Willy Rieger aus Waldshut ist am Samstagabend, 17. Oktober, 20.15 Uhr, in der ARD bei der Show „Klein gegen Groß“ mit Kai Pflaume zu sehen. Dort präsentiert der Stadtführer die Hauensteiner Tracht im Rahmen eines Dialekt-Wettkampfes mit Jürgen von der Lippe und einem elfjährigen Mädchen. „Es war schon etwas Besonderes, bei einer Produktion dabei zu sein. Das Ganze hat mich irgendwie ein wenig an den Heimatabend während der Waldshuter Chilbi erinnert“, sagt Willy Riegger.

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Doch wie kam es dazu, dass Willy Riegger nach Berlin für die Aufnahmen fahren durfte?

„Jemand von der ARD hat Kontakt mit unserem Heimatverein Alt-Waldshut aufgenommen. Die Produzenten waren auf der Suche nach jemandem, der aus dem hochalemannischen Raum kommt, eine Tracht hat und alemannisch spricht. Wir hatten zunächst eigentlich an unser Waldshuter Männle Lothar Schmidt gedacht, was aber nicht geklappt hat. Nach vielen Überlegungen habe ich dann letztendlich zugesagt.“

Stammtisch auf Alemannisch:

Video: Susann Duygu-D'Souza

Marion Maier, Vorsitzende von Alt-Waldshut: „Die Vereinigung Alt-Waldshut hat sich sehr gefreut, als die Sendung „Klein gegen Groß“ bei uns angefragt hat. Als Willi sich bereit erklärt hat, hinzugehen und dies auch noch in Tracht, war der Sender im Glück und wir auch. Geplant war ja, dass unser Waldshuter Männle nach Berlin zur Aufzeichnung reist. Jedoch ging das aus gesundheitlichen Gründen nicht. Wir finden es toll, das unser Dialekt und unsere Tracht im Fernsehen kommen und fiebern dem Auftritt entgegen.“

Willy Riegger ist am Samstagabend in der ARD bei der Show „Groß gegen klein“zu sehen. Bild: Privat
Willy Riegger ist am Samstagabend in der ARD bei der Show „Groß gegen klein“zu sehen. Bild: Privat | Bild: privat

Doch die Fahrt nach Berlin gestalte sich für Willy Riegger nicht ganz so einfach. „Das Problem war unter anderem, dass wir nicht von Zürich oder Basel fliegen konnten, weil Berlin ja Corona-Hotspot ist. Wir hätten vermutlich bei unserer Rückkehr in Quarantäne gemusst. Deshalb sind wir dann mit dem Auto nach Stuttgart gefahren und von dort in die Hauptstadt geflogen. Wir waren dann das Wochenende über den 3. Oktober in Berlin.“ Willy Riegger weiter: „Am Sonntag fanden dann die Aufzeichnungen für die Sendung statt.“ Erst kurz vor Drehbeginn habe Riegger überhaupt erfahren, was er genau machen muss. „Letztendlich hat mein Auftritt, in dem ich dann die Hauensteiner Tracht präsentiert habe, nicht länger als 20 oder 30 Sekunden gedauert. Trotzdem war es spannend, das ganze Drumherum ein wenig miterleben zu dürfen.“ Schade fanden Riegger und seine Frau, die ihn bei der Reise begleiten durfte, dass sie keine der Promis, die an der Show teilnehmen, getroffen haben. „Das lag vermutlich an Corona, aber ein „Hallo“ wäre trotzdem schön gewesen“, sagt Gisela Riegger. Lediglich einen kurzen Blick auf Kai Pflaume könnten die Rieggers erhaschen. Generell sei während der Dreharbeiten sehr auf die Einhaltung der Corona-Regeln – wie Abstand halten und Mund-Nasen-Schutz – geachtet worden.

Ein ganz spezielles Wort:

Video: Susann Duygu-D'Souza

Bald Alemannisch-Kurse in der Region?

Während der Dreharbeiten hat der 72-jährige Waldshuter auch Kontakt zu anderen Protagonisten aus unterschiedlichen Regionen in Deutschland aufgebaut. „Es war sehr spannend, die vielen Dialekte zu hören. In einer Region gab es sogar extra Sprachkurse im Dialekt. Das wäre vielleicht auch einmal eine Idee für Waldshut.“ Willy Riegger, der in Waldshut geboren wurde, ist, wie er augenzwinkernd sagt, zweisprachig aufgewachsen. „Meine Eltern haben großen Wert darauf gelegt, dass ich auch hochdeutsch spreche und nicht nur alemannisch, wie das früher eher üblich war.“ Heute – rund 70 Jahre später – würden die jungen Menschen in der Region immer weniger Dialekt sprechen, findet Riegger. „Das ist sehr schade, weil ein Dialekt ja auch die Sprache bereichert.“

Hätten Sie‘s gewusst?

Video: Susann Duygu-D'Souza

Und hier die Auflösung: Küchenschrank, Mundharmonika, die Treppe runtergefallen.

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Riegger und seine Frau Gisela habe ihren Kindern auch alemannisch beigebracht. „In der Familie reden wir schon in unserem Dialekt, auch wenn mittlerweile Berliner in die Familie eingeheiratet haben.“ Gisela Riegger: „Ich versuche auch, unseren Enkelkindern alemannisch beizubringen.“ Der 72-Jährige kann zwischen dem Hochdeutschen und dem Alemannischem ohne Probleme hin und her wechseln. „Alemannisch sprechen wir hauptsächlich in der Familie, aber auch unter Freunden, die aus der Region stammen.“

Gisela und Willy Riegger werden sich die Show am Samstagabend gemütlich auf dem heimischen Sofa ansehen.
Gisela und Willy Riegger werden sich die Show am Samstagabend gemütlich auf dem heimischen Sofa ansehen. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Die Show „Klein gegen Groß“, wird sich das Ehepaar am Samstagabend gemütlich vor dem Fernseher ansehen. „Vielleicht nehmen wir die Show auch auf, damit wir sie unseren Enkelkindern einmal zeigen können“, sagt Gisela Riegger. „Denn der Opa ist ja nicht alle Tage dort zu sehen“, sagt sie und schmunzelt.

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