60 Jahre ist Lothar Rist Organist in der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin Luttingen. Ein sehr seltenes Jubiläum, das im Gottesdienst am ersten Adventssonntag gefeiert wird. Doch damit untrennbar verbunden sind die weiteren Werke, die der 79-Jährige in seiner Gemeinde und in die christliche Gemeinschaft eingebracht hat. Und mit ungebrochenem Elan immer noch einbringt. Sei es als Sänger des Kirchenchores St. Martin oder im Gemeindeteam. Mit seinem vielfältigen Wirken hat Lothar Rist in den 60 Jahren Maßstäbe gesetzt, die beispielhaft sind.

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30 Jahre war Rist Chorleiter des Kirchenchors St. Martin, die Pfarrscheuer ist unter seiner aktiven Mitwirkung zu einer der schönsten kirchlichen Treffpunkte weit und breit umgebaut worden. Mit aller Konsequenz hat er sich auch 1993 für die räumliche Umgestaltung im Sinne des II. Vatikanischen Konzils der Kirche St. Martin eingesetzt, also im Geist des Dialogs und der Gemeinschaftlichkeit, zu gestalten, womit Luttingen ein vielbeachtetes Alleinstellungsmerkmal besitzt.

Einsatz für Mönch-Orgel

Und bei der Innenrenovation 2019 hat Lothar Rist maßgeblich dafür gesorgt, dass die Technik „seiner“ Mönch-Orgel komplett erneuert und zudem ein Trompeten-Register eingebaut wurde. Dass Rist 36 Jahre (1969-2005) auch Pfarrgemeinderat der damals selbständigen Pfarrgemeinde St. Martin Luttingen war, spricht nicht nur von übergroßem Engagement, sondern ermöglichte auch Einflussnahme auf die Entwicklung der Gemeinde, die er immer hartnäckig nutzte, wenn er von einer Sache überzeugt war. Lothar Rist war gerade 19 Jahre alt, als er mit dem Organistenamt betraut wurde, mit dem beim erzbischöflichen Musikdirektor Binninger erworbenen musikalischen Rüstzeug. Dass er nur wenige Monate später auch die Leitung des Kirchenchors übernehmen musste, wird in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum als glückliche Entwicklung beschrieben.

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Der junge Kirchenmusiker folgte auf seinen späteren Schwiegervater Ferdinand Gerteis, der 23 Jahre Organist und Chorleiter war und aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Und es begann eine beispiellose Chorleiter-Ära, die dem Chor in ihrer Beständigkeit nur zum Vorteil gereichen sollte“, heißt es in der Chronik. 15 Jahre später bilanzierte der Vorsitzende Alban Ebner eine beeindruckende Aufwärtsentwicklung des Chores, was sich sowohl in dem Leistungsstand mit viel beachteten Chor- und Orchesterwerken, aber auch in der auf 62 Sängerinnen und Sänger angewachsenen Mitgliederstärke zeigte, weil es Chorleiter Rist geschickt verstehe, die Interessen der jüngeren und älteren Mitglieder zu vereinigen. Lothar Rist, der sich über den „Theologischen Kurs Freiburg„ von 2007-2010 in theologische und liturgische Grundlagen eingelesen hat, ist im Glauben tief verwurzelt und vom II. Vatikanischen Konzil geprägt. Am Herzen liegt ihm auch die Ökumene. Schon 1980 hat „sein“ Chor mit dem evangelischen Kirchenchor einen gemeinsamen Sonntagsgottesdienst in der evangelischen Versöhnungskirche musikalisch gestaltet.

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Die gottesdienstlichen Feiern durch das Orgelspiel zu unterstützen, sieht Lothar Rist bis heute als eine wichtige Aufgabe. Durch die seit 1993 ebenerdige Positionierung der Orgel im früheren Hochaltar-Raum und den säulenfreien hohen Kirchenraum entstehe eine wunderbare Klangfülle. Es entwickle sich in idealer Weise ein Dreiklang Raum-Kunst, Musik und Liturgie. In dieser wunderbaren Atmosphäre weiter musizieren zu dürfen, ist der Wunsch des Jubilars.