Fehler bei der Ausschreibung von Planungsleistungen, drastische Kostensteigerungen im Lauf der Realisierung: Es gibt wohl wenige Projekte in der jüngeren Vergangenheit der Stadt Waldshut-Tiengen, die mit derart vielen Schwierigkeiten einhergegangen sind wie der Bau der ambitionierten Kombination aus Feuerwehrgerätehaus und Kindertagesstätte in Waldshut. Und die Pechsträhne hält offenbar bis zum Schluss an. Denn nun steht die Zeitplanung erneut auf der Kippe.

Suche nach neuem Gipser läuft auf Hochtouren

Ursache für die aktuellen Probleme sei die Insolvenz des mit den Gipserarbeiten beauftragten Unternehmens, wie Bauleiter Achim Schreiner erklärt. „Die Nachricht von der Insolvenz des Gipsers hat uns wirklich zum ungünstigsten Zeitpunkt ereilt“, sagt Schreiner.

Unmittelbar vor den Handwerkerferien und zu einem Zeitpunkt, zu dem die Auftragsbücher fürs zweite Halbjahr eigentlich schon gefüllt seien, musste nun der erteilte Auftrag wieder entzogen und mit der Suche nach einer Alternative begonnen werden.

Hoffnung auf Entscheidung in den nächsten Tagen

Diese Suche sei noch nicht abgeschlossen. Aber offenbar gibt es Licht am Ende des Tunnels: „Wir hoffen, in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen zu können“, so Schreiner weiter. Dann soll es möglichst bald weitergehen. Wie schnell ein neuer Auftragnehmer starten könnte, das sei allerdings schwer einzuschätzen, räumt Schreiner ein.

Allerdings sei es von großer Bedeutung, dass dieses Gewerk möglichst bald zum Abschluss komme, denn erst nach Fertigstellung des Verputzes kann das Gerüst abgebaut werden. Erst nach Abbau des Gerüsts kann die Außenanlage mit den Parkplätzen, Zufahrten und Zugängen zum Gebäude in Angriff genommen werden.

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Kommt es zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme?

Ursprünglich war die Fertigstellung ja bereits für Frühjahr 2022 vorgesehen gewesen, verschiedene Faktoren haben aber für Verzögerungen gesorgt. Nun war die Inbetriebnahme der Kita zum Start des neuen Kindergartenjahres vorgesehen, der Umzug der Feuerwehr sollte im September geplant. Inwieweit es zu Verzögerungen kommt und wie drastisch diese ausfallen könnten, lasse sich laut dem Bauleiter aber noch nicht absehen.

Denn zumindest im Gebäudeinnern laufen die Arbeiten nach seinen Schilderungen planmäßig. Gerade werde im Kindergarten der Parkettboden verlegt. Danach werden Türen installiert. Im Feuerwehrhaus werden derweil die Böden beschichtet und die Sanitäranlagen eingebaut: „Es geht gerade alles sehr passgenau ineinander über.“

Wie steht es eigentlich mit Mehrkosten und Lieferengpässen?

Das gelte im Übrigen auch mit Blick auf die Materiallieferungen: „Hier hat sich die Lage ein Stück weit entspannt“, sagt Bauleiter Schreiner. Das sei gerade beim Parkett deutlich geworden.

Auch auf der Kostenseite erwarte er keine drastischen Mehrausgaben mehr, nachdem sich die Kosten bis März im Vergleich zur ursprünglichen Planung um mehr als zwei Millionen Euro gesteigert hatten. Allerdings sei natürlich noch nicht final absehbar, was durch Neuvergabe der Gipserarbeiten und verlängerte Standzeiten beim Gerüst noch hinzu komme.

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