Das Ergebnis der Projektanalyse liegt seit einigen Wochen vor, die Arbeit am Masterplan läuft auf vollen Touren. In Sachen Zentralkrankenhaus in Albbruck ist derzeit eine ganze Menge im Gange. Und längst gehen die Pläne weit über den Bau eines neuen Krankenhauses hinaus. Es soll ein regelrechter Gesundheitspark errichtet werden, an dem sich medizinische Kompetenzen und verschiedenste Dienstleistungen bündeln.

So soll der Gesundheitspark sich strukturieren

Bild: Kerstan, Stefanie

Gemäß einer Projektanalyse der Firma Drees&Sommer sollen auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern nach derzeitigem Stand der Dinge der Klinikneubau, sogenannte klinik-nahe und klinik-affine Gebäude geplant. Ebenso sind auf dem insgesamt 90.000 Quadratmeter großen Gelände reichlich Flächen für ein Parkhaus und mögliche Erweiterungen sowie zusätzliche Dienstleistungen einkalkuliert.

Das Herzstück der bisherigen Planung und mit einer Nutzfläche von insgesamt rund 20.000 Quadratmetern zugleich das größte Gebäude ist das neue Klinikum. Neben dem konventionellen Krankenhaus mit 335 Betten soll zusätzlich eine Akutstation des Zentrums für Psychiatrie mit 30 Betten in dem Gebäude untergebracht werden. Im Sinne einer Risikobetrachtung wurden von Drees&Sommer auch 2090 Quadratmeter als Puffer eingeplant.

In die Kategorie der klinik-nahen Einrichtungen gehört der Bau einer Rettungswache sowie eines Ärztehauses mit Dialyseeinheit, Apotheke und Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung. Hierfür ist eine Nutzfläche von 2250 Quadratmetern vorgesehen.

7700 Quadratmeter entfallen laut der Projektanalyse auf einen Standort für den Rettungshubschrauber, aber auch für Personalwohnungen, eine Kita, ein Hotel und mögliche Erweiterungen von Fachkliniken.

Die Kosten

Hier wird in der Projektanalyse vorwiegend mit den Kosten für den Krankenhausneubau samt Psychiatrie-Station, den zusätzlichen Nebenkosten und dem Neubau des Parkhauses mit 600 Stellplätzen kalkuliert. Demnach ist mit etwa 196 Millionen Euro reinen Baukosten zu rechnen.

Zusätzlich wird ein Risikoaufschlag einkalkuliert, der sich zwischen 16,6 und 60 Millionen Euro bewegt – abhängig von verschiedenen Faktoren wie unvorhergesehene Ereignisse oder auch Veränderungen bei der Nutzfläche.

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Ferner ist auch eine Baukostensteigerung von zwei bis drei Prozent pro Jahr eingerechnet, so dass am Ende eine Preisspanne von 250 bis 316 Millionen Euro allein für den Bau des Klinikums zu Buche schlagen könnten. Ausdrücklich nicht miteinkalkuliert sind bei diesen Kosten Dinge wie Besonderheiten bei der Zimmerausstattung. Das Sozialministerium des Landes hat für das Vorhaben stattliche Zuschüsse in Aussicht gestellt.

Diese Weichen wurden während der Corona-Krise außerdem gestellt

Per Eilentscheidung nach vorheriger Rücksprache mit den Kreistagsfraktionen wurde das Stuttgarter Architektur- und Stadtplanungsbüro Baldauf im März mit der Erstellung der Masterplanung für den Gesundheitspark Hochrhein beauftragt. Sie soll Basis für den Bebauungsplan sein, wie das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung darstellt.

Mit der Gemeinde Albbruck brachte der Kreis einen Planungskostenvertrag auf den Weg gebracht. „Mit dem Vertrag verpflichtet sich der Landkreis, die Kosten des Bebauungsplanverfahrens und der dafür notwendigen Vorbereitungen für das künftige Bebauungsplangebiet „Gesundheitspark Hochrhein, Albbruck“ zu tragen“, so Landratsamtssprecherin Susanna Heim.

Der aktuelle Stand und die nächsten Schritte

Das Verfahren für die Masterplanung läuft derzeit noch und soll im Herbst abgeschlossen werden. Vorbereitend für das Bebauungsplanverfahren und die weitere Hochbauplanung werden in der Masterplanung die städtebaulichen Rahmenbedingungen aufgearbeitet. Das Ergebnis soll auch als Grundlage für die weitere Bauleitplanung dienen.

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„Nun soll für die Planung und Ausführung des Neubaus ein kompetenter Projektpartner gefunden werden, mit dem eine erfolgreiche, wirtschaftliche und marktfähige Konzeption erarbeitet werden kann“, schildert Heim weiter. Gemäß der rechtlichen Vorgaben sei eine europaweite Ausschreibung geplant. Die Vorbereitungen für das Ausschreibungsverfahren haben schon begonnen.

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Um eine Entscheidungsgrundlage für das zu wählende Abwicklungsmodell – ob ein Einzelplaner oder ein Generalunternehmer beauftragt werden soll – zu schaffen, werde momentan ein Markterkundungsverfahren durchgeführt.

Das Medizinkonzept steht noch nicht

„Ein endgültiges Medizinkonzept liegt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor“, sagt Susanna Heim. Ein überarbeitetes und abgestimmtes Medizinkonzept werde „zu gegebener Zeit“ in einer der öffentlichen Kreistagssitzungen beraten und beschlossen.

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Derzeit erfolge jedoch die Erarbeitung eines Raum- und Funktionsprogramms in Zusammenarbeit mit einem externen Beratungsunternehmen. Dieses diene dann als Grundlage für die Fortführung der Fördergespräche mit dem Sozialministerium.

Transparenz im weiteren Verfahren von großer Bedeutung

„Der Neubau des Klinikums ist ein Leuchtturmprojekt für die Region. Ziel ist es, kontinuierlich während des ganzen Prozesses, transparent und so umfassend und verständlich wie möglich die Bevölkerung und die verschiedenen Interessenvertreter zu informieren“, lautet eine der Maßgaben, die Susanna Heim für den weiteren Prozess in Aussicht stellt.

Dazu werde gerade ein langfristig angelegtes Kommunikationskonzept entwickelt. Die Grundlagen dafür wurden mit Mitgliedern des Aufsichtsrats, der zukünftigen Standortgemeinde Albbruck, dem Klinikum Hochrhein als künftiger Betreiber und dem Landratsamt erarbeitet, so Heim weiter. Ziel sei die gezielte Information sowohl der Bürger als auch der beteiligten Stellen und Mitarbeiter.

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