Kreativ zu sein, das Beste aus der Situation zu machen, um auch in schwierigen Zeiten für die Menschen da zu sein – dies ist in Zeiten der Corona-Pandemie für die Kirchen das oberste Gebot. Sie haben umfassende Konzepte erarbeitet, teilweise strengere als die Politik vorgibt, damit trotz der Einschränkungen zum Schutz vor An-steckungen jeder in einer Kirche vor Ort Weihnachten feiern kann. „Wir haben viele zusätzliche Gottesdienste in präsenz und digital, die Auswahl ist riesengroß“, sagt Dekanin Christiane Vogel über das Angebot in den evangelischen Gemeinden am Hochrhein.

Dekanin Christiane Vogel, evangelischer Kirchenbezirk Hochrhein Waldshut-Tiengen.
Dekanin Christiane Vogel, evangelischer Kirchenbezirk Hochrhein Waldshut-Tiengen. | Bild: Ursula Freudig

Sie ist sehr froh, wie sie sagt, dass auch an Weihnachten Präsenzgottesdienste möglich sind, weil dies doch etwas anderes wäre, als zu Hause allein vor dem Bildschirm zu sitzen. Corona hat nach Aussage der Dekanin das Verhältnis der Gläubigen zur Kirche auch positiv verändert: „Die Angebote werden bewusster wahrgenommen und geschätzt, man weiß wieder, was man an der Kirche hat und dass ohne sie etwas fehlt.“ Alle Regeln zum Schutz der Gottesdienstbesucher werden nach ihrer Aussage streng eingehalten.

Regeln für Gottesdienste

In der evangelischen Landeskirche sei bislang kein einziger Fall bekannt, der auf eine Ansteckung in einem Gottesdienst zurückgeführt hätte.

Dekan Peter Berg
Dekan Peter Berg | Bild: Michael Gottstein

Auch Dekan Peter Berg, Leiter des Katholischen Dekanatsverbands Hoch-rhein, kennt keinen solchen Fall. Auch er verweist auf die umfassenden Bestimmungen des Landes und zusätzlich der Erzdiözese Freiburg, zum Schutz der Gläubigen in Kirchen. „Niemand soll gefährdet werden, jede Pfarrgemeinde entscheidet im Rahmen ihrer Möglichkeiten, es wird viel gemacht und angeboten“, sagt er. Neben Präsenzgottesdiensten und Live-Streams, gibt es bei der katholischen Kirche an Heiligabend auch vereinzelt Feiern im Freien, beispielsweise in Eschbach, Lauchringen und Bad Säckingen.

Auch wenn sich Dekan Berg sicher ist, dass die Kirchgänger das gemeinsame Singen von „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“ sehr vermissen werden, blickt er positiv nach vorne: „Viele spüren, dass sie in den Gotteshäusern Kraft schöpfen können und auch mit Abstand kann man Gemeinschaft spüren.“ Für Gläubige, die wegen Corona auf den Kirchgang verzichten, haben die katholischen und auch evangelischen Kirchengemeinden Anregungen und Anleitungen für die Feier von weih-nachtlichen Hausgottesdiensten ver-fasst.

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