Du bist es. So ist die Geste von Handballnationalspieler Franz Semper von der SG Flensburg-Handewitt auf der Internetseite des Deutschen Handballbunds (DHB) zu deuten. Ein ausgestreckter Arm, ein Zeigefinger, der auf Alexander Isele vom Handballclub Lauchringen weist. Der 32-jährige Lauchringer ist einer von zwölf Gewinnern des DHB-Ehrenamtspreises, der im vergangenen Jahr – zum ersten Mal – ausgelobt wurde.

Lange Liste an ehrenamtlichen Tätigkeiten

Gleich an zweiter Stelle, auf der Seite mit der Bekanntgabe der Gewinner, steht der Name von Isele mit seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten, dargestellt in Kurzform. In den Bewerbungsunterlagen, die uns vorliegen, wird dagegen deutlich, dass Iseles Engagement im HC Lauchringen weitaus vielfältiger als in dieser Kurzbeschreibung ist.

Der einzige Gewinner aus Südbaden

Die Handball-Vita des 32-Jährigen hat die mit Handballgrößen und Vertretern der Politik besetzte Jury jedenfalls überzeugt. Er ist aus 261 Bewerbungen heraus gestochen. „Ich bin der Einzige aus dem Gebiet des Südbadischen Handballverbands (SHV)“, bemerkt Isele.

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In einem Videogespräch mit uns gibt er sich eher bescheiden: „Ich bin eigentlich kein Freund von solchen Ehrungen.“ Schon gar nicht will er sich als Einzelner im Verein hervorheben. Nur im Team sei man erfolgreich. Ein bisschen stolz ist er nun aber schon. Er spielt den Ball weiter: „Ich sehe es als Vereinspreis. Wenn es im Verein stimmt, motiviert das. Wir haben gute Leute, auf die Verlass ist.“

Er zählt zu den „Altgedienten“ im Verein

Es sei eine Chance, als HC etwas zu bewegen. Er könne „tausend Namen“ nennen, die im Hintergrund aktiv sind. Er lächelt und sagt: „Na, ja, ich bin eben der Einzige, der länger gedient hat.“

500 Euro Preisgeld für die Vereinsarbeit

So sieht es offensichtlich auch der Handballbund. Denn, die 500 Euro Preisgeld, die er auf das HC-Konto gebucht hat, sind für den Verein bestimmt. Isele verrät, dass der HC das Geld in die Online-Weihnachtsfeier mit der Kochshow investiert habe, die kurz vor den Festtagen laut Sebastian Kaiser, einer der HC-Vorsitzenden, weit über 300 Teilnehmer (über 100 eingewählte Besucher) an die Geräte gelockt hat.

Vorstand schiebt die Bewerbung an

Bei aller Bescheidenheit. Tobias Albrecht, ebenfalls einer der HC-Vorsitzenden, dachte sofort an Alexander Isele, als die Ausschreibung über den Verteiler des SHV bei den Lauchringer Handballern ankam. Für ihn und den übrigen Vorstand war klar, wenn es einer verdient hat, dann „der Alex“.

Handballsport liegt ihm am Herzen

Isele hingegen ist offenbar keiner, der nach Auszeichnungen hascht. Der Handballsport liegt ihm am Herzen. Zumal es im HCL und DJK Bad Säckingen nur noch zwei Handballvereine im Landkreis Waldshut gibt. Isele ergänzt: „Man kann so vieles bewegen, Ideen einbringen, mitwirken und anderen eine Freude machen.“ Der Verein definiere sich nicht nur über den Sport, sondern sei wie eine Familie.

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Dank einer, wie Isele sagt, „fantastischen Jugendarbeit“, sei der HC gut dargestellt. Obwohl er die Probleme kennt, die viele Vereine, auch in anderen Sportarten, haben. Isele: „Es ist schwierig, eine Konstanz rein zu bekommen. Viele A-Jugendspieler studieren und sind dann einfach weg.“

Sie bleiben online weiter am Ball

Das „Corona-Sportverbot“ bremst die Lauchringer Handballer aus, was das gemeinsame Hallentraining betrifft. Isele und sein Männerteam bleiben aber online am Ball. In Zeiten ohne Corona betreibt er einen enormen Aufwand. Zehn Stunden wöchentlich investiere er mindestens in den Handball, regelmäßig 20 bis 30 Stunden, teilweise bis zu 120 Stunden. So steht es jedenfalls in den Unterlagen.

Über die sozialen Netzwerke erreichten Isele viele Glückwünsche. Normalerweise hätte er die Urkunde bei einem Handball-Länderspiel überreicht bekommen. Auf Tuchfühlung zu den nationalen Handballkoryphäen. Corona blockte alles. Vielleicht holt der DHB dies nach. Das hofft Isele auf jeden Fall. Den Namen HC Lauchringen hinaus getragen zu haben, ist Isele derweil Lohn genug.