Der Euroairport Basel-Mulhouse ist für die Menschen am Hochrhein quasi das Tor in die Metropolen Europas und in die Welt. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Passagiere kontinuierlich an, übertraf 2019 die Marke von 9 Millionen. Doch die Corona-Pandemie änderte hier alles. Während der Lockdowns blieben die meisten Flieger am Boden, Fernreisen in den Sommerferien waren für Privatpersonen praktisch unmöglich, beliebte Reiseziele unerreichbar. So waren die Zahlen, die während des Mediengesprächs des Flughafens vorgestellt wurden, auch keine Überraschung.

Deutlich weniger Passagiere

Im Jahr 2020 verzeichnete der Euroairport 2,6 Millionen Passagiere, was einem Rückgang des Passagierverkehrs um 71 Prozent entspricht. Mit 9,1 Millionen Passagieren hatte 2019 in Bezug auf den Passagierverkehr noch ein Rekordjahr dargestellt.

Bild: Pfaffe, Jeannine

Der stärkste Rückgang des Passagierverkehrs wurde in den Monaten April bis Juni verzeichnet. Als direkte Folge der pandemiebedingten Reisebeschränkungen sank die Zahl der Fluggäste um 97 Prozent. „Im Sommer zog der Flugverkehr wieder etwas an, insbesondere im August, dem passagierstärksten Monat der Krise, in welchem der Flughafen 390.000 Passagiere und somit 40 Prozent weniger als im Vorjahr begrüßte“, wie die Verantwortlichen mitteilen. Im ohnehin schwachen Monat November gingen die Passagierzahlen mit einem Minus von 87 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erneut drastisch zurück.

Die Anzahl der Gesamtflugbewegungen folgte diesem Trend. Mit 48 Prozent – mehr als 51.570 Flügen, darunter fast 33.000 gewerbsmäßige Flügen – war der Rückgang weniger signifikant. Zurückzuführen ist dieser Umstand darauf, dass die Flugzeuge im Durchschnitt eine geringere Auslastung aufwiesen.

Doch auch wenn es kein gutes Ergebnis ist, so übertreffen die Passagierzahlen sogar etwas die Erwartungen vom Juni 2020. Damals war man seitens des Flughafenmanagements von 1,9 Millionen Passagieren 2020 ausgegangen.

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Fracht mit leichtem Zuwachs

Deutlich weniger betroffen von den Einschnitten der Pandemie war der Frachtverkehr am Euroairport. Im Bereich der Fracht wurde 2020 ein Zuwachs von 2,3 Prozent auf 108.500 Tonnen (Vorjahr: 106.100 Tonnen) verzeichnet. Der Umschlag der Luftfracht belief sich im Jahr 2020 auf 47.700 Tonnen, was einem Anstieg von 4,7 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Mit insgesamt 16.745 Tonnen blieb die Expressfracht, der während der Pandemie auch mit dem Transport von medizinischen Gütern eine sehr wichtige Rolle zugekommen sei, stabil.

Corona-Schutzmaßnahmen

Auf dem binationalen Flughafengelände stellten die nationalen Corona-Maßnahmen eine besondere Herausforderung dar. Galten in der Schweiz über einen längeren Zeitraum eher wenige Vorgaben, beispielsweise hinsichtlich der Maskenpflicht, so waren die Vorgaben Frankreichs von Anfang an sehr entschieden.

Auf dem Weg zum Corona-Test am Flughafen Basel-Mulhouse (Aufnahme vom 4. August 2020).
Auf dem Weg zum Corona-Test am Flughafen Basel-Mulhouse (Aufnahme vom 4. August 2020). | Bild: Sebastien Bozon, AFP

Am Euroairport seien die französischen Vorgaben maßgeblich gewesen, um möglichst viel zur Sicherheit der Passagiere und unserer Mitarbeiter beizutragen. Die Maßnahmen gingen über Abstandsmarkierungen, gesperrte Bereiche, Maskenpflicht und der Verfügbarkeit von Desinfektionsmittel bis hin zur Corona-Abstrichstelle für Reiserückkehrer aus – von Frankreich definierten – Risikogebieten.

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Die wirtschaftliche Lage

Der Passagierverkehr macht rund 80 Prozent des Umsatzes des EuroAirport aus, wie die Verantwortlichen ausführen. Dieser Umsatz sei im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um ungefähr 50 Prozent zurückgegangen. In einer Mitteilung heißt es: „Damit entgingen dem Flughafen wichtige Einnahmen. Deshalb war es oberste Priorität des Unternehmens, die Liquidität durch eine strenge Kontrolle der Ausgaben zu sichern. Die drastische Reduzierung der Investitionen auf einen Drittel des ursprünglichen Budgets sowie die Senkung der Personalkosten durch einen Einstellungsstopp und die Einführung der Kurzarbeit waren und sind die zwei wichtigsten Maßnahmen, die seit Beginn der Krise umgesetzt wurden.“

Ausblick 2021

Um der Krise weiterhin standhalten zu können, führe der Euroairport auch im Jahr 2021 die strenge Ausgabenkontrolle fort: „Aufgrund der unsicheren Prognosen arbeitet der Flughafen mit drei Szenarien mit Passagieraufkommen zwischen drei und fünf Millionen.“ Wie schnell sich der Passagierverkehr erholen wird, hänge von der Geschwindigkeit der nationalen Impfkampagnen, die dadurch verringerte Zahl der Ansteckungen und der damit zusammenhängenden Reduzierung der Reisebeschränkungen ab. Der Euroairport geht heute davon aus, dass das Passagieraufkommen von 2019 erst in einigen Jahren wieder erreicht werden wird, so die Einschätzung.

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