Harald Ebi hat manchmal einen anderen Blick auf die Dinge, nicht nur wenn er auf Dächern steht. Die Bodenhaftung hat der erfahrene Kommunalpolitiker und Firmenchef dabei nie verloren. Der Dachdeckermeister mit eigenem Betrieb in der Waldshuter Schmittenau, ist seit 17 Jahren im Stadtrat aktiv und zudem Fraktionssprecher. Als Martin Kistler 2014 Landrat wurde, rückte er für ihn in den Kreistag, 2019 wurde Harald Ebi dann in dieses Gremium gewählt. Nun kandidiert der liberale Kommunalpolitiker am 13. März zum zweiten Mal für die Freien Demokraten für ein Mandat im Stuttgarter Landtag. „Für mich hat unsere Region eine hohe Bedeutung, weil sie meine Heimat ist und mir deshalb am Herzen liegt“, betont der Waldshuter.

„Es braucht jetzt schon einen Masterplan“

Ob er diesmal Chancen hat ins Länderparlament einzuziehen, vermag er nicht einzuschätzen: „Viele haben wohl schon per Briefwahl abgestimmt, ich selbst auch!“ Auch wenn er seine Chancen nicht abschätzen kann, so würde er als Mann des Handwerks doch gerne die Interessen des Landkreises und seine Vorstellungen von Politik in der Landeshauptstadt vertreten. „Als Selbstständiger weiß ich, wo der Schuh drückt, ich möchte etwas für die Region bewegen!“ Eine große Herausforderung sieht er in der Aufarbeitung der Pandemie: „Es braucht jetzt schon einen Masterplan, um die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben wieder zu alter Stärke aufzubauen!“ Zur Gestaltung der Zukunft gehöre der Klimaschutz und eine Neuauflage des Landesentwicklungsplanes.

Die Förderung der Wirtschaft liegt ihm bei einer möglichen Wahl ebenso am Herzen, wie das Gesundheitswesen. „Das Thema Breitbandausbau stand schon vor fünf Jahren auf meiner Agenda“, erzählt er in seinem gemütlichen Wintergarten. In der Schmittenau habe er beim Handwerk dafür recht erfolgreich die Werbetrommel gerührt. Das Thema sei aber längst nicht abgeschlossen. Ein persönliches und zentrales Anliegen ist eine Duale Hochschule in Waldshut anzusiedeln. „Es wäre positiv für den Wirtschaftsstandort und viele Menschen könnten davon provotieren!“ Ein wichtiges Thema neben der A98 sei eine zweite Brücke in die Schweiz. „Mit der Verlegung des Lastwagenparkplatzes in den Gewerbepark hat man dieses Problem nur verlagert,“ betont Ebi.

Wahlkampf online

Der Freiheitliche, der den ständigen Ruf nach dem Staat nicht gut findet, spricht in Zeiten der Pandemie von einem „stressigen Wahlkampf„. Der Kontakt zu den Wählern sei nur online, also auf Distanz möglich. Mit Unterstützung zweier Kollegen und kleinem Budget werden Videos produziert und im Internet veröffentlicht. Wahlplakate mit familiärer Hilfe selbst zu kleben gehöre in diesen Zeiten ebenfalls dazu. Und bei einem Einzelkämpfer wie ihm – ohne Wahlkampfbüro – gäbe es schon mal Terminüberschneidungen. „So konnte ich bei der Südkurier-Veranstaltung in Konstanz nicht dabei sein, weil ich schon einen anderen Pressetermin zugesagt hatte“, betont Ebi.

Der Schritt in die Kommunalpolitik wurde maßgeblich von Fritz Schleith beeinflusst, der ihn von einer Kandidatur für den Waldshut-Tiengener Gemeinderat überzeugte. Zu seiner eigenen Überraschung wurde Ebi gleich bei der ersten Kandidatur gewählt. Sein politisches Vorbild ist und bleibt allerdings der CDU-Wirtschaftspolitiker Ludwig Erhard: „Seine Ansichten finde ich klasse.“. Der Dachdeckermeister ist ein Frühaufsteher, sein Wecker klingelt meist um 4 Uhr morgens. Zu 70 Prozent arbeitet er dann für seinen Betrieb, auch sonntags wird im Büro gearbeitet, 30 Prozent des Tages sind für seine politischen Ämter reserviert: „Da bleibt nicht viel Zeit für Hobbys. Man muss dafür schon Idealist sein, um das zu machen, aber ich brauche das!“ Ohne gute Organisation, bei der ihn seine Ehefrau Monika tatkräftig unterstützt, wäre das Pensum allerdings nicht zu schaffen, erklärt Harald Ebi. Und ohne Eigenschaften wie Durchhaltevermögen und Konsequenz auch nicht.

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