Lage nach Grenzöffnung entspannter

Im Hinblick auf die Übernachtungen fehle es zwar noch an konkreten Zahlenbelegen. Doch laut Ays zeichne sich ab, dass sich die Lage bei den Hotels in Bad Säckingen gerade nach der Grenzöffnung erheblich entspannt hat. „Viele Hotels sind gut gebucht und haben eine verhältnismäßig gute Auslastung.“ Auch die Nachfrage nach Ferienwohnungen habe sich in den vergangenen Wochen gut entwickelt.

Diese positive Entwicklung führt Ays auf die verstärkten Marketingmaßnahmen der Stadt zurück, die noch während des Lockdowns forciert wurden. Denn es habe sich frühzeitig abgezeichnet, dass ein großer Teil der Deutschen den Urlaub im Inland verbringen werde. Darauf habe man seine Bemühungen ausgerichtet. So konnten auch viele Tagestouristen nach Bad Säckingen gelockt werden. Zwar konnten aufgrund der Pandemie-Bestimmungen keine direkten Befragungen vorgenommen werden, so Ays. Allerdings hätten Angebote wie die neu gestartete „Altstadtrallye“ einen überdurchschnittlichen Rücklauf erzielt.

Pandemie hinterlässt Spuren

Und dennoch: „Die Pandemie hat vielen weh getan und dieser Schmerz ist ja noch nicht vorbei.“ Es sei absehbar, dass in der Gesamtschau alle Bereiche gewisse Abstriche machen müssen, schon allein deshalb weil Handel, Gastronomie, Ferienwohnungen und sowie kulturelle wie Freizeiteinrichtungen monatelang gar nicht oder nur unter massiven Beschränkungen öffnen durften.

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Gleichwohl hat sich die Gesamtsituation gerade nach der Wiedereröffnung der Grenzen deutlich entspannt habe. Zwar hätten danach auch viele Menschen kurzfristig doch noch ihren Urlaub im Ausland gebucht. Thomas Ays ist aber sicher, dass auch der Tourismus hierzulande „ganz klar profitiert“ habe: „Nicht nur unsere Schweizer Gäste sind wieder da und beleben die Altstadt, sondern auch Touristen profitieren davon, das Angebot, wie etwa nach Basel zu fahren, wahrzunehmen.“

Die Nachbarschaft zur Schweiz stellt aus Sicht des Tourismusamtsleiters nämlich einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für die Stadt dar, bieten sich dort doch eine Vielzahl von Attraktionen, Ausflugszielen und Angeboten. Diese übten auf viele Besucher einen großen Reiz aus.

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Campingplatz kein Thema

Die Erfahrungen des Lockdowns und der Beschränkungen hat bei vielen Menschen eine neue Lust auf Naturerlebnis und Outdoor-Aktivitäten mit sich gebracht. Das habe laut Thomas Ays auch der Isele-Hof gespürt, der einen eigenen Camping-Platz betreibt. Hier sei die Nachfrage überdurchschnittlich hoch gewesen, Gäste seien nicht nur aus ganz Deutschland gekommen, sondern auch aus den benachbarten Ländern.

Dennoch sei dies aus Sicht des Tourismus- und Kulturamtes kein Grund, die vor einigen Jahren zu den Akten gelegten Pläne eines städtischen Campingplatzes zu reaktivieren, so Ays. Es sei fraglich, ob sich eine solche Einrichtung tatsächlich lohnen würde, auch wenn sich der Reisemobil-Stellplatz seit seiner Wiedereröffnung im Frühjahr einer großen Nachfrage erfreue. Dagegen habe der Bereich Fahrradtourismus gewisse Rückschläge erlebt: So habe es insbesondere weniger spontane Nachfragen von Radfahrern gegeben, die nach einer Unterkunft gesucht haben. Das waren 2019 deutlich mehr.

Hochempor: Kletterwald und die dort neu angebotenen Übernachtungsmöglichkeiten in den Baumwipfeln stoßen auf großes Interesse.
Hochempor: Kletterwald und die dort neu angebotenen Übernachtungsmöglichkeiten in den Baumwipfeln stoßen auf großes Interesse. | Bild: Harald Schwarz

Im ganzen Bereich der Ferienwelt Südschwarzwald sei die Nachfrage nach außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten groß gewesen, sagt Ays. Das gelte sowohl für die Baumzelte im Kletterwald „Hochempor“ am Bergsee von Bad Säckingen als auch für Angebote für eine Übernachtung im Holzfass in Rickenbach: „Viele Gäste, und das ist ja international ein echter Trend, suchen besondere Erlebnisse, die wir in der Region auch zu bieten haben.“

Raus ins Freie

Generell haben aber auch Bad Säckingen und die ganze Ferienwelt Südschwarzwald von der großen Outdoor-Welle profitiert. Nicht nur bei Touristen sondern auch bei Menschen aus der Region erfreuten sich insbesondere die Angebote einer regen Nachfrage, bei denen der allgemeine Sicherheitsabstand ohne Schwierigkeiten einzuhalten ist. Große Nachfrage erlebte etwa der Bad Säckinger Kletterwald, der eine weitgehend normale Saison verbuchen konnte.

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Reißenden Absatz fand Infomaterial zu Ausflugszielen und Wanderrouten in der Region. Und auch die „Kraftorte“ im Bereich der Ferienwelt stehen hoch im Kurs. Die Region könne gerade mit den Schlagworten Abschalten und Ruhe genießen punkten: „In unserer hektischen Zeit ein mehr als sinnvolles Marketinginstrument.“ Da könne sogar das schlechte Mobilfunknetz ein echter Anreiz darstellen.

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Speziell auf Bad Säckingen bezogen werden nach wie vor Stadtführungen frequentiert, die es zwischenzeitlich in verschiedenen Variationen für verschiedene Zielgruppen gibt, und die ebenfalls eine Weile nicht angeboten werden durften.

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Was Gästen wichtig ist

Die Atmosphäre der Stadt. Die Altstadt, die Geschichte, die Holzbrücke, das wunderbare St. Fridolinsmünster und der Schlosspark, sowie der belebte Münsterplatz. Das sind Dinge, die bei Besuchern der Stadt nach Thomas Ays Beobachtung große Emotionen auslösten und mit denen die Bad Säckingen punkten kann.

Die Altstadt von Bad Säckingen mit ihren Sehenswürdigkeiten ist für die Besuchre ein besonderes Highlight.
Die Altstadt von Bad Säckingen mit ihren Sehenswürdigkeiten ist für die Besuchre ein besonderes Highlight. | Bild: Jörger Media

Zudem achten die Mitarbeiter des Tourismus- und Kulturamts im Zusammenspiel mit anderen Stellen der Stadt streng auf die Sauberkeit, damit ein ordentlicher Eindruck entsteht. Nachbesserungsbedarf gebe es unterdessen in Bereichen wie ÖPNV und beim Fahrradverleih.

Lehren aus dem Krisenjahr

Zwei zentrale Lehren aus dem Pandemie-Jahr sind nach Ansicht von Thomas Ays auch für die Zukunft gültig: Für einen erholsamen, schönen Urlaub müsse man nicht in andere Länder reisen. Den kann man auch in Deutschland haben.

Und: „Corona hat uns wohl alle noch mehr auf das Thema Digitalisierung geschubst.“ So entwickle auch das Tourismus- und Kulturamt momentan einige „sehr gute und nachhaltige Ideen“, um Gäste noch besser erreichen zu können.

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