Bei herrlichem Wetter erlebten die Besucher am Freitagabend die Premiere des Freilichttheaters „Zwischen den Welten“ in Riedern am Wald. Feuerwehrleute mit Rainer Duttlinger an der Spitze standen parat, anreisenden Gästen Parkplätze zuzuweisen. Ab 17 Uhr strömten die Besucher in den Klostergarten Riedern und genossen das kulinarische Angebot von Kreuzwirt Stefan Gromann und Posthornwirt Daniel Frech. Anita Morath war Chef-Organisatorin bei der Bewirtung mit Helfern verschiedener Vereine.

Mit großem Interesse: Die vollbesetzte Zuschauertribüne bei der Premiere von „Zwischen den Welten“ sorgte für Freude beim Theaterverein Zeitschleuse im Klostergarten in Riedern am Wald. Die Aufführung war, wie alle weiteren, ausverkauft.
Mit großem Interesse: Die vollbesetzte Zuschauertribüne bei der Premiere von „Zwischen den Welten“ sorgte für Freude beim Theaterverein Zeitschleuse im Klostergarten in Riedern am Wald. Die Aufführung war, wie alle weiteren, ausverkauft. | Bild: Ursula Ortlieb

Gegen 19 Uhr traf Erzbischof Georg Gänswein im Klostergarten ein und wurde von Regisseurin Corinna Vogt herzlich begrüßt. Im festlichen Ambiente, mit Stehtischen und Sitzgarnituren, Dekoration, Kerzen und Fackeln im vorderen Klostergarten, stimmten sich die Besucher auf die Premiere des Heimattheaters ein. Zu Beginn der Vorstellung begrüßte Thomas Fechtig als Vorstandsmitglied des Theatervereins „Zeitschleuse“ Gäste aus nah und fern.

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Sieben Nachfahren des Auswanderers Joseph Hierholzer waren aus Texas angereist, um die Geschichte ihrer Vorfahren in Riedern zu sehn. „We know the book“, erklärte Dale Novak, ein Ururenkel von Joseph Hierholzer und zeigte das ins Englische übersetzte Buch „Amerikafahrt“. Trotz Sprachbarrieren waren die Gäste aus den USA begeistert.

Mit Anteilnahme: Die Schwesten beten für die Auswanderer (von links): Marieille Müller, Alina Isele und Dana Probst.
Mit Anteilnahme: Die Schwesten beten für die Auswanderer (von links): Marieille Müller, Alina Isele und Dana Probst. | Bild: Ursula Ortlieb

Das Stück „Zwischen den Welten“ erzählt die Auswanderung von Dorus Kromer (Darsteller: Lukas Böhler), Vater des bekannten Schriftstellers und Malers Heinrich Ernst Kromer, was zu der Zeit ein großes und sehr gewagtes Abenteuer war. Der rote Faden des Stücks ist die Liebesgeschichte zwischen Dorus Kromer und seiner Verlobten, der Bürgermeistertochter Marei Maurer, die in Riedern viele Jahre lang treu auf ihren Geliebten gewartet hat.

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„Man kann hier wunderbar sehen, wie viele Einzelleistungen sich zu einem großartigen Ganzen formen. Ich muss hier einfach die Näherinnen der wunderschönen Kostüme und die Szenenausstatter hervorheben. Beeindruckt hat mich auch die Komposition der Gruppenszenen“, lobte die Kulturreferentin des Landkreises Waldshut, Susanna Heim nach dem ersten Teil in der Pause. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner zeigte sich beeindruckt: „Das Stück wurde wunderbar authentisch auf die Bühne gebracht, weil es das Lebensgefühl der Menschen trifft. Man kann sich vorstellen, wie schwierig es für ein Dorf gewesen sein muss, wenn ihre jungen Männer auswanderten.“

Mit Trubel: Diese Szene zeigt das pulsierendes Leben in Le Havre, bevor das Auswandererschiff in in See sticht.
Mit Trubel: Diese Szene zeigt das pulsierendes Leben in Le Havre, bevor das Auswandererschiff in in See sticht. | Bild: Ursula Ortlieb

Christian Rasch, Alleinvorstand der Brauerei Rothaus, nannte Kostüme und Kulisse mit Liebe zum Detail eine Meisterleistung und war von der Aufführung beeindruckt: „Ich habe sogar zwei unserer Mitarbeiter unter den Schauspielern entdeckt.“ „Stimmig“ nannte ein Besucher aus Augsburg die Mischung von Instrumentalmusik und Gesang zu den einzelnen Abläufen. Er fand vor allem die Freeze-Szenen sehr passend und ausdrucksstark. Tränenreiche Momente, besonders der Marei (Corinna Vogt), gingen unter die Haut und ließen das Publikum mitleiden.

Mit Humor: Am Schluss sprach der Schirmherr der Freilichtspiele, Erzbischof Georg Gänswein, zur Theatergemeinschaft und ging humorvoll auf Kinder ein: „Gell dir isch langwielig“.
Mit Humor: Am Schluss sprach der Schirmherr der Freilichtspiele, Erzbischof Georg Gänswein, zur Theatergemeinschaft und ging humorvoll auf Kinder ein: „Gell dir isch langwielig“. | Bild: Ursula Ortlieb

Dennoch: Der Slogan der Theatergemeinschaft „Zwischen den Welten“ ist „Freude“ und die war allen Beteiligten anzusehen, als sich das Publikum mit Stehenden Ovationen bedankte. Alle Darsteller spielten ihre Rollen sehr beeindruckend. Die Kinder berührten das Publikum mit klaren Stimmen. Die Hauptakteure als Auswanderer, Lukas Böhler und Michael Beck, überzeugten besonders in der Darstellung als Auswanderer.

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