Nach knapp viereinhalb Jahren Bauzeit wird die Ortsumfahrung Oberlauchringen am 24. November für den Verkehr freigegeben. Dieses Datum verkündete Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, beim sogenannten Lindenplatz-Hock in Oberlauchringen, zu dem der CDU-Bundestagsabgeordnete und Kandidat für die bevorstehende Bundestagswahl, Felix Schreiner, am Donnerstagabend eingeladen hatte.

Steffen Bilger, der selbst erneut für die CDU in seinem Wahlkreis Ludwigsburg für den Bundestag kandidiert, äußerte sich hoffnungsvoll, dass die Verkehrsfreigabe der 2,1 Kilometer langen Strecke mit einem Bürgerfest gefeiert werden kann, sofern die Corona-Lage dies zulasse. Felix Schreiner bezeichnete die Umfahrung, die die Ortsdurchfahrt von Oberlauchringen vom Verkehr entlasten soll, als „Jahrhundertprojekt“.

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Spatenstich für das 23-Millionen-Euro-Projekt war Ende Juli 2017. Bereits seit 2010 steht eine Brücke als Verlängerung der A 98 an der Kreuzung zur B 314 bei Horheim fertig in der Landschaft. Ursprünglich sollte an dieser Stelle die Hochrhein-Autobahn weitergeführt werden. Nun wird die Trasse, die nördlich von Bechtersbohl auf die Straße nach Erzingen einmündet, nach ihrer Fertigstellung zur Bundesstraße 34. Die Ortsdurchfahrt Oberlauchringen wird zur Landesstraße 163 herabgestuft.

Die Ortsumfahrung steht bereits seit 1992 – zunächst als Teilstück der A 98 – im Bundesverkehrswegeplan. 2003 wurde das Projekt aus dem vordringlichen Bedarf gestrichen. Nach einer Ortsbegehung 2006 wurde von der Autobahn-Planung abgerückt und stattdessen eine Umfahrung als Bundesstraße als Lösung in Betracht gezogen.

Dass der Verkehr in wenigen Wochen über die Strecke, die unter anderem zwei Bahnlinien (Basel – Singen und Lauchringen – Weizen) quert, rollt, sei auch Steffen Bilger zu verdanken, „der uns unterstützt hat“, erklärte Schreiner bei der Veranstaltung, die rund 100 Besucher anlockte und zu der er unter anderem auch die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller und den früheren Landtagspräsidenten Peter Straub begrüßte.

Schreiner erinnerte auch an die Zusage des Bundes, 900.000 Euro in einen neuen Kreisverkehr an der Einmündung der A 98 in die B 314 zu stecken. Dadurch soll der Verkehrsknoten sicherer werden.

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Der frühere Lauchringer Gemeinderat und Kreisrat Jürgen Brockmann (Freie Wähler) erklärte: „Ich bin froh, dass wir die Umfahrung Oberlauchringen bekommen haben.“ Gleichwohl verwies er auf die Umfahrung von Grimmelshofen, die seit Jahrzehnten auf sich warten lasse.

Wolfgang Kaiser, Ortsvorsteher von Grimmelshofen, war ebenfalls zu Gast beim Lindenplatz-Hock. Er kritisierte, dass die Machbarkeitsstudie für eine Umfahrung des Stühlinger Ortsteils, die der Landkreis Waldshut und die Stadt Stühlingen in Auftrag gegeben haben, beim Landesverkehrsministerium „in einer Schublade liegt“. Bilger erwiderte: „Das ist Sache des Landes. Unser Job ist es, Geld bereit zu stellen.“ Der Bundespolitiker empfahl: „Ihr müsst dran bleiben.“

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