Normalerweise sind die Sänger von „Basta“ ein volles Haus gewöhnt. Am Donnerstag trat die bekannte A-Cappella-Band zwei Mal hintereinander im Gloria-Theater auf, wo aufgrund des Schutzkonzepts und der verschärften Corona-Regeln die Zuhörer mit Mund-Nasen-Masken und großen Abständen verteilt im Saal saßen. Doch die Fans jubelten in solcher Applausstärke, dass es sich wie ein ausverkauftes Haus anhörte.

Für die Vokalgruppe war es eine der letzten Live-Shows vor dem neuerlichen Kultur-Lockdown. Vor dieser erneuten Zwangspause noch mal auf der Bühne stehen zu können, sei für sie „ein ganz großes Geschenk“, sagte William Wahl, kreativer Kopf, Texter und Komponist des Quintetts. Wegen der begrenzten Besucherzahl hatten sich die Sänger bereit erklärt, ihr ohne Pause durchlaufendes 90-Minuten-Programm „In Farbe“ zwei Mal aufzuführen. William Wahl und seine Kollegen Werner Adelmann, René Overmann, Arndt Schmöle und Neuzugang Mirko Schelske gaben volle Stimmen-Power und begeisterten mit Charme, Selbstironie und Humor in Liedern, in denen sie Persönliches, Alltägliches und Gesellschaftliches hintersinnig aufs Korn nehmen. Auch bewegen sich die gut aufgelegten Stimmenkünstler lässig und stilsicher zwischen den Musikgenres. In ihren ausgetüftelten Arrangements decken sie ein breites Spektrum von Poppigem über Schlager und Ländler bis zu Tango, Latin und Reggae ab.

Ihre originellen Choreografien hatten sie den aktuellen Umständen angepasst, denn „Kuschel-Choreografien“ sind derzeit ebenso wenig möglich wie die direkte Nähe zu den Fans, die Basta so schätzt. Also wahren die Sänger auch auf der Bühne Abstand, aber mit umwerfender Dynamik und Verve. In den Abend starten sie mit dem Lied „New York, Rio, Gütersloh“, in dem sie ihr Musikerleben auf Tour zwischen Regensburg und Itzehoe, Oderbruch und Niederrhein ironisch beschreiben. Augenzwinkernd besingt Solist Werner Adelmann die ersten Zipperlein beim Älterwerden und den Kampf gegen die Pfunde: „Es bringt nichts, auf der Waage den Bauch einzuziehen...“

Wie topfit und gelenkig der agile Sänger ist, der zu den Urgesteinen der Band gehört, zeigt er in dem Lied „Personal Trainer“, bei dem er Liegestütze vorführt – unter viel Beifall. Witzig ist es auch, wenn sich Adelmann in dem Lied „Schlager“ als harter Kerl mit Faible für Helene Fischer, Matthias Reim & Co outet. Auch der „Neue“ Mirko Schelske, der erst seit einem Jahr dabei ist und davon acht Monate wegen der Corona-Krise nicht singen durfte, hat effektvolle Auftritte. Die Songs, allesamt von William Wahl geschrieben, treffen einen Nerv und handeln von Dingen, die jeden etwas angehen. Sei es in dem bissig-hintergründigen Lied „Mein Auto“, in dem die Liebe zur Blechkarosse persifliert wird nach dem Motto: Egal, ob die Frau mit den Kindern davonläuft, Hauptsache „das Auto bleibt dir“. Das so smart daher kommende Ensemble punktet mit geschmeidigen Stimmen, humorvollen Choreografien und perfekt ausgeklügelten Vokalarrangements, sei es in der Gedankenreise nach Venedig, in dem kritischen Lied „Das Leben ist kein Wandtattoo“ über Sinn und Unsinn von Sinnsprüchen, oder in dem kernigen Büro-Shanty. Auf den tosenden Beifall und die Zugabe-Rufe des Publikums legten die Sänger noch einige Nummern drauf, darunter das neue Lied „Lebenslauf“ über 20 Jahre Bandgeschichte.