Mittlerweile ist klar: Der Landkreis Waldshut ist aktuell einer der in ganz Baden-Württemberg am meisten betroffenen Kreise, was die Sieben-Tage-Inzidenz betrifft. Stand 11. Februar sank die auf 100.000 Einwohner bezogene Zahl der Menschen, die sich innerhalb der vergangenen sieben Tage mit Sars-CoV-2 infizierten. Das heißt, hier stecken sich mehr Menschen mit dem Coronavirus an, als derzeit in den benachbarten Landkreisen und auch den angrenzenden Schweizer Kantonen. Eine Analyse der Infektionszahlen finden Sie hier. Zu den Ursachen äußerte sich das Landratsamt in einer Mitteilung am 11. Februar.

Die Ursachen sind vielschichtig.

„Tatsache ist, dass wir es mit einem diffusen Infektionsgeschehen zu tun haben“, heißt es in der Mitteilung. Diffus bedeutet, dass die meisten Infektionen an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Konstellationen auftreten, ohne dass ein größerer Zusammenhang zwischen ihnen erkennbar wäre: „Es gab und gibt zwar zwei bis drei größere Ausbrüche mit hochansteckenden Coronavirus-Mutationen, doch gibt es zahlreiche andere Fälle im Landkreis, die damit nicht in Verbindung stehen. Das Infektionsgeschehen ist also tatsächlich in weiten Teilen nicht mehr nachvollziehbar.“

Elvira Buchter, kommissarische Leiterin des Gesundheitsamts Waldshut, beschreibt die Situation so: „Ansteckungen erfolgen nicht nur in festen Clustern oder großen Ausbruchsgeschehen, sondern an vielen unterschiedlichen Stellen ohne erkennbaren Zusammenhang und häufig auch im privaten Umfeld. Private Kontakte spielen also eine große Rolle im Pandemiegeschehen.“ Sie weist darauf hin: „Infektionsketten lassen sich aber nur unterbrechen, wenn Kontakte zeitnah ermittelt werden können und so effektive Maßnahmen ergriffen werden können. Infektionen lassen sich derzeit effektiv nur durch Kontaktreduzierung verhindern.“

Kantaktverfolgung läuft weiter

Dennoch würden Kontakte nachverfolgt und entsprechend isoliert. „Trotz der leider anhaltend hohen Inzidenz gelingt dies gut, was auch dem Lockdown und dem weitestgehend umsichtigen Verhalten der meisten Bürgerinnen und Bürger zu verdanken ist“, so das Landratsamt. Dank der effektiven Kontaktreduzierungen müssten weniger Personen nachverfolgt, kontaktiert und in Quarantäne geschickt werden, was zu einer spürbaren Entlastung des Gesundheitsamts geführt habe und die frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten grundsätzlich ermögliche. Das Ziel ein weiteres Ansteigen der Infektionszahlen zu stoppen, sei durch die beschlossenen Maßnahmen und Einschränkungen erreicht worden. Nun gelte es aber weiterhin, die Infektionszahlen noch deutlich und nachhaltig zu senken.

Waldshut Landrat Martin Kistler appelliert darum an die Einwohner des Landkreises: „Gemeinsam mit den anderen Akteuren, wie der Kassenärztlichen Vereinigung, den Laboren, Hilfsorganisationen und Einrichtungen arbeiten wir als Behörde mit großem Engagement daran, die Pandemie zu bewältigen. Alles staatliche Handeln ist aber nichts, wenn die Bürger nicht mitziehen. Und so hoffe ich, dass wir weiter alle in einer großen Verantwortungsgemeinschaft diese Situation meistern. Unser Appell an uns alle lautet daher weiterhin, nun nicht nachzulassen, uns an die geltenden Regeln zu halten und weiterhin diszipliniert die Mobilität einzuschränken, Kontakte zu reduzieren und die bekannten Hygienemaßnahmen einzuhalten.“

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