiserstraße bieten seit fast 30 Jahren die Waldshuter Filmnächte Kinospaß unter freiem Himmel.
Vor dem Unteren Tor in der Waldshuter Kaiserstraße bieten seit fast 30 Jahren die Waldshuter Filmnächte Kinospaß unter freiem Himmel. | Bild: Gerard, Roland

Gegenwärtig sind grundsätzlich überhaupt keine öffentlichen Veranstaltungen zulässig. Nach Auskunft von Jürgen Wiener, Leiter der Ortspolizeibehörde im Rathaus Waldshut-Tien­gen, ergibt sich das aus der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Darin enthalten ist das zum 11. Mai gelockerte, aber nach wie vor bestehende Kontaktverbot. Es besagt: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist bis zum 5. Juni 2020 nur alleine oder im Kreis der Angehörigen des eigenen sowie eines weiteren Haushalts gestattet.“ Ausnahmen, wie etwa neuerdings bei Gottesdiensten, sind genau festgelegt.

Wissenswertes zu den Filmnächten

Aber auch wenn das Kontaktverbot weiter gelockert wird, bedeutet das noch nicht automatisch grünes Licht für öffentliche Unterhaltungs-Anlässe. Denn bis mindestens 31. August sind ebenfalls wegen der Corona-Krise Großveranstaltungen untersagt. Nach derzeitiger Definition sind das Zusammenkünfte ab 1000 Menschen, so Jürgen Wiener. Doch unabhängig davon sei jeweils der Einzelfall zu betrachten. Wenn sich etwa mehrere Hundert Menschen auf engem Raum versammelten, sei das auch schon problematisch. Nicht ohne Grund sind die Heimatfeste Schwyzertag und Chilbi für dieses Jahr abgesagt worden.

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Zumindest in der bisherigen Form sind die Filmnächte, bei denen in den vergangenen Jahren Klappstühle für bis zu 500 Besucher aufgestellt wurden, demzufolge in diesem Jahr nicht denkbar. Allerdings prüft das Veranstaltungsteam des W+F derzeit, unter welchen Umständen das Freiluftkino doch noch realisiert werden könnte. Vorsitzender Christian Straub erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir werden in den nächsten zwei Wochen entscheiden, ob die Waldshuter Filmnächte in diesem Jahr durchgeführt werden können.“

Geplant vom 27. Juli bis 1. August

Nach der bisherigen Planung, festgelegt vor der Corona-Krise, sollen die Filme vom 27. Juli bis 1. August gezeigt werden. Erstmals wurde das Freiluftkino im Jahr 1991 veranstaltet. Naturgemäß spielte das Wetter von Beginn an eine entscheidende Rolle bei Erfolg oder Misserfolg. 1999 und 2000 setzten unablässige Regenfälle der Reihe dermaßen zu, dass die Veranstalter im Jahr darauf erst einmal eine Pause einlegten. Doch ab 2002 hieß es wieder jeden Sommer „Film ab“ in der Fußgängerzone. Falls es dieses Jahr doch noch klappt, wären es dann die 28. Waldshuter Filmnächte.

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