Ein Konzept, wie die vierwöchige Veranstaltung unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln ablaufen könnte, liege der Stadtverwaltung vor, wie W+F-Sprecher Jochen Seipp auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. Seipp weiter: „Nach den aktuellen Corona-Regeln wäre der Weihnachtsmarkt durchführbar.“ Allerdings könnten diese sich angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens täglich verschärfen.

„Wenn die Zahlen hochgehen, müssen wir damit rechnen, dass die Veranstaltung abgesagt wird“, sagte Christian Straub in der Versammlung, zu der er unter anderem Bürgermeister Joachim Baumert und die Ehrenvorsitzenden des W+F, Hans Studinger und Horst Seipp, begrüßte.

Sollte der Weihnachtsmarkt stattfinden können, plant der W+F, die Buden räumlich zu entzerren. „Die Stände mit Essen und Trinken konzentrieren sich auf dem Viehmarktplatz und werden eingezäunt“, informierte Straub. Für diesen Bereich soll es einen festen Eingang geben, an dem sich Besucher mit ihren Namen und Kontaktdaten registrieren müssen.

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Außerdem erhalten sie jeweils einen Chip, der beim Verlassen des Platzes abgegeben werden muss und vor der nächsten Benutzung desinfiziert wird. Mithilfe dieses Zählsystems, das auch beim Töpfermarkt des Werbe- und Förderungskreises an diesem Wochenende auf dem Viehmarktplatz angewendet wird, soll sichergestellt werden, dass sich auf dem Gelände maximal 150 Personen – die zulässige Höchstmenge für einen Platz dieser Größe – aufhalten. „Es kann sein, dass es zu Warteschlangen kommt, aber das ist besser als gar kein Markt“, merkte der Vorsitzende an.

Nach den Plänen des W+F werden auf der Kaiserstraße nur Kunsthanderwerker ihre Buden aufbauen – allerdings, so der der Vorsitzende, „nicht Rücken an Rückens, sondern wie an einer Perlenschnur mit viel Abstand“, wie es beim gestrigen Krämermarkt in der Fußgängerzone der Fall war. Wie in den vergangenen 20 Jahren bilden die Thüringer Marktbeschicker neben lokalen und regionalen Ausstellern den Großteil der Teilnehmer.

Auf dem Krämermarkt am Donnerstag auf der Kaiserstraße in Waldshut durfte die Stände nicht wie gewohnt Rücken an Rücken stehen. Das gleiche Konzept ist für den Waldshuter Weihnachtsmarkt vorgesehen.
Auf dem Krämermarkt am Donnerstag auf der Kaiserstraße in Waldshut durfte die Stände nicht wie gewohnt Rücken an Rücken stehen. Das gleiche Konzept ist für den Waldshuter Weihnachtsmarkt vorgesehen. | Bild: Nico Talenta

Andreas Weissenberger, der mit seinem Geschäftspartner Marcel Obert im vergangenen Winter erstmals eine Eisbahn auf dem Viehmarktplatz betrieben hatte, sagte in der Versammlung: „Mir ist aufgestoßen, dass wir die eigenen Vereine ausladen, um Platz zu haben für die Thüringer.“ Er und Obert, die sich aus wirtschaftlichen Gründen dieses Jahr gegen den Betrieb der Eisbahn entschieden hätten, haben laut seiner Aussage ihre eigenen Hütten Waldshuter Vereinen kostenlos zur Verfügung stellen wollen, was vom W+F abgelehnt worden sei.

Straub widersprach: „Es ging nie gegen die Waldshuter.“ Vielmehr habe der W+F die Vereine „schonen wollen“, da von den Ehrenamtlichen nicht zu erwarten sei, „dass sie vier Wochen lang von morgens bis abends die Manpower bringen“. Zudem, so Straub weiter, bestehe mit den Thüringern ein Vertrag, „den wir nicht umgehen können“.

Sonja Bier, die mit ihrem Mann Oliver den Campingplatz und das Restaurant Rhein-Perle am Waldshuter Rheinufer betreibt und zu den rund zwölf neuen Mitgliedern des W+F zählt, schlug vor, dass sich die Vereine auf dem Weihnachtsmarkt abwechseln könnten. „Dieses Jahr wird das nicht funktionieren“, gab Straub zu Bedenken, da die Vereine hauptsächlich Essen und Trinken und kein Kunsthandwerk anbieten. Die Anzahl der Gastrostände auf dem Viehmarktplatz sei jedoch begrenzt. „Je mehr Stände es dort gibt, desto weniger Leute dürfen rein“, so Straub.

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