Ist es eine Sommergrippe oder vielleicht doch Covid-19? Da es einige Lockerungen gibt, nimmt man es vielleicht nicht so ernst, wenn man doch mal Erkältungssymptome mit Fieber hat. In den vergangenen Jahren hätte sich wohl jeder einfach daheim auskuriert. Aber jetzt? Da ist angesagt, vorsorglich zum Arzt zu gehen – nach vorheriger telefonischer Absprache natürlich. Und erst dann wieder nach draußen, wenn man Gewissheit hat und nicht möglicherweise eine Gefahr für andere Menschen ist.

Gabriele Rasenberger
Gabriele Rasenberger | Bild: Gabriele Rasenberger

Denn es gibt mehr Personen, die zur Risikogruppe gehören, als man im ersten Moment denkt. Und es gibt viele Menschen, die nur einen leichten Verlauf einer Corona-Erkrankung haben. Das ist mittlerweile sicher. Daher bin ich froh über die Masken-Pflicht.

Denn – auch wenn man es mir nicht ansieht – ich selbst gehöre auch zur Risikogruppe: Meine Schilddrüse schrumpft und löst sich auf. Das ist so etwas ähnliches wie Hashimoto. Eine Schilddrüsenerkrankung, unter der jede fünfte Frau leidet und somit auch zur Risikogruppe gehört. Wenn man jetzt den Sinn der Schutzmaßnahmen in Frage stellt, oder sich ärgert, beim Einkaufen Mund und Nase bedecken zu müssen, sollte man sich bewusst machen, wie viele Menschen zu der Risikogruppe gehören: Epileptiker, beispielsweise. Alle Menschen, die eine Vorerkrankung haben. Den meisten ist das – wie mir – nicht anzusehen.

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Doch gibt es immer noch die Leute, die sagen: „Ich habe doch nichts mit Corona zu tun, also kann ich mich ganz normal verhalten!“ Ist das wirklich so? Nur weil man es nicht bemerkt? Solch ein Denken ist zurzeit nicht einfach nur egoistisch, sondern ziemlich egozentrisch. Wer jetzt alles zu locker sieht, nimmt mit in Kauf, dass die Lockerungen vielleicht irgendwann wieder rückgängig gemacht werden müssen. Wollen wir das wirklich? Es ist besser, einfach insgesamt sensibel zu werden. Sich selbst zu überprüfen, was richtig ist oder nicht.

Mir sind beim Einkaufen in letzter Zeit vermehrt Situationen aufgefallen, die ich nicht gut fand. So zum Beispiel, wenn jemand Gemüse und Obst ausgiebig anfasst, bis das richtige gefunden wurde. Beim Brot sind im Supermarkt spezielle Zangen vorhanden – warum nicht auch bei Gemüse und Obst? Noch schlimmer empfinde ich es, wenn jemand einfach sein Papiertaschentuch zu den Verpackungen wirft, die gerade von den Mitarbeitern entsorgt werden. Freifahrt für die Bakterien – und die Viren. Dass da manch einer wütend werden kann, ist verständlich.

Daher wünsche ich mir, dass alle etwas mehr auf die anderen achten und damit auch auf sich selbst. Wir alle möchten wieder zum Alltag zurückkehren. Das kann nur gelingen, wenn wir auch an die anderen denken. auch an die, denen man ihr Risiko nicht ansieht. Daher ist weiterhin angesagt: Vor allem Abstand halten.

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