Auf dem Dach werfen sich die Zimmerleute die roten Biberschwanz-Ziegel scheinbar mühelos zu. Sie setzen damit einen gut sichtbaren Schlusspunkt unter eine Aufgabe, die alles andere als mühelos war und den künftigen Nutzer und Besuchern des Waldshuter Kornhauses verborgen bleiben wird. Sie waren es nämlich, die das fast 160 Jahre alte Gebäude wieder aufrichteten.

Ganz oben: Der zweite Teil der Dachsanierung steht kurz vor dem Abschluss. Das Waldshuter Kornhaus wird wieder mit roten Biberschwanz-Ziegeln gedeckt. Damit entspricht das Haus rundum den Vorgaben des Denkmalschutzes.
Ganz oben: Der zweite Teil der Dachsanierung steht kurz vor dem Abschluss. Das Waldshuter Kornhaus wird wieder mit roten Biberschwanz-Ziegeln gedeckt. Damit entspricht das Haus rundum den Vorgaben des Denkmalschutzes. | Bild: Oldenburg, Kai

Denn das erste Gymnasium der Stadt war über die Jahre hinweg in Schieflage geraten. Nicht so dramatisch, wie der berühmte Schiefe Turm in Pisa, aber doch so weit, dass es Zimmermannskunst war. Das Bauwerk hatte sich um 21 Zentimeter in Richtung des benachbarten Alb-Bote-Hauses geneigt.

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Währenddessen läuft die Innensanierung auf Hochtouren weiter. Größte Einzelmaßnahme auf der Großbaustelle Kornhaus ist der Umbau der städtischen Bibliothek. Das von Kulturamtsleiterin Kerstin Simon ausgearbeitete Konzept schreitet seiner Verwirklichung entgegen – auch wenn aktuell noch eine Bautreppe die zwei Ebenen miteinander verbindet.

Bereits vorbereitet ist der neue Haupteingang an der Rückseite. Der Zutritt zur Bibliothek erfolgt künftig über ein ausgelagertes Treppenhaus mit Aufzug. Mit diesen Arbeiten soll laut Auskunft von Projektleiter Franz-Josef Wever vom städtischen Hochbauamt begonnen werden, sobald die Zimmerer ihren Kran abgebaut haben. Deren Arbeiten sollen in zwei Wochen abgeschlossen sein.

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Bereits wieder bezugsfertig sind die meisten Vereinsräume im Dachgeschoss. Dafür wurden die Deckenbalken mit Trockeneis von alter Farbe befreit, Brandschutzdecken eingezogen, neue Fußböden verlegt und neue Türen eingebaut und einheitliche Leuchten installiert. Da ein Schwerpunkt der Sanierung im Brandschutz liegt, erhalten auch alle anderen Räume neue Decken, die im Brandfall eine sichere Menschenrettung garantieren sollen.