Herr Bächle, Sie arbeiten seit 2014 als Schulnetzberater im Kreismedienzentrum Waldshut und haben im August 2019 den Posten als Leiter des Kreismedienzentrums vom Vorgänger Rudolf Schöps übernommen. Was haben Sie beibehalten, welche Änderungen haben Sie bereits vorgenommen?

Herr Schöps richtete das Angebot des Kreismedienzentrums stets zeitgemäß und am aktuellen Bedarf der Schullandschaft aus. Dank seines integrativen Führungsstils war ich als Schulnetzberater oft in Veränderungsprozesse involviert, weshalb eine grundlegende Neuorientierung nicht notwendig war. Die Stärkung des Fachbereichs Informatik durch das Wahlfach Informatik in der Sekundarstufe I und das Fach IMP (Informatik-Mathematik- Physik) in der Sekundarstufe II erfordern jedoch natürlich die Anpassung des Angebots sowohl im Bereich der Medien als auch in der Beratung. Workshop-Module zum Themenbereich „Coding & Programming“ befinden sich im Aufbau, ergänzend visieren wir gegen Ende dieses Jahres die Erweiterung unseres Angebots zur Thematik 3D-Druck an.

Eine massive Veränderung für mich als Leiter ergab sich mit der Umsetzung des Digitalpakts. Waren bisher ausschließlich der Schulnetzberater und der Medienpädagogische Berater für die Beratung aller Schularten des Landkreises in sämtlichen Fragen zur Medienentwicklungsplanung zuständig, so übernehmen in diesen Tagen die Leiterinnen und Leiter der Medienzentren zu deren Entlastung ebenfalls Aufgaben in diesem Bereich.

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Wie kann sich der Laie das Medien-, Beratungs- und Ausbildungsangebot des Kreismedienzentrums Waldshut für die Lehrkräfte vorstellen?

Das Kreismedienzentrum Waldshut stellt für die knapp 80 Schulen aller Schularten des Landkreises über die beiden Medienrechercheportale Sesam und Edupool aktuelles, didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial (Filme, Arbeitsblätter, Audiobeiträge, Content mehrerer Mediatheken) kostenlos zur Verfügung. Streaming direkt ins Klassenzimmer und Download sind bei den meisten Medien möglich.

Anlässlich der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie wurde Edupool in seiner Funktionalität erweitert, um ab sofort mit Schülern und Lehrern rechtssicher und niederschwellig Video-Meetings durchführen zu können (Homeschooling). Zusätzliche Zugangsdaten werden hierfür nicht benötigt. Ein breites Angebot an Geräten für die Produktion und Präsentation von Medien ergänzt diesen Bereich (Beamer, Leinwände, Mikrofone, Kameras, Lautsprecheranlagen, Mischpulte, GPS-Geräte).

Fundierte Beratung im Medienverleih bieten Frau Gabriele Eckert und Herr Uwe Lampka. Rege genutzt wird unser zentral administrierter Bestand an iPads, welche von unserem Mitarbeiter Andreas Schreyer nach individueller Beratung für unterschiedliche Einsatzszenarien konfiguriert werden. Aus seiner Hand entsteht momentan auch eine neue Internetpräsenz, die unser Angebot stets aktuell abbildet.

Auch die Beratung nimmt einen wichtigen Teil der Arbeit ein, richtig?

Für die Beratung in medienpädagogischen und technischen Fragen stehen den Schulen Michael Weeber (Medienpädagogischer Berater, Rektor der Grundschule Berau) und Stefan Ruh (Schulnetzberater, Lehrer an der Robert-Schumann-Realschule Waldshut) zur Verfügung. Ihr Beratungsschwerpunkt liegt zurzeit auf der Begleitung der Schulen bei der Erstellung von Medienentwicklungsplänen (Voraussetzung für Fördergelder im Rahmen des Digitalpakts) und der Entwicklung von passgenauen Klassenzimmerausstattungen.

Zentrale Anlaufstelle in diesem Zusammenhang ist die Grundschule Berau (Referenzgrundschule für Medienbildung des Landkreises Waldshut), wo seit einigen Jahren sehr erfolgreich an der Umsetzung der Leitperspektive Medienbildung gearbeitet wird. In enger Kooperation mit dem Schulamt Lörrach konnte in den Kreismedienzentren Lörrach und Waldshut die Stelle eines SPMB (Sonderpädagogischer Medienberater) eingerichtet werden.

Johannes Stegmaier (Lehrer an der Wutachschule in Tiengen) berät in dieser Funktion die Sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen unseres Landkreises unter anderem zum Thema „Digitale Endgeräte als Unterstützung zur Kommunikation und Teilhabe“. Das ist ein Beratungsangebot, das nur die Landkreise Waldshut und Lörrach in Baden-Württemberg bieten.

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Was gehört außerdem noch zum Angebot des Kreismedienzentrums?

Unser Ausbildungsangebot reicht von individuell auf die Bedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen abgestimmten Workshops (zum Beispiel Bild-/Audiobearbeitung ) über Einführungen in die Medienrecherche mit den Plattformen Sesam und Edupool bis zur Einweisung in die Funktionsweise einer pädagogischen Netzwerklösung.

Fest im Angebot befinden sich die standardisierte Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Medienmentoren (SMEP), ein Trickfilm-Workshop und eine Veranstaltung zum Thema „Filmbildung“, – ergänzend zur jährlich stattfindenden Schulkinowoche.

Während der Corona-Pandemie ist in den Schulen im Landkreis durch den Heimunterricht die Online-Nutzung gestiegen. Wie nehmen Sie als Kreismedienzentrum diese Veränderung wahr?

Wenn kein Präsenzunterricht stattfindet, alle Kitas/Kindergärten geschlossen und auch alle Vereinsaktivitäten ausgesetzt sind, entfallen der Postversand von Medien und der Geräteverleih nahezu vollständig. Ein Teil dieser freien Kapazität wird im Rahmen der Corona-Hotline des Gesundheitsamtes eingesetzt, das heißt Mitarbeiter/Kollegen helfen dort aus. In dieser Notsituation war und ist natürlich der Beratungsbedarf zu den Themenbereichen „Online-Lernplattformen“, „Erstellung von Erklär-Videos“ und „Video-Konferenz-Tools“ entsprechend größer.

Hierbei wird die unzureichende digitale Infrastruktur in manchen Schulen ganz besonders deutlich. Hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang aber die außerordentlich hohe Motivation vieler Kolleginnen und Kollegen, ihrer Unterrichtsverpflichtung unter diesen besonderen Bedingungen nachzukommen, was sich in vielen – teils kreativen – digitalen Lösungen zeigt, die durchaus alltagstauglich und nachahmenswert sind. Beratungen finden i. d. R. telefonisch oder in Form von Video-Konferenzen statt.

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