Im Gedenken an die Kriegstoten aus der gesamten Gemeinde Albbruck und im Besonderen an die dem Fliegerangriff zum Opfer gefallenen Toten, legte Bürgermeister Stefan Kaiser am Gedenkstein an der Bahnhofstraße ein Blumengebinde nieder. Dabei wurde er begleitet von drei Albbrucker Zeitzeugen, die alle die schrecklichen Tage in ihrer Heimatgemeinde erlebt hatten und sich in unterschiedlicher Weise an die Schicksalsschläge erinnerten.

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„Wir wollen die Erinnerung lebendig erhalten und hoffen, dass solch Menschen vernichtende Ereignisse sich nicht mehr wiederholen“, so Bürgermeister Stefan Kaiser. Er selbst wirft jeden Tag einen Blick auf die im Rathaus aufgestellte Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese war in unmittelbarer Nähe des Bauernhofes von Karl Hofmann in Albert gefunden worden. Glücklicherweise sei es ein Blindgänger gewesen, der sich im Boden eingegraben hatte und erst vor wenigen Jahrzehnten gefunden wurde, so der Landwirt.

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Obwohl der heute 80-Jährige den Fliegerangriff als Kind erlebt hatte, erinnert er sich noch genau wie er gemeinsam mit den Erwachsenen in einem Erdschacht Zuflucht gesucht hatte. Auch Walter Rotzinger (84) war unmittelbar vom Geschehen am 6. und 8. Februar 1945 betroffen. Er erlebte den Fliegerangriff in seinem Elternhaus unmittelbar in der Nähe der zwischenzeitlich abgebrochenen Eisenbahnbrücke. „Ich weiß noch genau, dass es sich bei dem Blindgänger, der in das Haus eindrang, um ein rotes gusseisernes Modell gehandelt habe, da in der väterlichen Malerwerkstatt Farbspuren feststellbar waren.“

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Ob die Bahnlinie Ziel des Fliegerangriffs war, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ebenso wenig war eindeutig feststellbar, warum das Elternhaus von Hanswalter Bögle nahe der ehemaligen Eisengiesserei Ziel eines Tieffliegers war. „Während wir im Keller nach dem Fliegeralarm Schutz suchten, durchschlug ein Geschoss die Fensterscheibe und steckte ohne glücklicherweise keinen weiteren Schaden anzurichten im Kamin oberhalb des Küchenherdes.“

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Der heute 85-jährige hat den Einmarsch der Franzosen in Albbruck noch in bester Erinnerung. „Nach dem die am Kraftwerk angebrachte weiße Fahne gehisst war, sind wenig später Panzer und Panzerspähwagen angerollt, wobei ein Marokaner den verängstigten Einwohnern gut verständlich „keine Angst“ zurief, ehe die Infantrie nachrückte und ein Sergant sich um die Einquartierung einer Gruppe von Besatzern kümmerte und Wohnraum beschlagnahmte.“

Während im Nachbarhaus vier Soldaten eingezogen seien, im früheren Friseurgeschäft Obert der Fahrer des Offiziers untergekommen war, logierte dieser schließlich im Hause Bögle. „Meine Mutter musste täglich für die ganze Mannschaft, die sich höflich benahm, kochen und das auf den Tisch bringen, was die unliebsamen Gäste alles zusammengehamstert und gestohlen hatten.“