Auf den Campingplätzen im Schlüchttal herrscht Stille, alle Aktivitäten wurden eingestellt: Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen mussten Touristen und Dauercamper gleichermaßen ihre rollenden Domizile verlassen. „Wir müssen es nehmen wie es kommt“, meinte Andrea Weidmann vom Rothauscamping. Auch Roger Wiesner, der neue Besitzer der Schlüchttal Naturcampinganlage nimmt es gelassen: „Geplante Neuerungen werden somit erst im nächsten Jahr umgesetzt.“

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Schlüchttal Naturcamping

Campingtouristen, die von der Kreisstadt Waldshut kommend in das Schlüchttal einfahren, konnten bis vor wenigen Tagen auf dem direkt an der Schlücht gelegenen Ganzjahresplatz „Schlüchttal Naturcamping“ mit Wohnwagen oder Wohnmobil übernachten. Gemäß der jüngsten Verordnung angesichts der Corona-Krise ist dieses jedoch nicht mehr möglich.

Auch alle Dauercamper wurden aufgefordert, den Platz zu verlassen. Derzeit sind beide Einfahrten für jegliche Zufahrt gesperrt. Auf dem terrassenförmig angelegten Gelände herrscht gespenstische Stille. Nur Platzbesitzer Roger Wiesner, der die Campingplatzanlage erst zum 1. März übernommen hat, ist emsig mit den Vorbereitungen für die Sommersaison beschäftigt. „Corona hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, viele Neuerungen meines Konzeptes können derzeit nicht umgesetzt werden“, betonte der Platzbesitzer.

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Die Rede ist beispielsweise von Baumhäusern, in denen hoch über der Schlücht im Sommer Naturliebhaber übernachten sollten. Wie Wiesner mitteilte, kann der Hersteller aus dem Raum Kassel, der auch von der Corona-Pandemie betroffen ist, nicht rechtzeitig liefern. Diese und weitere Projekte liegen somit erst einmal auf Eis. „Die Krise geht einmal vorbei und es gibt ein nächstes Jahr“, meinte der engagierte Platzbetreiber optimistisch. Auch die Eröffnung der kleinen Gaststube am Campingplatz, die von Partnerin Natalie Stab betrieben werden soll, musste gemäß den behördlichen Anordnungen verschoben werden. „Auch wenn die Situation nicht erfreulich ist: Um eine Überlastung des gesamten Gesundheitssystems zu vermeiden, braucht es gemeinsames Handeln“, so Roger Wiesner.

Im unteren Teil des Schlüchttals wurden die Zufahrten auf den Naturcampingplatz komplett abgesperrt.
Im unteren Teil des Schlüchttals wurden die Zufahrten auf den Naturcampingplatz komplett abgesperrt. | Bild: Wilfried Dieckmann

Schlüchttal Camping Birkendorf

Urlaub auf dem ganzjährig geöffneten Campingplatz neben der Waldschenke in Birkendorf ist derzeit ebenfalls nicht möglich: Auch wenn die Schranke an der Einfahrt noch geöffnet ist, so können 85 Dauer- und 65 Ferienplätze wegen Corona für touristische Zwecke nicht genutzt werden. Betroffen von der Schließung ist auch das Café und Restaurant Waldschenke. Nicht einmal die große Sonnenterrasse kann derzeit betreten werden.

Rothaus Camping

Auch den Rothaus Campingplatz in Grafenhausen-Amertsfeld hat es aufgrund der angeordneten Schließungen hart getroffen: „Der neue Pächter für das Restaurant, den wir nach langem Suchen endlich gefunden haben, kann nicht wie geplant am 1. April eröffnen“, berichtete Andrea Weidmann, die gemeinsam mit Mario Sydler den Campingplatz betreibt.

Auch wenn die Konzession zum Betreiben des Restaurants bereits vorliegt, so werden die Räumlichkeiten wie bereits seit 18 Monaten noch zusätzliche Wochen nicht mit Leben erfüllt sein. Es ist auf dem Platz schon seit geraumer Zeit ruhiger geworden, weil Dauercamper mit Hauptwohnsitz in der Schweiz seit der Schließung der Grenzen nicht mehr einreisen durften. „Wir nehmen es so wie es kommt“, betonte Andrea Weidmann mit einem gewissen „Galgenhumor“. Sie ist sich sicher, dass es auch in der Zeit der Zwangsschließung nicht nur genug Arbeit für die Besitzer, sondern auch für die beiden Mitarbeiter geben werde.