Die Kantonspolizei führte am Samstagnachmittag in Aarau eine gezielte Aktion gegen sogenannte Autoposer durch. Zusätzlich erfolgten Geschwindigkeitskontrollen am Wochenende auf einschlägig bekannten Raserstrecken. Mit dem Ergebnis: Mehr als ein Dutzend Fahrer wurden angezeigt und mehrere Autos sicher gestellt.

Vermeidbarer Lärm in der Stadt

Nicht erst seit diesem ausgesprochen sonnigen Frühling stellt Motorenlärm durch Autos und Motorräder ein Dauerthema dar. Das Problem ist der Kantonspolizei bekannt: „Mit dem vermehrten Auftreten sogenannter Autoposer hat sich die Problematik zusätzlich verschärft. Indem sie ihre leistungsstarken Autos aufdrehen und die Sportauspuffanlagen bewusst knallen lassen, fallen die mehrheitlich jungen Männer in Innenstädten und Ortschaften negativ auf“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Kantonspolizei gehe seit diesem Jahr verstärkt gegen diese Auswüchse vor. Am Samstagnachmittag, 30. Mai, gab es in Aarau eine gezielte Aktion: Dabei zeigte sie einen 19-jährigen Neulenker an, der mit einem Mercedes-Benz AMG (360 PS) vermeidbaren Auspufflärm verursachte. Wegen der gleichen Widerhandlung wurde der 23-jährige Lenker eines Alfa-Romeo Giulia (500 PS) angezeigt. Der BMW M3 (450 PS) eines 21-Jährigen sowie der VW Golf (250 PS) eines 29-Jährigen fielen ebenfalls durch übermäßigen Lärm auf. Da der Verdacht besteht, dass jeweils die Auspuffanlage illegal manipuliert sein könnte, stellte die Kantonspolizei
beide Autos sicher.

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Wegen des Verdachts auf sonstige rechtswidrige Änderungen stellte die Polizei einen weiteren BMW (300 PS) sicher. Experten des Straßenverkehrsamtes werden die drei Wagen nächste Woche einer eingehenden technischen Prüfung unterziehen.

Außerorts mit Tempo 138 gemessen

Zusätzlich zur Aktion in Aarau führte die Kantonspolizei Aargau am Pfingstsonntag zwei Geschwindigkeitskontrollen mit dem Lasermessgerät durch. Beide fanden wie üblich auf außerorts statt, wo eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern gilt.

Die erste Kontrolle fand vom Vormittag bis in den Nachmittag hinein im Boowald zwischen Vordemwald und St. Urban statt. Auf dieser beliebten Ausflugsstrecke erfasste die Polizei einen Chevrolet Camaro mit Tempo 138. Die Polizisten stoppten den Wagen, zeigten den 35-jährigen Lenker bei der Staatsanwaltschaft an und nahmen ihm den Führerschein auf der Stelle ab. Ebenso erging es einem weiteren Autofahrer und einem Motorradfahrer, die mit 121 und 136 Studenkilometern gemessen worden waren. Einstweilen weiterfahren durfte ein Autofahrer, der mit Tempo 115 erfasst worden war. Auch ihm droht aber der spätere Führerscheinentzug.

Gegen Abend verlegte die Kantonspolizei die Messstelle an die Staffelegg bei Küttigen. Dort wurden bis gegen 21 Uhr zwei Motorradfahrer und zwei Autofahrer mit 114 und 115 Stundenkilomtern gemessen. Sie mussten den Führerschein zwar nach der Anzeige vor Ort nicht abgeben, müssen aber zu einem späteren Zeitpunkt damit rechnen.

Zahlreiche Lärmklagen

Bei der Kantonspolizei Aargau gehen eigenen Angaben zufolge täglich Lärmklagen genervter Bürger aus dem ganzen Kanton ein. Diese würden sich häufig auf die vorgenannten Autoposer, aber auch auf Motorräder und Autos beziehen, die an sonnigen Wochenenden zu Tausenden auf beliebten Ausflugsstrecken unterwegs seien.

„Weil Tempoexzesse und Lärm einhergehen, setzt die Kantonspolizei weiterhin auf Geschwindigkeitskontrollen mit dem Lasermessgerät. Im Rahmen der Möglichkeiten wird sie zudem weitere Aktionen und technische Kontrollen durchführen“, heißt es in einer Mitteilung.

Über die Grenzen der Möglichkeiten

Aufgrund der Rahmenbedingungen wird die Polizei das Lärmproblem trotz aller Bemühungen nicht aus der Welt schaffen können. Darauf weist die Kantonspolizei ausdrücklich hin. So habe sie keinen Einfluss auf das starke Verkehrswachstum, das sich unweigerlich auf den Freizeitverkehr auswirke.

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Hinzu komme, dass bereits Neulenker leistungsstarke Wagen fahren dürfen und diese dank Leasing auch finanzieren können, so die Polizei. Und weiter: „Ebenso sind Motorräder aller Leistungsklassen für eine breite Bevölkerung erschwinglich geworden. Und schließlich erlauben die geltenden Vorschriften Aufpuffanlagen und Motorsteuerungen, welche die Lärmemissionen ohne eigentlichen Nutzen erhöhen.“

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