Die DRF Luftrettung hatten auch in der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hohe Einsatzzahlen. „Trotz erheblicher Herausforderungen durch das Virus konnten die Luftretter und Luftretterinnen durch schnell umgesetzte Maßnahmen an den Stationen, in der Werft, im Einsatzbetrieb und in der Verwaltung ihre Einsatzbereitschaft vollständig aufrechterhalten“, teilt die DRF Luftrettung (1971 als „Deutsche Rettungsflugwacht„ gegründet) in einer Presseinformation mit.

In Zahlen: Die Hubschrauber und Flugzeuge der DRF-Gruppe wurden 2020 in Deutschland insgesamt 39.971 mal alarmiert. Der in Freiburg stationierte Hubschrauber „Christoph 54“ leistete im vergangenen Jahr insgesamt 1432 Einsätze, davon 1110 in der Notfallrettung und 322 zum Transport kritisch kranker oder verletzter Personen zwischen Kliniken. Zum Vergleich: 2019 wurde „Christoph 54“ 1322 mal alarmiert. Die in Baden-Württemberg stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung wurden 2020 zusammen 8660 mal alarmiert.

Wie häufig waren die Luftretter am Hochrhein im Einsatz?

Auch in den Landkreisen Waldshut und Lörrach zeigte die DRF Präsenz. Laut Maren Wittmann von der Pressestelle der DRF in Filderstadt wurde die Luftrettung im Landkreis Waldshut vergangenes Jahr zu insgesamt 160 Einsätzen alarmiert. Im Landkreis Lörrach gab es 127 Einsätze im selben Zeitraum. „Darin enthalten sind auch Einsätze im Zusammenhang mit dem Coronavirus„, berichtet Wittmann. Im Landkreis Waldshut waren es drei, im Landkreis Lörrach sieben solche Einsätze.

Das neuartige „EpiShuttle“ (Isoliertragen) kam ein einziges Mal im Landkreis Lörrach zum Einsatz, im Landkreis Waldshut hingegen nie. In beiden Landkreisen waren die häufigsten Verdachtsdiagnosen Erkrankungen des Herzens wie zum Beispiel Herzinfarkt sowie neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall. Danach folgen Verletzungen durch Verkehrsunfälle und Sturzverletzungen. Im letzten Jahr hatte die DRF Luftrettung zudem insgesamt fünf Einsätze mit Einsatzort in der Schweiz.

Wie bewältigte die DRF Luftrettung die Corona-Krise?

Die 35 Stationen der DRF-Gruppe in Deutschland, Österreich und Liechtenstein sowie der Ambulanzflugbetrieb liegen mit ihren insgesamt 39.971 Einsätzen bei 98 Prozent des Vorjahresniveaus. „Wir sind stolz darauf, dass wir auch unter diesen sehr schwierigen Bedingungen umfassend für die Menschen da sein konnten“, hält Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, fest. Im Fokus standen Überlegungen, wie die DRF Luftrettung über die Aufrechterhaltung des Einsatzbetriebs hinaus zur bestmöglichen Bewältigung der Corona-Krise und zur Stabilisierung des Gesundheitssystems beitragen könnte.

Ein Ergebnis war die Beschaffung von elf Isoliertragen, sogenannten „EpiShuttles“, und ihr umgehender Einsatz an den Stationen. Mit ihr können Patienten mit hochinfektiösen Krankheiten wie in einer Isolierstation transportiert werden. Dies schützt Crew und Patienten gleichermaßen. Zudem sparen die Luftretter wertvolle Zeit und können den Hubschrauber schnell wieder für Einsätze zur Verfügung stellen, da die besonders aufwändige Desinfektion des Hubschraubers nach Einsätzen mit infektiösen Patienten, zu denen auch Corona-Infizierte gehören, nicht notwendig ist.

Ebenso konnte die gemeinnützige Organisation innerhalb kürzester Zeit „Christoph 111“ als zusätzlichen Hubschrauber in Dienst stellen. Er steht am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden schwerpunktmäßig für Intensivtransporte bereit und entlastet das öffentlich-rechtliche Versorgungssystem. „Christoph 111“ wurde im letzten Jahr insgesamt 463 mal alarmiert. Kurz vor Weihnachten nahm zusätzlich noch ein weiterer Rettungshubschrauber an der Station Bautzen seinen Dienst auf.

Was waren die häufigsten Alarmierungsgründe?

Laut DRF-Pressestelle gehörten in 2020 wie in den vergangenen Jahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Unfälle zu den häufigsten Alarmierungsgründen der Luftretter. Doch es gab auch Abweichungen, die möglicherweise in Zusammenhang mit Corona standen. Im April 2020, während des ersten Lockdowns, wurden die Luftretter nur etwa halb so oft zu Autounfällen gerufen wie im Durchschnitt im April 2018 und 2019, dafür allerdings häufiger zu Radunfällen: Hier gab es ein Plus von 75 Prozent. Deutlich häufiger kamen auch die Rettungswinden zum Einsatz: Insgesamt 457 mal führten die Crews der acht Stationen, die über eine Winde verfügen, die anspruchsvollen Einsätze durch (2019: 404 Einsätze).

Was bringt 2021 den Luftrettern?

Auch in 2021 wird das Corona-Virus für die DRF ein wichtiges Thema bleiben. Krystian Pracz gibt sich jedoch zuversichtlich: „Wir haben die Herausforderungen des letzten Jahres gut gemeistert und bewiesen, dass wir als Organisation gut aufgestellt und auch unter schwierigsten Bedingungen handlungsfähig sind“, stellt er fest.

Die DRF werde sich weiterentwickeln und den Fortschritt in der Luftrettung vorantreiben. Ein Beispiel: die Einführung der H145 mit Fünfblattrotor, für die Ende 2020 mit der ersten Auslieferung der Startschuss fiel. Damit setzt die DRF Luftrettung als erste Luftrettungsorganisation in Deutschland den Fünfblattrotor ein. Zu den Vorteilen der neuen Technologie gehören unter anderem eine höhere Nutzlast im Einsatz und ein gelenkloser Rotorkopf, der mehr Flugkomfort und einen geringeren Wartungsaufwand mit sich bringt.

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