Seit Montagmorgen sind die meisten Grenzübergänge am Hochrhein außer für Grenzgänger oder den Warenverkehr gesperrt. Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar: Wo es sonst um diese Tageszeit kaum mehr freie Stellplätze gibt, herrscht nahezu gähnende Leere im Waldshuter Parkhaus am Kornhaus. Schweizer Fahrzeuge sind aufgrund der Grenzschließung kaum zu sehen.

Im Kornhausparkhaus befinden sich zahlreiche leere Stellflächen.
Im Kornhausparkhaus befinden sich zahlreiche leere Stellflächen. | Bild: Schlichter, Juliane

Mitarbeiter von Waldshuter Geschäften bauen Überstunden ab

Auch die Innenstädte von Waldshut und Tiengen sind am ersten Tag der Grenzschließung wie leer gefegt. „Die veranlassten Einschränkungen zeigen bereits starke Auswirkungen auf die Kundenfrequenz am Hochrhein und dem damit verbundenen Umsatzausfall“, sagt Jochen Seipp, Sprecher des Werbe- und Förderungskreises Waldshut, auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Nicht nur die Schweizer Kunden fehlen in den Ladengeschäften, sondern auch die verunsicherten Kunden aus der Region. „Bei den Händlern herrscht spürbares Entsetzen, wie es weitergehen soll“, so Seipp.

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Als eine Sofortmaßnahme werde Überstundenabbau bei den Mitarbeitenden veranlasst. Die Geschäfte in Waldshut bleiben bis auf Weiteres geöffnet (Stand Montag, 16. März, 15.30 Uhr).

„Trotz allem unterstützt der Werbe- und Förderungskreis Waldshut alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise“, betont Jochen Seipp.

Verunsicherung auch bei den Tiengener Händlern

„Wir sehen die Lage als sehr, sehr ernst an“, sagt Nikola Kögel, Geschäftsführerin und Sprecherin der Aktionsgemeinschaft Tiengen, im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Die Stimmung in der Stadt ist sehr gedrückt“, lautet ihr persönlicher Eindruck nach einem Rundgang durch die Tiengener Innenstadt.

Viele Händler würden aufgrund der wegbleibenden Kunden ihre Zukunft sehr kritisch sehen. Nicht nur kleine Geschäfte in der Innenstadt seien von der Corona-Krise betroffen, sondern auch Branchen wie der Auto- und Großhandel.

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„Es ist ein sehr schmaler Grad, auf dem wir uns befinden: Sollen wir uns eine von der Regierung verordnete Schließung der Geschäfte wünschen oder hoffen, dass wir noch möglichst lange die Geschäfte öffnen können, um Umsatz zu machen“, fasst Kögel die derzeitige Verunsicherung vieler Einzelhändler in Worte.

Die Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft gibt außerdem zu bedenken, wie lange man es Mitarbeitern im Handel noch zumuten könne, aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus im Laden zu stehen.

Die Aktionsgemeinschaft Tiengen stellt sich darauf ein, dass sie einige Veranstaltungen in diesem Jahr absagen muss. „Der geplante Sonntagsverkauf am 5. April findet definitiv nicht statt“, sagt Kögel. Alles Weitere müsse man abwarten.

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