Der Grenzverkehr von Schweizer Landwirten über die grüne Grenze im Schinderwald nach Stühlingen werde trotz des Verbotes während der Corona-Pandemie fortgeführt. Dies schüre weiteren Unmut bei den deutschen Landwirten, wie der Vorsitzende des Stadtverbands Stühlingen des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Wilfried Kaiser, feststellt.

Der Grenzübergang zwischen Stühlingen und Schleitheim ist zu, einige Schweizer Landwirte nutzen laut Stühlinger Bauern unerlaubt die grüne Grenze, um ihre Felder auf Stühlinger Gemarkung zu bestellen.
Der Grenzübergang zwischen Stühlingen und Schleitheim ist zu, einige Schweizer Landwirte nutzen laut Stühlinger Bauern unerlaubt die grüne Grenze, um ihre Felder auf Stühlinger Gemarkung zu bestellen. | Bild: Yvonne Würth
  • Die Regelungen während der Corona-Pandemie: Im Telefonat mit Bürgermeister Joachim Burger verweist dieser auf die aktuellen Regelungen. Während der Corona-Pandemie gelten die von der Bundespolizei im Internet (www.bundespolizei.de/aktuelles/faq) festgehaltenen Bestimmungen. Zur Lebensmittelherstellung ist die Einreise nach Deutschland mit entsprechenden Nachweisen zwar gestattet. Allerdings darf die Grenze dazu nur an den zugelassenen Grenzübergängen überschritten werden. Die nächsten von Stühlingen aus gesehen sind Erzingen/Trasadingen, Lottstetten/Rafz-Solgen oder Jestetten/Neuhausen.
  • Schlupflöcher: Wilfried Kaiser stellte für diese Zeitung den Kontakt zu einem der Landwirte her, denen mehrmals täglich ihre Schweizer Kollegen in Stühlingen begegneten. Dieser möchte nicht namentlich genannt werden, der Name ist der Redaktion aber bekannt. Er sagt: „Im Schinderwald gibt es mehrere Übergänge. Trotz Barke und Verbotsschild fährt jeder hier rüber, der nächste Grenzübergang ist Erzingen. Das ist ein Umweg von mindestens einer Dreiviertelstunde. Sie fahren dazu sogar durch den Acker.“ Der rege illegale Grenzverkehr stoße auch bei den Grenzgängern auf Unverständnis, deren Arbeitsplatz in Schleitheim zwar durch die Nähe zu sehen ist, die dennoch täglich brav den Umweg über Erzingen auf sich nähmen.
Der Grenzpfad in Stühlingen, an dem es unzählige Möglichkeiten für einen Abstecher in die Schweiz gibt, gehört zu den beliebten Wanderstrecken, gerade auch zu Zeiten der Corona-Pandemie. Der Grenzübergang ist derzeit nicht gestattet. Dennoch nutzen laut Beobachtungen von Stühlingern viele Schweizer Landwirte diese Möglichkeit rege, um ihr Ackerland in Deutschland zu bewirtschaften.
Der Grenzpfad in Stühlingen, an dem es unzählige Möglichkeiten für einen Abstecher in die Schweiz gibt, gehört zu den beliebten Wanderstrecken, gerade auch zu Zeiten der Corona-Pandemie. Der Grenzübergang ist derzeit nicht gestattet. Dennoch nutzen laut Beobachtungen von Stühlingern viele Schweizer Landwirte diese Möglichkeit rege, um ihr Ackerland in Deutschland zu bewirtschaften. | Bild: Yvonne Würth

Die Barken und Sperren entlang der grünen Grenze auf Stühlinger Gemarkung haben Bauhof und Förster Michael Eisele vor zwei Wochen aufgestellt. Um Unfälle zu vermeiden, lehnte Bürgermeister Joachim Burger die von den Landwirten vorgeschlagenen Baumstämme auf dem Boden ab, denn der Schinderwald wird auch von Radfahrern gerne genutzt.

  • Anzeige erstatten: Bürgermeister Joachim Burger rät den erbosten Landwirten, stattdessen Stellung zu beziehen: „Die Bundespolizei kann nur nach dem Zufallsprinzip handeln, denn der Bereich der grünen Grenze erstreckt sich über zu viele Kilometer. Es gibt Stichproben und Überfliegen mit dem Hubschrauber. Wo kein Ankläger, da kein Richter. Wenn ein Bürger das feststellt, soll er Anzeige erstatten.“

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