Mit Blick auf die Entwicklung der kleinen Brauerei „Brauschopf„ in Ühlingen während der Corona-Krise sagt Braumeister Konstantin Ziller: „Wir mussten schnell reagieren. Not macht bekanntlich erfinderisch.“ Stolz präsentiert er die Ein-Liter-Flasche mit Bügelverschluss ohne Ettikett aber mit Logo-Anhänger. Die Abfüllung in Flaschen war zu so einem frühen Projekt-Zeitpunkt eigentlich nicht geplant.

Gelungener Auftakt

Zusammen mit Posthorn-Wirt Daniel Frech verwirklichte Ziller im Sommer 2019 eine Idee, die das Duo schon vor über 15 Jahren hatte: Eine eigene kleine Brauerei im „Schopf“ neben dem Gasthaus „Posthorn“, daher der Name „Brauschopf„. Dem gelungenen Auftakt mit den Bieren Rotschopf (Zwickelpils) und Blondschopf (Helles) im August 2019 folgte ein erfolgreiches Jahr. Weitere Bier-Sorten kamen hinzu: „Strohschopf“, „Knallschopf“ sowie saisonale Biere „Winterschopf“ und „Sturschopf“.

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Zum 1. Mai 2020 sollte das saisonale, fast vergessene bekömmliche Maibock-Bier nach altem Rezept mit Fassanstich und Maifest im offenen Ausschank angeboten werden. Durch die Corona bedingte Schließung der Gastronomie war dies nicht möglich. „Uns war klar, dass im Sommer keiner mehr Maibockbier will“, so Ziller. „Wir mussten uns etwas einfallen lassen, um 600 Liter Maibock an den Mann oder die Frau zu bringen“, erzählen die beiden. „So gab es nur die Möglichkeit: das Bier in Flaschen zu verkaufen.

Nachfrage sehr groß

Von Hand füllte der Brauer das Maibock in Liter-Flaschen mit Bügelverschluss ab. Dass die Resonanz darauf so groß sein würde, hatte man nicht erwartet. Nach dem Verkauf der 600 Liter werden nun auch andere Sorten wie „Knallschopf“ und „Sturschopf“ in Literflaschen angeboten. Die Nachfrage war groß und die Kapazitätsgrenze im Brauschopf erreicht.

Bei der Brauerei Rogg in Lenzkirch bot sich Ziller die Möglichkeit, das „Blondschopf“-Bier zusätzlich in der Brauereianlage selbst zu brauen und in etikettierten 0,33 Liter-Falschen mit Kronkorken abzufüllen.

Während des Lockdowns hatte auch Daniel Frech Zeit, das Marketing auszubauen. Inzwischen gibt es Kappen, T-Shirts und Gläser mit Brauschopf-Logo. Seit Bestehen des Brauschopfs gab es schon über 40 Brauerei-Führungen mit Bierverköstigung. Für die Zukunftsplanung könne man sich auch Brauschopfbier in regionalen Getränkemärkten vorstellen.

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Daniel Frech und Konstantin Ziller freuen sich über ihren Erfolg. Auf die Frage, wie Ziller es schaffe, neben seinem Beruf, in Ühlingen Bier zu brauen, meinte er: „Mir macht das Bier brauen einfach Spaß. Hier kann ich das traditionelle Handwerk in Kombination mit meinen eigenen Ideen kreativ umsetzen und mich mit vielen interessierten Besuchern austauschen. Ebenso motiviert uns das großartige Feedback weiterzumachen.“

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