Zum zweiten Mal hat Corona aus dem normalerweise prall gefüllten Veranstaltungsprogramm des Tiengener Schwyzertags ein überschaubares, auf wenige Orte konzentriertes Ereignis gemacht. Neben besinnlicher Einstimmung in der Pfarrkirche am Freitag, stand auch bei der diesjährigen Corona-Version des Tiengener Heimatfests der traditionelle Festgottesdienst mit Gelöbniserneuerung und Totenehrung im Schlossgarten im Mittelpunkt.

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Das Wetter machte mit. Die entspannte Corona-Lage erlaubte es, dass keine Nachweise zum Betreten des Schlossgartens nötig waren. Trotz Abstandsregel und entsprechend weniger Stühlen, blieben auf dem großzügigen Areal sogar einige Plätze frei. Pfarrer Ulrich Sickinger zelebrierte den Schwyzertags-Festgottesdienst, bei dem der Kirchenchor Tiengen und die Stadtmusik Tiengen die musikalischen Akzente setzten.

Klangvoll: Der Kirchenchor Tiengen und die Stadtmusik Tiengen (hinten) gestalten den Festgottesdienst musikalisch, unter den Besuchern sind etliche Trachtenträger wie diese drei von der Klettgauer Heimattracht.
Klangvoll: Der Kirchenchor Tiengen und die Stadtmusik Tiengen (hinten) gestalten den Festgottesdienst musikalisch, unter den Besuchern sind etliche Trachtenträger wie diese drei von der Klettgauer Heimattracht. | Bild: Ursula Freudig

In seiner Predigt spannte Pfarrer Sickinger den Bogen vom Ursprung des Schwyzertags zur Gegenwart. 1415 hätten die Tiengener trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit und Schwäche auf Gottes Beistand vertraut und einer feindlichen Übermacht getrotzt. „Die Gnade Gottes ist dort wirksam, wo Menschen zu ihrer Schwachheit stehen und so Gott Raum geben, das ist auch heute noch so“, sagte er.

Der Tiengener Schwyzertag

Das überlieferte Gelöbnis der Tiengener, sich jedes Jahr aufs Neue in einem kirchlichen Hochfest an den glücklichen Ausgang 1415 zu erinnern und dafür zu danken, las Ralf Siebold (Zunftmeister der Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen) vor. Er stand auch zur Einstimmung auf die Totenehrung am Mikrofon. Stellvertretend für alle Toten, erinnerte er namentlich an verstorbene Zunftmitglieder.

Bewegend: Ralf Siebold (Zunftmeister Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen) sprach nicht nur das Gelöbnis, sondern erinnert hier im Vorfeld der Totenehrung an verstorbene Zunftmitglieder.
Bewegend: Ralf Siebold (Zunftmeister Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen) sprach nicht nur das Gelöbnis, sondern erinnert hier im Vorfeld der Totenehrung an verstorbene Zunftmitglieder. | Bild: Ursula Freudig

Mit berührenden Worten ging er dabei besonders auf Werner Dörflinger ein, der im März 2021 verstorben ist und über die Jahrzehnte den Schwyzertag mitgeprägt und mitgestaltet hat. „Sein Tod ist ein sehr großer Verlust für uns, es war eine große Freude mit ihm zusammen zu arbeiten und von ihm lernen“, sagte Siebold.

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Im Gedenken und zu Ehren alle Verstorbenen schoss die Bürgerwehr danach drei Salutschüsse mit ihren Gewehren in den Tiengener Himmel. Mit Klängen des Spielmannszugs klang die Totenehrung beim 606. Schwyzertag aus.

Salutschüsse: Im Gedenken und zur Ehre der Toten schießt die Bürgerwehr drei Mal in den Tiengener Himmel.
Salutschüsse: Im Gedenken und zur Ehre der Toten schießt die Bürgerwehr drei Mal in den Tiengener Himmel. | Bild: Ursula Freudig

Die Stadtmusik Tiengen hätte eigentlich am Samstag einen weiteren Auftritt gehabt, wenn dies Regen nicht verhindert hätte. Ihr ausgefallenes Platzkonzert in der Weihergasse wird jetzt aller Voraussicht nach kommenden Freitag, 9. Juli, nachgeholt. Beginn 19.30 Uhr.