„Flatten the curve“, also das Abflachen der Kurve und die Verhinderung eines exponentiellen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen, ist das Ziel der aktuellen Einschränkungen. Das soll eine drohende Überlastung der Krankenhäuser verhindern. Denn Corona nimmt weiter Fahrt auf: In der vergangenen Woche stiegen die Infektionskurven in den beiden Landkreisen Lörrach und Waldshut rasant, wie ein Blick auf die Entwicklung der Corona-Lage in der vergangenen Woche (27. Oktober bis 2. November) zeigt.

Die Kurve der Corona-Fallzahlen (aufaddiert seit Pandemiebeginn) steigt deutlich.
Die Kurve der Corona-Fallzahlen (aufaddiert seit Pandemiebeginn) steigt deutlich. | Bild: Justus Obermeyer

Rekordwerte meldeten die beiden Landkreise bei den Zahlen der bestätigten Neuinfektionen in der vergangenen Woche: 202 waren es im Landkreis Waldshut, 293 im Landkreis Lörrach. Seit Beginn der Pandemie waren es noch nie vergleichbar viele Fälle.

Die Neuinfektionen pro Woche in absoluten Zahlen seit Anfang März.
Die Neuinfektionen pro Woche in absoluten Zahlen seit Anfang März. | Bild: Justus Obermeyer

7-Tages-Inzidenz steigt über 100

Die 7-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen unter jeweils 100.000 Einwohnern in sieben Tagen, ist in der vergangenen Woche in den Landkreisen Lörrach und Waldshut weiter deutlich gestiegen. Übertrafen die Werte in der Vorwoche (bis 26. Oktober) die kritischen Grenzwerte von 50, so wurde im Landkreis Lörrach am Mittwoch, 28. Oktober, erstmals der 7-Tages-Inzidenz-Wert von 100 übertroffen (101,3), im Kreis Waldshut war dies am 30. Oktober so weit (115,2).

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz seit Ende September 2020. Zum Vergleich: Die Inzidenz in Baden-Württemberg. Am vergangenen Wochenende hat der Kreis Waldshut den Kreis Lörrach in der Dynamik des Infektionsgeschehen überholt.
Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz seit Ende September 2020. Zum Vergleich: Die Inzidenz in Baden-Württemberg. Am vergangenen Wochenende hat der Kreis Waldshut den Kreis Lörrach in der Dynamik des Infektionsgeschehen überholt. | Bild: Justus Obermeyer

Waldshuter Inzidenz übertrifft Lörracher Wert

Während sich die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Lörrach in den vergangenen Tagen nun etwas zu stabilisieren scheint und die Inzidenz nur noch leicht steigt (zuletzt am 2. November von 122 am Vortag auf 127,9), ist der Aufwärtstrend im Kreis Waldshut ungebrochen: Erstmals wurde der Inzidenzwert des Nachbarkreises Lörrach am Sonntag mit 136 übertroffen – und das, obwohl der Kreis Lörrach praktisch seit Pandemiebeginn durchgehend im Verhältnis mehr Coronafälle auswies, als der Kreis Waldshut. Am Montag, 2. November, meldet der Kreis Waldshut dann 35 Neuinfektionen und zieht bei der 7-Tages-Inzidenz mit 153,2 dem Kreis Lörrach weiter davon.

Wie sind diese Inzidenzwerte im Vergleich mit den Schweizer Kantonen von Basel bis Schaffhausen zu bewerten? Und welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

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Was lässt sich über die Krankheitsverläufe sagen?

Waren es in der Vorwoche eher vereinzelte Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, so hat die Zahl der Hospitalisationen in der vergangenen Woche weiter zugenommen. Stand 2. November werden zehn Corona-Patienten aus dem Kreis Waldshut stationär behandelt, im Kreis Lörrach sind es 20 Covid-19-Fälle im Krankenhaus,wovon drei beatmet werden müssen.

Infektionsgeschehen auf der Schweizer Seite des Hochrheins

Der steile Anstieg der Corona-Infektionskurven ist in den Kantonen auf Schweizer Seite des Hochrheins weiter ungebrochen und exponentiell. Der Überblick über die Lage von Basel bis Schaffhausen zeigt auch: Es müssen immer mehr Covid-19-Patienten in Spitälern auch intensivmedizinisch behandelt werden. Vielerorts fürchtet man, dass die Kapazitäten bald ausgeschöpft seien könnten:

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