Mit „Tommy Tailors Traumfabrik“ hat das Bad Säckinger Gloria-Theater derzeit eine neue Eigenproduktion in Vorbereitung – doch ob sich wie geplant Ende Oktober der Vorhang zur Premiere heben wird, ist derzeit noch nicht absehbar, sagt Gloria-Intendant Jochen Frank Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn vor allem sei nicht absehbar, wie lange der Corona-Ausnahmezustand noch dauert, der den Kulturbetrieb im ganzen Land lahmlegt. Lediglich eine Zusage könne er mit absoluter Sicherheit treffen, betont Schmidt: „Wir werden das Musical auf jeden Fall aufführen – egal ob es noch dieses Jahr soweit sein wird, oder ob sich alles in das nächste Jahr verschiebt.“

Dass die Corona-Krise und alle damit einhergehenden Einschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen die Mannschaft des Gloria-Theaters vor erhebliche Herausforderungen stellen, daraus macht Schmidt keinen Hehl. Das Gastspielprogramm für die verbleibende Saison musste verschoben oder komplett abgesagt werden. Damit gehen massive finanzielle Einbußen einher. „Wir haben zum Glück in den vergangenen Jahren mit Augenmaß gewirtschaftet und verfügen über einen Notgroschen. Wir werden den Betrieb so lange wie möglich in der jetzigen Form weiterlaufen lassen.“ Zudem seien Hilfsmittel von Land und Bund bereits beantragt.

Und dennoch könne auch die Geschäftsführung des Gloria-Theaters nicht ausschließen, dass der Betrieb irgendwann auf Kurzarbeit umstellen müsse, um den Erhalt von Arbeitsplätzen zu gewährleisten. „Wir hoffen nicht, dass es soweit kommt, aber wir stellen anhand unseres Vorverkaufs für die Musical-Shows fest, dass die Menschen sich abwartend verhalten und eine große Unsicherheit herrscht, was total verständlich ist“, so Schmidt.

„Wir haben zum Glück in den vergangenen Jahren mit Augenmaß gewirtschaftet und verfügen über einen Notgroschen. Wir werden den Betrieb so lange wie möglich in der jetzigen Form weiterlaufen lassen.“ Jochen Frank Schmidt, Intendant Gloria-Theater
„Wir haben zum Glück in den vergangenen Jahren mit Augenmaß gewirtschaftet und verfügen über einen Notgroschen. Wir werden den Betrieb so lange wie möglich in der jetzigen Form weiterlaufen lassen.“ Jochen Frank Schmidt, Intendant Gloria-Theater | Bild: Kipar, Sandro

Nichtsdestotrotz lauten die Vorbereitungen für die neue Produktion weiter, auch wenn die Einschränkungen durch Corona bewährte „Strickmuster“ in den Produktionsabläufen ordentlich durcheinandergewirbelt hätten. „Wir nutzen die zusätzliche Zeit, die wir durch die verkürzte Saison haben, um aus dem Musical noch mehr herauszuholen, als wir eigentlich vorgesehen hatten“, verspricht Jochen Frank Schmidt. Aufgrund der räumlichen Kapazitäten sei es im Gloria-Theater durchaus möglich, Abstand zu halten und dennoch kreativ zu arbeiten.

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Der Einsatz zeitgemäßer Technik biete hierbei zusätzliche Möglichkeiten, auch von zuhause aus zu proben oder Lieder einzusingen, wenngleich es teilweise anstrengender sei „das Rad in Bewegung zu setzen“, weil über die diversen Kommunikationskanäle wesentlich mehr hin und her gehe, um das gleiche Ergebnis zu erzielen wie im direkten Miteinander.

Am Ende werde aber nichts an konventionellen Proben im Gloria-Theater vorbeiführen, an denen das Ensemble oder einzelne Darsteller unmittelbar beteiligt sind. Gemäß der Planung soll der Probenbetrieb Ende August starten – ohne Gewähr, dass es tatsächlich so kommt. „Aber wir haben ein unheimlich tolles Ensemble, das selbst unter den jetzigen schwierigen Bedingungen mit viel Begeisterung bei der Sache ist“, so Schmidt.

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Das zeige sich unter anderem in einer kleinen Couch-Konzert-Produktion, die das Gloria-Ensemble am Wochenende online gestellt hat. „Es ist auch ein Signal an alle unsere Fans, dass wir noch leben und die Hoffnung nicht aufgegeben haben, dass alles planmäßig läuft“, betont der Intendant.

Video

Auch eine ganze Reihe von Video-Portraits der Darsteller seien zwischenzeitlich eingespielt worden. Diese sollen in den nächsten Wochen als kleine „Appetit-Anreger“ nach und nach veröffentlicht werden.

Und ansonsten bleibe eben nichts anderes übrig, als der weiteren Entwicklung zu harren und das beste zu hoffen, sagt der Gloria-Intendant. Aber das tue die Crew trotz allem mit einer gewissen Zuversicht.

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