Theaterspielen macht einfach Spaß und noch mehr Spaß macht es, wenn aus der eigenen Familie gleich mehrere auf der Bühne stehen. So wie bei den Böhlers aus Berau. Gleich vier Generationen des "Böhler-Clans" werden bei der kommenden Aufführung des Ühlinger-Birkendorfer Theatervereins "Zeitschleuse" in Riedern am Wald mitwirken: Wolfgang Böhler (56), seine Kinder Lukas (28) und Josefa (24) und deren Neffen Frederik (6) und Ferdinand (4) werden 2019 bei "Zwischen den Welten" im Klosterhof auf der Bühne stehen. Und Wolfgang Böhlers Schwiegermutter Uschi Altenburg wird neben und hinter der Bühne helfen, zum Beispiel beim Bewirten.

Das könnte Sie auch interessieren

Grundlage der Aufführung ist das Buch "Amerikafahrt" von Heinrich Ernst Kromer, das zwischen 1850 und 1880 spielt, als auch aus Ühlingen-Birkendorf Menschen ihr Glück in Amerika suchten. Der Kachelofenmeister Wolfgang Böhler hat den "Theater-Großeinsatz" seiner Familie ausgelöst. Die erste Aufführung 2016 anlässlich 1200 Jahre Ühlingen hatte ihn als Zuschauer so begeistert, dass er bei der zweiten selbst mitmachen wollte. Mit seiner Begeisterung hat er dann andere Familienmitglieder "angesteckt".

Das könnte Sie auch interessieren

Wolfgang Böhler spielt den Daheimgebliebenen Konrad Kern und zusätzlich einen Goldschürfer in Amerika. Außerdem singt er im Projektchor mit und spielt im Projektorchester die Posaune. "Ich verschrick manchmal selber, wo ich überall dabei bin", sagt er. Im Vergleich zu seinem Sohn Lukas, von Beruf Automechaniker, hat er es aber dennoch eher "gemütlich". Denn Lukas Böhler spielt die Hauptrolle in "Zwischen den Welten": Den Auswanderer Dorus Kromer, den Vater von Heinrich Ernst Kromer. In 24 von 27 Szenen spielt er mit, das heißt er muss viel Auswendiglernen. Lukas Böhler steht zum ersten Mal auf einer Theaterbühne, nimmt es aber nach eigenen Worten, gelassen und cool.

Probenszene aus "Zwischen den Welten": Dorus Kromer alias Lukas Böhler erfährt in Amerika vom Tod seiner Mutter in der Heimat. Bild: Ursula Freudig
Probenszene aus "Zwischen den Welten": Dorus Kromer alias Lukas Böhler erfährt in Amerika vom Tod seiner Mutter in der Heimat. Bild: Ursula Freudig

Wie er zu seiner Hauptrolle kam, ist eine Geschichte für sich: Er wollte nachts von einem Fest heim und winkte am Straßenrand dem nächstbesten Auto. Es hielt an und darin saß Kerstin Kaiser, stellvertretende Vorsitzende der "Zeitschleuse". Noch in derselben Nacht schrieb Kaiser an die Regisseurin Corinna Vogt: "Ich habe Dorus gefunden." Für Kerstin Kaiser ist Magie im Spiel gewesen. Lukas Böhlers Schwester Josefa spielt eine junge Frau aus Riedern am Wald, die sich der Badischen Revolution anschließt. Ferdinand und Frederik besuchen zurzeit noch einen VHS-Kurs, der ihnen Grundlagen des Theaterspielens vermittelt, 2019 werden sie aber definitiv mit dabei sein.