Wie steht es aktuell um die geplante Elektrifizierung der Hochrheinbahn?

Nachdem inzwischen die Öffentlichkeitsbeteiligung gemeinsam mit Verkehrsminister Hermann gestartet ist, bleibt es unser Ziel, dass die Deutsche Bahn spätestens am 6. Dezember dieses Jahres die Unterlagen für die Planfeststellung beim Eisenbahnbundesamt und beim Regierungspräsidium einreicht. Stand heute kann ich sagen, dass Corona nicht zu Verzögerungen geführt hat. Deshalb halten wir auch am Ziel der Fertigstellung 2025 – 2027 fest. Im Idealfall könnten die ersten E-Loks auch schon Ende 2025 fahren. Ich bin guten Mutes und sehe auch noch Beschleunigungspotenzial. Auch, weil das Land ein großes Interesse an diesem Projekt hat und deshalb dem Regierungspräsidium zusätzliches Personal für das Anhörungsverfahren zur Verfügung gestellt hat.

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Bleiben wir auf der Schiene. Eine Projektanalyse macht Hoffnung, dass es zu einer Reaktivierung der Wehratalbahn von Bad Säckingen über Wehr nach Schopfheim kommen könnte. Wie beurteilen Sie die Chancen auf eine Wiederinbetriebnahme der Strecke?

Es ist gut, dass das Land ehemals stillgelegte Strecken ins Auge nimmt und Potenzialstudien erstellen lässt. Allerdings sehe ich bei realistischer Betrachtung eine Reaktivierung der Wehratalbahn erst jenseits des Jahres 2030. Als Landkreis haben wir uns nicht nur für die Wehratalbahn ausgesprochen, sondern auch für die Wutachtalbahn, auf der schon jetzt ein verstärkter Schülerverkehr stattfindet. Dass die Bahnbetriebe Blumberg für den Unterhalt der Wutachtalbahn sorgen ist von großem Vorteil. Aber zurück zur Wehratalbahn. Diese Strecke bietet viel Potenzial, insbesondere mit Blick auf die Verkehrsströme innerhalb der Agglomeration Basel. Sie wäre eine sehr gute Ergänzung zur dann fertiggestellten Hochrhein-Achse. Grundsätzlich kann ich sagen, dass wir hinter beiden Strecken stehen. Jetzt gilt es indes die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke voranzutreiben, inklusive Ausbau der Infrastruktur mit den barrierefreien Haltepunkten und Halb-Stunden-Takt.

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Ein Zeitrahmen, von dem der Weiterbau der A 98 weit entfernt ist.

Auch hier kann ich sagen, dass das Projekt nach Mitteilung der Deges wegen Corona nicht ins Stocken geraten ist. Anstelle der vorgesehenen Planungswerkstatt als Präsenzveranstaltung fand diese digital als Videokonferenz statt. Das hat sehr gut geklappt. Unser Ziel bleibt es, dass die Deges Ende 2020, spätestens Anfang 2021 die Vorzugsvariante für den Bereich Wehr/Bad Säckingen sowie Ende 2021 die Vorzugsvariante für Waldshut präsentieren kann.

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Viel kleiner als die A 98, aber für nicht wenige Bürger ähnlich bedeutend, ist die Sperrung der Albtal-Strecke. Weshalb wurde die Absperrung nochmals verstärkt und wie geht es hier weiter? Wann wird die Straße wieder für den Verkehr geöffnet?

Ich verstehe die Bürger und ihren Unmut, dass es so lange geht. Das Albtal ist ein besonders geschütztes Tal, was die Planungen nicht erleichtert. Die bisherige Sperrung wurde leider sehr stark missachtet, weshalb wir gezwungen waren, die Absperrung zu verstärken. Dies nicht um die Bürger zu ärgern, sondern weil es eine konkrete Gefahr durch herunterstürzende Steine und Felsbrocken gibt. Aber ich kann versichern, dass wir an einer Wiedereröffnung arbeiten. Seit dem Scoping-Termin im Juli 2019 wurden von den Fachbehörden gefordert, weitere Gutachten erstellt oder ergänzt. Planung und Berichte liegen schon im Entwurfsstadium vor, muss nun aber noch validiert und hinsichtlich der Wechselwirkungen betrachtet werden, so dass dann Mitte 2021 der Planfeststellungsantrag beim Regierungspräsidium Freiburg eingereicht werden kann.

Deutlich weiter vorangeschritten ist der Bau des sogenannten Backbones, dem Rückgrat der modernen Glasfaserversorgung im Landkreis. Wie ist der Zeitplan, wann ist der Backbone fertig?

Es läuft, überall wird gegraben. Wir gehen von einer endgültigen Realisierung des Backbones zum Ende des Jahres 2021 aus. Insgesamt werden wir seitens des Landkreises dann einen Betrag in einer Größenordnung von 30 Millionen Euro in ein tolles Projekt verbaut haben. Es ist eines der ganz wichtigen Zukunftsprojekte für den Landkreis. Auch hier zeigt sich, dass sich gemeinsam viel erreichen lässt. Der Landkreis und alle seine Städte und Gemeinden sowie die Gemeinde Schluchsee haben sich unter dem Dach des Zweckverbandes auf ein abgestimmtes Gesamtkonzept verständigt, mit dem fachlichen Input der Experten aus Hohentengen und einer überragenden Unterstützung durch das Land schaffen wir ein flächiges Glasfaserbreitbandnetz.

Das sagt Martin Kistler zum Stand beim Zentralklinikum:

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