Herr Meier, Sie spielen heute noch aktiv im TTC Klettgau Tischtennis. Ihr Vorsitzender Thomas Jaerke verriet unlängst, dass sie immer noch zu den besten Spielern im Verein gehören und noch heute in der Bezirksklasse Schwarzwald aushelfen und sogar Punkte holen. Welcher war ihr größter Erfolg im Tischtennis?

Heute spiele ich hauptsächlich noch aus Spaß. Ich habe aber schon an vielen Wettkämpfen teilgenommen, wie beispielsweise an einer Senioren-Tischtennis-Meisterschaft. Dort bin ich auch weit gekommen, habe dann aber gegen einen Japaner verloren. Insgesamt war ich bei 60 Punktespielorten in Südbaden dabei, im Einzel und im Doppel.

In Ihrem Esszimmer stehen etliche Pokale. Alle vom Tischtennis?

Nein, ich habe an vielen Wettkämpfen teilgenommen, vor allem beim Skilanglauf und Laufen beziehungsweise Leichtathletik, aber natürlich auch beim Tischtennis. Da sammelt sich über die Jahre eben einiges an (schmunzelt). So war ich im Skilanglauf an 17 Sportorten, wo ich 13 Podestplätze belegt habe und zwölf Siege holte. Im Rahmen der Leichtathletik-Wettkämpfe habe ich 79 Sportorte besucht, 82 Podestplätze erklommen und 60 Siege.

Dann waren Sie äußerst erfolgreich...

Sagen wir mal so, es gab hier in der Region nicht allzu viele Wettkämpfer, die besser waren. Aber natürlich kam es auch schon vor, dass ich verloren habe.

Sie sind also ein begeisterter Sportler?

Ja. Allerdings musste ich beruflich eine Zeit lang aussetzen, weil ich nicht genug trainieren konnte, aber später bin ich wieder richtig eingestiegen. Ich habe aber beispielsweise – egal ob im Urlaub oder auf Dienstreise – im Sommer immer meine Laufschuhe dabei gehabt und im Winter meine Langlaufskier. Und manchmal habe ich auch dort an Wettkämpfen teilgenommen.

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Als was haben Sie gearbeitet, dass Sie beruflich immer so viel unterwegs waren?

Ich war 50 Jahre lang als Maschinenbauer für die Firma Schmidt in St. Blasien tätig. Dort haben wir nicht nur viele Ausstellungen wie in Malaysia oder Moskau gehabt, an denen wir beispielsweise unsere Schneeräummaschinen vorgeführt haben, sondern auch viele Messen. Dazu kamen etliche Einsätze, bei denen wir selbst Schnee geräumt haben.

Das heißt, Sie waren in Krisengebieten tätig?

Ja, regelmäßig. Gerade wenn es knifflig wurde, wurde unsere Firma gerufen. Zum Beispiel an den Gotthard-Pass, wo der Schnee in einem Jahr etwa zehn Meter hoch lag. Da ist nichts und niemand durchgekommen. Es gab zudem Lawinengefahr, aber wir konnten eine Strecke frei räumen. Ich war bei einigen solcher Einsätze dabei, manchmal ging es 1000 Meter bergab ohne Leitplanke. Die Pässe waren sehr schwer zu räumen, aber irgendwie haben wir immer alles geschafft.

An welchen Einsatz können Sie sich noch besonders gut erinnern?

Das war in Italien im Gebirge. Da war eine Jugendherberge so sehr eingeschneit, dass niemand mehr hingelangen konnte. Das Problem war, dass die Lebensmittel dort knapp wurden. Man hat versucht, Essen mit einem Helikopter über die Luft dorthin zu bringen, aber rund um die Jugendherberge waren Wölfe, die über das Essen hergefallen sind. Irgendwie haben wir es dann geschafft, einen Weg frei zu räumen. Als Dank für den guten Ausgang haben wir damals sogar eine Reise nach Rom geschenkt bekommen. Ich kann mich auch an einen Einsatz in Norddeutschland erinnern. Das war ein Winter, bei dem in ganz Deutschland ein Schneechaos herrschte, an das Jahr kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Wir wurden damals von Daimler Benz abgeholt mit einem PKW und nach Schleswig Holstein gebracht. Dort mussten wir dann wochenlang die Wege frei räumen. Das war auch ein heftiger Winter.

Hatten Sie Angst bei solchen Einsätzen?

Eigentlich nicht, denn man gewöhnt sich an alles. Aber wir waren – wie wir später erfahren haben – über unseren Arbeitgeber immer alle sehr gut versichert, falls doch mal etwas passiert. Gerade auch mit Blick auf unsere Familien.

Im Rahmen Ihrer Arbeit waren Sie auch bei zwei Olympiaden dabei?

Genau, in Grenoble 1968 und Salt Lake City 1980. Da waren wir ebenfalls für die Schneeräumungen zuständig.

Sie selbst haben aber nie an Olympia teilgenommen?

Leider nein, ich habe den Einzug als Langläufer um wenige Sekunden verpasst.

Worauf sind Sie rückblickend besonders stolz?

Eigentlich darauf, dass ich doch in einem recht hohen Alter mit den Jüngeren gut mithalten konnte. So habe ich zum Beispiel 1990, da war ich schon deutlich über 50 Jahre, den dritten Platz beim Schluchseelauf gemacht. Darauf war ich schon stolz, zumal ich deutlich älter war als der Sieger.

Wie sind Sie überhaupt zum Sport gekommen?

In jungen Jahren habe ich zunächst Fußball gespielt, Ich bin ja in St. Blasien geboren und da ist der Wintersport nicht weit entfernt. Und im Sommer über ist das Pendant eben Laufen.

Heute sind Sie 85 Jahre. Sind Sie immer noch sportlich aktiv?

Ich bin eben noch beim TTC Klettgau, außerdem gehen ich heute sehr gerne mit meiner Frau spazieren.

Fragen: Susann Duygu-D‘Souza