Die Herrischrieder Autorin Sandhya Hasswani hat ein umfangreiches Buch geschrieben, in dem sie den „Sagenhaften Hotzenwald“ durchwandert. Am 7. März wird sie ihr Buch im Gasthaus Engel in Rickenbach vorstellen, bevor sie damit auf Lesereise durch die einzelnen Orte geht, die in dem Buch vorkommen. Die Premiere wird auch das Heidewiibli alias Margrit Eckert-Schneider wieder mitgestalten, zum Besuch dieses Anlasses ist eine Voranmeldung erforderlich.

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Woher kommen die düsteren Erzählungen?

Hasswani, die sich schon seit längerer Zeit für die Geschichten und die Geschichte der Region interessiert, fand die Vorherrschaft von düsteren Themen, von Darstellungen der Armut, Not und von Konflikten wie den Salpetererunruhen auffällig. Im Gegensatz dazu empfand sie die Wanderungen zur Gugel, zur Burgruine Wieladingen, zum Solfelsen oder zum Öfelestein, an denen sie im Laufe der Zeit teilnahm, immer eher hell und freundlich.

Legenden mit historischem Kern

Um zu verstehen, warum ihr heutiger Eindruck vom Hotzenwald so ganz anders ist als der, der aus den alten Geschichten aufscheint, unternahm sie den Versuch, diese Geschichten in ihren historischen Kontext einzuordnen. Dabei traf sie immer wieder vor allem auf starke Persönlichkeiten, aber auch die Historie stellte sich ihr durchaus nicht nur als Schwarz-Weiß-Kontrast dar.

Im Gegenteil ließ der breite Horizont der Besiedlungsgeschichte des Hotzenwaldes die Frömmigkeit, den Freiheitswillen und die Stärke seiner Bewohner deutlich hervortreten, beleuchtete aber auch Humor und Schalkhaftigkeit so mancher historischen Figur wie etwa des Heidewiiblis oder des Moosteufels.

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Wanderung vom 13. Jahrhundert ins Jahr 1962

Sandhya Hasswanis Buch hat hauptsächlich das Gebiet des heutigen Hotzenwaldes als Basis, beleuchtet aber auch die vier Waldstädte Waldshut, Laufenburg, Bad Säckingen und Rheinfelden, bezieht die Karstlandschaft der Hasler Erdmännle ebenso ein wie das Albtal, Todtmoos oder St. Blasien, und zwar in Form von zwei Wanderungen, die ihre Protagonisten durch das ganze Gebiet hindurch unternehmen.

Dabei wandert Hasswani zugleich durch die Zeiten, vom 13. Jahrhundert Rudolfs von Habsburg bis zum 1963 verstorbenen Hotzenbischof von Herrischried. Ihr Buch ist keine reine Sagensammlung, und sie gibt den einzelnen Erzählungen durchaus eine eigene Note, wenn sie beispielsweise den Sprachwitz ihrer Protagonisten in direkter Rede auf Alemannisch zur Geltung bringt.

Einblick in Kulturgeschichte auf 320 Seiten

„Es war mir wichtig, zwischen Faktischem und Fiktion klar zu trennen“, erläutert sie ihre kleine Kulturgeschichte aus 800 Jahren, die das Buch darstellt und ihm den „roten Faden“ verleiht. Auf ihrem Weg zu dem 320-seitigen Resultat hat sie umfangreiche Recherchen durchgeführt, bei diversen Heimatforschern angeklopft.

Zu jeder Erzählung finden sich detaillierte Infokästen, sei es über Geologie, Handwerke, Trachten, Historisches oder spezielle Begriffe, sodass man zusammen mit dem Stichwortverzeichnis das Buch sogar als eine Art Lexikon verwenden könnte.

Kunstvolle Illustrationen der Autorin selbst

Hinzu kommen mehr als 80 Farbillustrationen, von ihr selbst angefertigte, stimmungsvolle Aquarelle. Mut habe es gebraucht, nach den Illustrationen des Kalenders für 2018, den sie zusammen mit Markus Olivieri und Kristine Gelderbloom herausgebracht hatte, und aus dem sie einzelne Geschichten in ihr Buch übernahm, ihre eigene Art der bildlichen Darstellung zu finden.

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Werk als „absolutes Herzensprojekt“

Dass der Verlag diese als gelungen ansieht, beweist nicht nur die kürzungsfreie Übernahme ihres Gesamtkonzeptes, sondern auch die aller Illustrationen. „Dieses Buch ist ein absolutes Herzensprojekt von mir“, gesteht Sandhya Hasswani, und ergänzt, sie hoffe, damit die Neugier auf Heimat zu wecken, nicht zuletzt auch der wunderbaren Heimatmuseen der Region wegen, die aller Aufmerksamkeit Wert seien.

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