Zum Vorsitzenden des jüngsten Laufenburger Vereins wählten die Gründungsmitglieder den 47-jährigen Michael Rieple, der seit sieben Jahren die Nachwuchsarbeit des FC Binzgen leitet. Ihm zur Seite stehen Heiner Berger, Jugendleiter des SV 08 Laufenburg, als Vizevorsitzender, Axel Goering vom SV Hänner als Finanzvorstand und Ilka Strittmatter vom FC Binzgen als Schriftführerin. In der verabschiedeten Satzung ist zudem jedem Stammverein ein Sitz und eine Stimme im Vorstand gesichert. Bedarfsorientiert werden diverse Funktionsbeisitzer – für Spielbetrieb und Platzkoordination – in den erweiterten Vorstand berufen.

Startschuss: Bürgermeister Ullrich Krieger (rechts) überreichte dem künftigen Vorsitzenden der neu gegründeten JFV Region Laufenburg, Michael Rieple, einen Spielball für den Fußballnachwuchs.
Startschuss: Bürgermeister Ullrich Krieger (rechts) überreichte dem künftigen Vorsitzenden der neu gegründeten JFV Region Laufenburg, Michael Rieple, einen Spielball für den Fußballnachwuchs. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Als Versammlungsleiter fungierte Bürgermeister Ullrich Krieger, der kommunalpolitischen Beistand im Murger Gemeinderat Georg Kirschbaum aus Hänner hatte. Kirschbaum vertrat sowohl den Murger Bürgermeister Adrian Schmidle als auch den Hännemer Ortsvorsteher Dieter Muck. Krieger hatte indessen ein leichtes Amt als Geburtshelfer des neuen Vereins. Akribisch und erfolgreich hatten Michael Rieple und seine Mitstreiter eine enorme Vorarbeit in den Reihen der fünf Vereine aber auch bei den Eltern geleistet.

Bürgermeister lobt Weitsicht

Krieger und Kirschbaum lobten die Weitsicht der Initiatoren: "Sie reagieren aus einer Position der Stärke heraus", so Krieger, der sich vor allem freute, dass der neue Verein gemeindeübergreifend agieren werde: "Mit diesem Schritt sind Sie vielen Vereinen und Gemeinden einen großen Schritt voraus." Georg Kirschbaum weiß aus eigener Erfahrung, dass es "für Vereine künftig immer schwerer wird, handlungsfähig zu bleiben."

280 Kinder und Jugendliche

Basis des JFV Region Laufenburg bilden die Jugendabteilung des SV 08 Laufenburg mit rund 140 Nachwuchsfußballern und die bereits seit vielen Jahren funktionierende und harmonierende Spielgemeinschaft aus den Laufenburger Ortsteilen. Gemeinsam mit dem benachbarten SV Hänner betreuen der FC Binzgen, der SV Luttingen und der FC Rotzel in dieser Form seit fast einem Jahrzehnt ebenfalls rund 140 Kinder und Jugendliche.

Michael Rieple, Vorsitzender der JFV Region Laufenburg, mit der Gründungserklärung, die Vorsitzende und Jugendleiter der fünf Stammvereine unterzeichnet haben.
Michael Rieple, Vorsitzender der JFV Region Laufenburg, mit der Gründungserklärung, die Vorsitzende und Jugendleiter der fünf Stammvereine unterzeichnet haben. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Die Idee "JFV Region Laufenburg" sei im vergangenen Sommer bei der traditionellen Jugendleiter-Runde entstanden: "Die SG und der SV 08 stimmen sich seit einigen Jahren freundschaftlich und fruchtbar ab, wenn es um die Zukunft der Jugendmannschaften geht", betont Michael Rieple, dass die künftige Kooperation der fünf Jugendabteilungen kein Versuchsballon ist.

Ab 2022 zu wenig Spieler

Da sich in dieser Runde herausstellte, dass beide Gruppen über kurz oder lang die gleichen Probleme bei der Aufstellung der Mannschaften haben werden, war klar, dass weitsichtig gehandelt werden muss: "Beide Seiten haben in einer Analyse gesehen, dass wir spätestens 2022 große Mühe haben werden, alle Mannschaften personell zu besetzen", verweist Rieple auf sinkenden Spielerzahlen in allen Altersklassen. Vor allem gewachsene schulische Verpflichtungen und ein verändertes Freizeitverhalten der Heranwachsenden erkennen die Funktionäre als größte Ursache für den Rückgang der Zahlen.

Leistungsstarke Mannschaften als Ziel

Dem will die JFV Region Laufenburg mit einer konzertierten Aktion entgegen treten. Nach dem Motto "Fördern und fordern" soll den Kindern und Jugendlichen gemeinsam mit den Eltern eine sportliche Heimat angeboten werden, in der für jeden etwas dabei ist: "Es geht uns nicht vordergründig darum, leistungsstarke Mannschaften zu formen", so Rieple: "Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen – unabhängig vom Talent – ein attraktives Angebot machen." Aus diesem Grund werden auch die jüngsten Alterklassen für Kinder zwischen vier und acht Jahren, die ohne regulären Spielbetrieb aber bei Spieltagen am Ball sind, ins Konzept aufgenommen

Zwei Teams pro Altersklasse

Der Plan ist, jede Altersklasse zwischen den A-Junioren (16 bis 18 Jahre) und den E-Junioren (acht bis zehn Jahre) mit mindestens zwei Mannschaften zu besetzen. Die sportliche Qualität ist in den drei höchsten Nachwuchsklassen durch den SV 08 Laufenburg gegeben, der in diesen Alterskategorien in der überregionalen Landesliga spielt. "Bislang mussten wir Talente an andere Vereine abgeben. Jetzt können wir sie im eigenen Verein ausbilden", verweist Rieple mit Stolz auf einen sach- und fachkundigen Trainerstab, der für die JFV Region Laufenburg im Einsatz sein wird.

Sieben Plätze an fünf Standorten

Aufbrechen wird der neue Verein allerdings auch gewohnte Strukturen: "Wir haben künftig sieben Sportplätze an fünf Standorten zur Verfügung. Diese gilt es sinnvoll für alle Mannschaften zu nutzen", will Rieple keine Konzentration aufs Waldstadion: "Das ist nicht Sinn und Zweck der Sache."

Spiele gehören weiter Stammverein an

Bis allerdings das erste Fußballspiel der neuen JFV Region Laufenburg im September angepfiffen wird, sind noch einige Dinge zu erledigen: "Alle Spieler und Trainer werden einheitlich ausgerüstet, um die Zusammengehörigkeit zu fördern", verspricht Rieple, betont aber, dass keiner der fünf Stammvereine in Vergessenheit gerät: "Die Jugendspieler bleiben ihrem Stammverein erhalten und sind nur dort beitragspflichtig." Der Stammverein wird im Spielerausweis ebenso erwähnt, wie der JFV: "So gesehen bekommen die Fußballer einen Doppelpass", schmunzelt Rieple.

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Neben den Zuschüssen der Stammvereine fließt in die Kasse des JFV Region Laufenburg der Beitrag der fördernden Mitglieder sowie Erträge aus gemeinsamen Veranstaltungen: "Natürlich werden wir uns – vor allem bei Turnieren – gegenseitig unterstützen, was den familiären Charakter unseres neuen Vereins unterstreichen soll", schwebt Rieple vor, ein internes Derby-Turnier mit Mannschaften der fünf Vereine zu organisieren.