Das Klinikum Hochrhein hat laut eigenen Angaben die Corona-Krise gut überstanden. Derzeit befindet sich noch ein Covid-19 Patient in der isolierten stationären Betreuung, teilt das Klinikum in einer Pressemitteilung mit.

„Unsere Maßnahmen waren erfolgreich und der an den Mitarbeitern durchgeführte Antikörpertest hat gezeigt, dass wir aktuell seitens der Personals nur knapp 3,8 Prozent Mitarbeiter zu verzeichnen haben, die eine Covid-19-Infektion hinter sich haben“, erklärt Hans-Peter Schlaudt.

Der Geschäftsführer des Klinikums Hochrhein führt die niedrige Quote einerseits darauf zurück, dass die Mitarbeiter die Hygienestandards konsequent umgesetzt hätten, andererseits darauf, dass das Krankenhaus für Besucher abgeriegelt war.

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„Wir haben in den vergangenen Wochen einen Kraftakt bestritten und ich bin stolz auf unsere Mannschaft, jetzt müssen wir noch ein kurze Zeit Vorsicht walten lassen“, so Schlaudt.

Mit der neuen Landesverordnung ist das Besuchsverbot für Krankenhäuser zwar gelockert worden. Allerdings in einer Art und Weise, die für das Klinikum nicht praktikabel sei, schreibt Schlaudt in der Mitteilung.

Pro Tag ein Besucher pro Patient

Die Verordnung sieht vor, dass pro Tag und pro Patient ein Besucher zugelassen wird. Dieser muss namentlich erfasst werden, und es muss sichergestellt werden, dass der Besucher keine Covid-19-Symptome aufweist.

„Im Klartext bedeutet dies, dass wir täglich rund 250 Besucher pro Tag einlassen. Da die Besucher variieren können, wären wir in drei Tagen bei 750 verschiedenen Personen plus die Patienten, die unsere ambulanten Sprechstunden aufsuchen“, erklärt der Klinikgeschäftsführer.

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Weiter führt Schlaudt aus: „Bei dieser großen Personenzahl wären wir nicht im Stande, für die hygienische Sicherheit unserer Patienten, aber auch unseres Personals zu sorgen.“ Zudem sei es personell nicht möglich, jeden Besucher einen Fragebogen ausfüllen zu lassen, jeden nach medizinischen Standards zu begutachten und darüberhinaus jeden Tag an die 100 Adressen zu vermerken sowie zu kontrollieren, dass es sich tatsächlich um diese Person handelt. Die Klinikleitung habe daher beschlossen, vorerst an der jetzigen Besucherregelung festzuhalten.

Klinikchef appelliert an die Vernunft

Derzeit gibt es nur Ausnahmen für Geburten und für Sterbende. „Ich bin mir im Klaren darüber, dass diese Regelung eine Belastungsprobe für viele Menschen darstellt, aber hier möchte ich an die Vernunft aller appellieren. In unserem Klinikum befinden sich eine Vielzahl an, gesundheitlich schwer beeinträchtigter Menschen. Wir tragen die Verantwortung für jeden unserer Patienten und wollen daher auch weiterhin Sorge dafür tragen, dass sich niemand im Klinikum mit Covid-19 infiziert. Bislang ist das gut gelungen, so soll es bleiben“, so Schlaudt.

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Das Klinikum wird daher vorerst nur im Bereich der Geburtenabteilung eine Lockerung zulassen, nämlich die, dass die Patientinnen einen Besucher pro Tag empfangen dürfen. „Wir sprechen hier von einer kleinen Personengruppe, das können wir gut händeln und wir sehen hier den größten Lockerungsbedarf bei maximaler Sicherheit.“

In einem Schreiben hat sich der Klinikgeschäftsführer auch an den Gesundheitsminister Manfred Lucha gewandt und seinen Bedenken auf diesem Weg Ausdruck verliehen. „Ich hoffe sehr, dass an der Verordnung noch einmal nachgebessert wird und sich ein Weg findet, der für alle Betroffenen praktikabel ist.“

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