19 060,40 Euro – diese stolze Summe stand am Ende eines „bläserischen Marathons“: 19 Titel hatte die Stadtmusik Tiengen unter dem Dirigentenstab von Matthias Beno bei ihrem traditionellen Wunschkonzert gespielt. Von 17 bis 22.30 Uhr stand sie, abzüglich von Pausen, auf dem Marktplatz auf der Bühne. Sie zeigte mit Märschen bis zu Pop-Hits von früher und heute die ganze Bandbreite exzellent gespielter Blasmusik. Neun der präsentierten Titel waren neu einstudiert. Das Badnerlied dirigierte Landrat Martin Kistler.

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Mit dem Wunschkonzert endete traditionell der 604. Schwyzertag. Wie jedes Jahr, war der Marktplatz ein einziger „Menschenteppich“ und die Stimmung ausgelassen. Familien, Mitarbeiter von Behörden, aus Handel, Handwerk und Gewerbe waren gekommen, um bei angenehmen Temperaturen vergnügliche Stunden zu erleben. Fleißig wurden Kreuzchen auf den Wunschzetteln gemacht, die wie immer – schon fast 20 Jahre – die Klettgauer Heimattracht verteilte und zur Bühne brachte.

Gut besucht: Das Wunschkonzert der Stadtmusik Tiengen macht dem Publikum großen Spaß. Bilder: Ursula Freudig
Gut besucht: Das Wunschkonzert der Stadtmusik Tiengen macht dem Publikum großen Spaß. | Bild: Ursula Freudig

Dort waltete eine weitere „Institution“ des Wunschkonzertes seines Amtes: Thomas Dörflinger moderierte gewohnt wortgewandt. Viele Solisten konnte er ansagen, die von den Besuchern besonders gefeiert wurden: Volker Mühlbauer, Johannes Jensen, außerplanmäßig aus dem Publikum Sänger Roland Senn, das Schlagzeug- und Trompetenregister und Bernd Keller, der Ed Sheerans „Perfect“ mit unter die Haut gehender Intensität auf dem Tenorsaxophon spielte. Standing Ovations gab es auch für Martin Dörflinger, der mit großer Stimme Sinatras „My Way“ sang und der 30 Jahre als Verwalter der Kasse mit auf der Bühne stand und verabschiedet wurde.

Gut vorgetragen: Gänsehautmomente lässt Solist Bernd Keller spüren.
Gut vorgetragen: Gänsehautmomente lässt Solist Bernd Keller spüren. | Bild: Ursula Freudig

Der „Star“ des Abends, Landrat Martin Kistler, traf verspätet, aber wie Dörflinger meinte, pünktlich zum passenden Titel „Einzug der Gladiatoren“ ein. „Er hat die Krawatte abgelegt und sich den Angstschweiß von der Stirn gewischt“, sagte Dörflinger, als der Landrat auf dem Weg zur Bühne war. Dort dirigierte er das Badnerlied, das zusätzlich inbrünstig von einem Prominentenchor gesungen wurde.

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Freiwillig dirigierte der Landrat aber nicht. Er löste vielmehr einen Teil der Strafe des diesjährigen Narrengerichts ein, das ihn unter anderem, für die Vernachlässigung Tiengens verurteilt hatte. In seiner Konzentration auf Waldshut sei es ihm völlig unbekannt. Spätestens am 11.11., zum Mehlsuppenessen der Zunft, muss der Landrat sich wieder in Tiengen blicken lassen, um damit den zweiten Teil seiner Strafe einzulösen.

Gut dirigiert: Landrat Martin Kistler scheint zumindest phasenweise Spaß an seiner Strafe zu haben.
Gut dirigiert: Landrat Martin Kistler scheint zumindest phasenweise Spaß an seiner Strafe zu haben. | Bild: Ursula Freudig